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Münchaurach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aurachtal im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Münchaurach hat eine Fläche von 5,799 km². Sie ist in 1158 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5008,14 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dörflas, Lenkershof und Nankenhof.

Geografie Durch das Pfarrdorf fließt die Mittlere Aurach. Es münden der Maidelsgraben und der Reichenbach als linke Zuflüsse in die Mittlere Aurach. Unmittelbar nordwestlich befindet sich ein Gewerbegebiet. Westlich des Ortes liegt das Flurgebiet Straßfeld, südlich liegt die Eisgruben, dahinter erhebt sich der Kühberg. Die Staatsstraße 2244 verläuft nach Neundorf (1 km südwestlich) bzw. nach Falkendorf (1,3 km östlich). Die Kreisstraße ERH 15 verläuft am Nankenhof vorbei nach Oberreichenbach (4 km nordwestlich) bzw. zur Kreisstraße ERH 13 (2,2 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Dörflas (0,6 km nördlich).

Geschichte Zwischen 1124 und 1127 wurde das Benediktinerkloster Münchaurach von den Grafen Gozwin von Höchstadt und seinem Sohn Hermann von Stahleck gegründet und 1128 von Bischof Otto von Bamberg geweiht. 1450 wurde das Kloster im Ersten Markgrafenkrieg geplündert und musste in den Folgejahrzehnten unter hohem finanziellen Aufwand wieder aufgebaut werden. Während des Bauernkriegs wurde das Kloster im Jahr 1525 zum Teil eingeäschert. Mit der Einführung des lutherischen Kirchenregiments wurde das Kloster 1528 säkularisiert und ein Amt der Landeshauptmannschaft Neustadt an der Aisch. Von 1846 bis 1972 war Münchaurach Sitz eines evangelisch-lutherischen Dekanats.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 84f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 102f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Münchaurach aus 32 Anwesen (Amtshaus, Pfarrhaus, Schulhaus, 2 Wirtshäuser, 1 Mühle, 1 Hof, 2 Halbhöfe, 3 Güter, 12 Häuser, 3 Tropfhäuser, 2 Hofhäuslein, Ziegelei, Badstube, Schmiede). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Münchaurach. Alle Anwesen hatten das Klosteramt Münchaurach als Grundherrn.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 114. Dort sind abweichend 33 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

1810 kam Münchaurach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Münchaurach gebildet. Zu diesem gehörten Dörflas, Dondörflein, Eckenmühle, Falkendorf, Grieshof, Hessenmühle, Lenkershof, Lenzenmühle, Mausdorf, Nankenhof, Neundorf und Oberniederndorf. 1813 wurden folgende Ruralgemeinden gebildet: Falkendorf mit Dörflas, Dondörflein, Eckenmühle, Hessenmühle, Lenkershof, Lenzenmühle und Nankenhof, Mausdorf mit Grieshof, Leitsmühle und Neundorf sowie MünchaurachH. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) kamen zu Münchaurach die Orte Dörflas, Lenkershof und Nankenhof hinzu.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225 (Dort fälschlicherweise mit Dondörflein).

Die Gemeinde Münchaurach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Am 1. April 1836 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 auch dem Rentamt Herzogenaurach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 207. Ab 1862 gehörte Münchaurach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in Amtsgericht Herzogenaurach umbenannt), seit 1959 ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,773 km².

Am 1. Januar 1972 wurde Münchaurach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Aurachtal eingegliedert.

Baudenkmäler mini|hochkant=0.8|Die Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters aus westlicher Blickrichtung In Münchaurach gibt es 16 Baudenkmäler: St. Peter und Paul, evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemalige Benediktinerklosterkirche Ehemalige Meierei des Klosters Ehemaliges Klostergefängnis Ehemalige Klostermühle Pfarrhaus, ehemaliger Klosterflügel Gemeindekanzlei Ehemaliges Pfarrhaus Diverse Wohn(stall)häuser

Bodendenkmäler In der Gemarkung Münchaurach gibt es ein Bodendenkmal.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Münchaurach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 474 584 532 488 490 487 483 475 497 491 435 434 424 410 444 445 434 441 479 792 793 704 669 704HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 66 89 75 74 82 84 88 110 Quelle Für die Gemeinde Münchaurach zuzüglich der Einwohner von Dörflas (S. 19), Lenkerhof (S. 54) und Nankenhof (S. 62).

Ort Münchaurach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 381 399 381 387 331 344 647 602 635 722Häuser 47 60 64 70 74 96 190Quelle

Religion Münchaurach ist Sitz der Pfarrei St. Peter und Paul, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 114. Die Katholiken sind nach St. Magdalena (Herzogenaurach) gepfarrt.

Wanderwege Durch den Ort führen die Fernwanderwege Aurach-Weg und Rangau-Ostweg.

Persönlichkeiten Conrad Conradty (1827–1901), Industrieller

Panoramabild

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Aurachtal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung 1128 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Mittleren Aurach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt