Falkendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aurachtal im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Falkendorf hat eine Fläche von 4,730 km². Sie ist in 1032 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4583,67 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hessenmühle und Lenzenmühle.

Geografie Durch das Dorf fließt die Mittlere Aurach und es münden dort der Reichenbach als linker Zufluss und der Grüdlgraben als rechter Zufluss in die Mittlere Aurach. Unmittelbar westlich liegt Münchaurach, im Südwesten grenzt der Tonwald an. Ansonsten ist der Ort von Feldern umgeben. Im Norden heißt das Flurgebiet Bugelleite, im Nordwesten Reitäcker.

Die Staatsstraße 2244 verläuft nach Münchaurach (1,3 km westlich) bzw. nach Herzogenaurach (3 km östlich). Die Kreisstraße ERH 13 verläuft nach Buch (2,5 km nördlich) bzw. an Dondörflein vorbei nach Höfen (3,4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Lenkershof vorbei nach Unterreichenbach (3 km nordwestlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Hammerbach zur Staatsstraße 2263 (1,6 km nördlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Der Ort wurde im Königsgutbezirk Herzogenaurach gegründetF. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 83f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 62. und wurde 1152 erstmals urkundlich erwähnt.Geschichte der Gemeinde Aurachtal auf der Website aurachtal.de 1348 galt der Ort als Eigen des Hochstifts Bamberg. Lehensträger zu dieser Zeit waren Nürnberger Patrizier (u. a. Groß, Pirckheimer), bambergischer Adel und die Stadt Herzogenaurach. Im selben Jahr wurde vom Hochstift die Hälfte des Großzehnts an Konrad Groß, den Stifter des Nürnberger Heilig-Geist-Spitals, verpfändet. In der Folgezeit ging dieser Anteil dann an das Heilig-Geist-Spital. Hans Pirckheimer verkaufte 1445 zwei Güter und sieben Selden an Peter Rieter. Schließlich gelangte dieser Besitz an Cuntz Reyter, der ihn 1511 dem Herzogenauracher Spital stiftete. In der Folgezeit gab es auch markgräfliche Lehensträger.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Falkendorf aus 32 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Grundherren waren Brandenburg-Bayreuth (Klosteramt Münchaurach: 3 Höfe, 1 Hube, 8 Gütlein, Oberamt Baiersdorf: 3 Halbhöfe) und das Hochstift Bamberg (Amt Herzogenaurach: 1 Gütlein, Stadt Herzogenaurach: 4 Höfe, 12 Gütlein). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft über die bambergischen Untertanen hatte das Amt Herzogenaurach inne und über die bayreuthischen Untertanen das Klosteramt Münchaurach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 95. Die Hut- und Weiderechte hatten alle Gemeindegenossen gemeinsam auf der Markung. Seit 1691 gab es auch eine gemeinsame Dorfordnung.

Von 1797 bis 1810 unterstand Falkendorf dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Münchaurach zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Falkendorf. Zu dieser gehörten Dondörflein, Dörflas, Eckenmühle, Hessenmühle, Lenkershof, Lenzenmühle und Nankenhof. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden Dörflas, Lenkershof und Nankenhof nach Münchaurach umgemeindet, so dass zu Falkendorf nur noch Dondörflein, Eckenmühle, Hessenmühle und Lenzenmühle gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225 (Dort fälschlicherweise ohne Dondörflein).

Die Gemeinde Falkendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Am 1. April 1836 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 207. Ab 1862 gehörte Falkendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,551 km².

Am 1. Januar 1972 wurde Falkendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Aurachtal eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden Dondörflein und Eckenmühle nach Herzogenaurach umgemeindet.

Baudenkmal Milchhausstraße 5: Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Falkendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 306 394 349 323 325 345 358 374 358 347 310 318 310 294 326 319 315 317 302 478 515 443 456 526HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 51 53 58 57 59 58 68 83 Quelle Für die Gemeinde Falkendorf zuzüglich der Einwohner von Dondörflein (S. 19), Eckenmühle (S. 20), Hessenmühle (S. 40) und Lenzenmühle (S. 54).

Ort Falkendorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 223 249 265 247 229 233 406 391 456 972Häuser 39 44 45 45 55 70 257Quelle

Religion Die bambergischen Untertanen waren katholisch und nach St. Magdalena (Herzogenaurach) gepfarrt, die bayreuthischen Untertanen waren evangelisch und nach St. Peter und Paul (Münchaurach) gepfarrt. Auch heute noch sind diese Pfarreien für die jeweilige Konfession zuständig.

Panorama

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Aurachtal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1152 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Mittleren Aurach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt