mini|Michael Stalherm, 2007
Michael Stalherm (* 18. Oktober 1948 in Recklinghausen; † 6. September 2025) war ein deutscher Künstler. Er lebte und arbeitete in Berlin.
Leben und Wirken Michael Stalherm war der jüngste Sohn des Oberarztes Carl Stalherm und Adelheid Stalherm, geb. Knappertsbusch. Als einjähriges Kind erkrankte er an Scharlach. Sein Vater steckte sich an und starb kurz darauf. Die alleinerziehende Mutter von fünf Kindern erlernte das Schneiderhandwerk und eröffnete 1955 ein Modegeschäft mit angeschlossenem Atelier. Stalherm erhielt in der Kindheit Geigenunterricht und besuchte das Gymnasium Petrinum Recklinghausen, anschließend das Gymnasium St. Kaspar in Bad Driburg. Bereits zu dieser Zeit war ihm das künstlerische Schaffen wichtig und wurde durch die Presse wahrgenommen.
Von 1971 bis 1974 studierte Stalherm an der Hochschule für Gestaltung in Basel. Nach dem Vorkurs besuchte er die Fachklasse Malerei und belegte anschließend Kunstgeschichte an der dortigen Universität. Eines der ersten Bilder kaufte das Kunstmuseum Basel. Bereits 1971 wurde der Museumsdirektor Thomas Grochowiak auf den damaligen Studenten aufmerksam. Es folgten daraufhin mehrere Gruppenausstellungen im Schloss Wolfsburg, im Kunstmuseum Bochum, in Stuttgart, im Schloss Oberhausen und der Kunsthalle Recklinghausen.
Stalherm übersiedelte 1978 nach Berlin und war dort Mitarbeiter im Neuen Berliner Kunstverein. Von 1978 bis 1980 lebte und arbeitete er in Paris. Nach seiner Rückkehr nach Berlin war er 1984 Mitarbeiter in der Akademie der Künste bei der Ausstellung Berlin um 1900 (Eberhard Roters), Mitarbeiter beim Renaissance- und Schiller-Theater sowie 1985 als Bühnenmaler in der Freien Volksbühne (Hans Neuenfels).
Ein Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer kaufte Stalherm ein Grundstück auf der Halbinsel Stralau an der Spree und gründet dort 1991 die Naturkunst-Freiluftgalerie Garten der Künste. Gleichzeitig legte er ein Archiv zur Geschichte des ehemaligen dortigen Fischerdorfs an. Alljährlich wurden wechselnde Ausstellungen mit Natur-Künstlern als auch eine historische Ausstellung gezeigt. Die letzte Ausstellung fand 2001 statt, seit 2002 ist der Garten geschlossen. Er war Produzent und Herausgeber der Stadtteil-Zeitung Stralauer Anzeiger und engagiert sich kritisch zur Berliner Stadtentwicklung. Im Jahr 2006 errichtete Stalherm dort ein von ihm entworfenes Atelierhaus.
Am 6. September 2025 verstarb Michael Stalherm.
Künstlerische Arbeit In seinen ersten Bildern zeigte Stalherm Szenen aus der Psychiatrie. Er experimentierte mit lebenden Materialien wie Leuchtbakterien und Termiten. In seinen Zeichnungen setzt er sich mit Grundphänomenen der Menschheit auseinander. Er entwirft einen eigenen Kosmos der Zeichen und zeigt die Entstehung von Zeichen und Zeichnungen durch die Einflüsse der Geschichte, der Erziehung und der Medien.
In den 1990er Jahren stand das Thema Naturkunst im Mittelpunkt seiner Arbeit. Nach dem Jahr 2000 konzentrierte er sich in zahlreichen Bildern und Zeichnungen auf das Thema „Meerkunst“. Seit 2009 fand eine Verschiebung seines Werks statt. Er arbeitet nun fast ausschließlich mit Bleistift. In gegenständlichen, präzisen Zeichnungen widerspiegeln sich unwirkliche Bilderfindungen, ein Spiel mit der künstlerischen Form unter maximaler Spreizung der Grauwertskala.
Ausstellungen (Auswahl) Stalherms Werke wurden u. a. in der Manifest Gallery in Cincinnati (Ohio) gezeigt. In zahlreichen Ausstellungen gingen seine Werke in die Schweiz, die USA, nach Deutschland, Italien, Frankreich und Monaco.
Stipendien und Auszeichnungen 1964–1968: Auszeichnungen und Preise im Theaterspiel und außerschulischen Kunstwettbewerben 1971: Ausbildungsstipendium der Stadt Basel 1978–1980: Stipendium des Kultusministeriums von NRW in der Cité Internationale des Artes in Paris. 2013: Nominierung für den BLOOOM Award
Bücher, Veröffentlichungen Katalog zur Ausstellung Forum junger Kunst, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Gemälde, Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 1975. Akt’ 75. Katalog zur Ausstellung in der städtischen Kunsthalle Recklinghausen, 1975. Herausgabe der Zeitung The Whaschmington Post. Sonderausgabe zur Hochrüstung. 1982. Herstellung der Bücher Hundertfünfzig Strichproben vom Strichwahn und Zeichengrammatik. 1983 1993–2000: Herausgabe der Zeitung Stralauer Anzeiger Der Stralauer Fischzug, Erinnerungen an Berlins größtes Volksfest. Edition Art Stralau, 2007. Zeichnungen mit Bleistift 1974–2014. Edition Art Stralau, 2015, ISBN 978-3-00-047707-2.
Weblinks Website von Michael Stalherm
Einzelnachweise
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