Unterreichenbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aurachtal im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und eine Gemarkung. Diese liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Aurachtal, teils auf dem Gemeindegebiet von Weisendorf. Sie hat eine Fläche von 7,344 km² und ist in 759 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9675,61 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Buch.
Geografie Durch das Dorf fließt der Reichenbach, ein linker Zufluss der Mittleren Aurach. 0,5 km nordwestlich münden der Hirtengrundgraben und 0,5 km südöstlich der Fichtgraben als rechte Zuflüsse in den Reichenbach. Im Südosten liegt das Waldgebiet Fichtach, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Süden wird das Flurgebiet Langer Strich genannt, im Nordwesten Kühtrieb, im Nordosten Hirtenberg () und im Osten Mittelstück.
Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Falkendorf zur Staatsstraße 2244 (2,8 km südöstlich) bzw. nach Oberreichenbach zur Kreisstraße ERH 15 (2 km westlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen zur ERH 15 in der Nähe des Gewerbegebiets von Münchaurach (1 km südöstlich) bzw. nach Buch zur Kreisstraße ERH 13 (2,1 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich erst im Spätmittelalter als Ausgründung von (Ober-)Reichenbach angelegt.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 86 = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 130.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterreichenbach aus 12 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Hagenbüchach. Alleiniger Grundherr war Brandenburg-Bayreuth: Klosteramt Münchaurach (1 Höflein, 1 Gütlein), Vogtamt Hagenbüchach (2 Höflein, 4 Güter, 2 Gütlein, 2 Köblersgüter).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 136.
Von 1797 bis 1810 unterstand Unterreichenbach dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Oberreichenbach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Oberreichenbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Unterreichenbach, zu der Buch gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Am 1. April 1836 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 208. Ab 1862 gehörte Unterreichenbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform zum Jahresende 1971 aufgelöst, sie hatte eine Fläche von 7,306 km². Am 1. Januar 1972 wurde Unterreichenbach in die neu gebildete Gemeinde Aurachtal und Buch in den Markt Weisendorf eingegliedert.
Baudenkmäler In Münchaurach gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nummer 15: Dazugehöriger Stadel an der Straße nach Oberreichenbach: Steinkreuz
Bodendenkmäler In der Gemarkung Unterreichenbach gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Unterreichenbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 168 198 212 202 213 213 205 203 208 204 202 202 200 200 196 188 193 207 205 317 314 287 315 347HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 24 32 33 33 33 34 38 52 Quelle Für die Gemeinde Unterreichenbach zuzüglich der Einwohner von Buch (S. 13). Buch ist bei der Gemeinde Weisendorf aufgelistet (S. 174).
Ort Unterreichenbach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 101 105 103 106 100 91 138 75 77 99Häuser 15 15 15 15 12 12 23Quelle
Religion Unterreichenbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter und Paul (Münchaurach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Josef (Weisendorf) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Aurachtal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt