Carl Wilhelm Gottfried Paeßler (* 18. September 1809 in Gernrode; † 20. August 1884 in Harzgerode) war ein deutscher Ornithologe, Oologe, Lehrer und evangelischer Theologe. Paeßler wurde in Mühlstedt begraben.
Leben und Wirken Paeßler stammte aus einer alteingesessenen Anhaltischen Familie von Beamten, Theologen und Hofbesitzern, zu denen u. a. das Melanchthonhaus gehörte. Sein Vater Ernst Paeßler war Justizamtsmann in Gernrode.Günter Adolf Friedrich Timmermann, S. 136. Seine Frau Agnes Marie Elise geb. Böther (1828–1872) war die Schwester von Hermine Laura Elise Böther (1830–1898). Diese war mit Karl Albert Naumann verheiratet, der wiederum ein Sohn von Carl Andreas Naumann und ein Neffe von Johann Friedrich Naumann war.Wilhelm Meise, S. 14 Seine große Eiersammlung ging an seine in Hamburg lebenden Söhne Ernst Karl Wilhelm Paeßler (1851–1909) und Carl Friedrich Richard Paeßler (1856–1942), die die Sammlung noch bis zu ihrem Tod erweiterten. Richard Paeßler vermachte die Eiersammlung dem Zoologischen Museum Hamburg, wo sie im Bombenhagel am 29./30. Juni 1943 zerstört wurde. Ein weiter Sohn namens Alfred Paeßler (1858–1933) lebte ebenfalls in Hamburg.Wilhelm Meise, S. 16 Insgesamt hatte Paeßler fünf Söhne.Wilhelm Meise, S. 15
Im Jahr 1822 besuchte Wilhelm Paeßler das Gymnasium in Zerbst, welches er 1830 mit Censur ersten Grades verließ. Noch im gleichen Jahr begann er in Leipzig ein Studium der Philologie und der Theologie. 1834 schloss er das Studium in Köthen mit pro candidatura ab. Wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur Leipziger Burschenschaft Germania wurde gegen ihn eine Criminaluntersuchung eingeleitet, die erst sehr viel später mit seinem Freispruch endete. So musste er zwischen 1834 und 1841 seinen Unterhalt als Hauslehrer bestreiten, ehe er 1841 in Köthen an der Töchterschule angestellt wurde. Ostern 1848 wurde er Rektor und Nachmittagsprediger in Roßlau, 1852 Pastor in Brambach. 1859 wurde er schließlich als Pastor nach Mühlstedt berufen. 1881 ging er in den Ruhestand und zog zu seinem dritten Sohn Ernst, der Apotheker in Harzgerode war.
Vom 1. bis 3. Oktober 1850 trafen sich 12 Ornithologen in Leipzig und verabschiedeten die ersten provisorischen Statuten der DO-G. Anwesend waren der u. a. August Carl Eduard Baldamus, Eduard Friedrich Poeppig der Inspektor des naturhistorischen Museums Robert Tobias, der Arzt Ernst Schnürpel, der Pastor Heinrich Zander (1800–1876), der Fabrikbesitzer Gottlob Heinrich Kunz, Professor Dr. Johann Friedrich Naumann, der Naturforscher Richard Freiherr Koenig von und zu Warthausen (1830–1911), der Gutsbesitzer Johann Kratzsch (1809–1887), der Lizenziat Friedrich Wilhelm Assmann, ein Herr Pegner und Rektor Wilhelm Paeßler. Baldamus wurde zum provisorischen Sekretär, Kratsch zum Rendanten gewählt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Abwesenden wurden Naumann, Zander, Eugen Ferdinand von Homeyer (1809–1889), Martin Hinrich Lichtenstein (1780–1857) und Pastor Brehm in den Vorstand gewählt.August Carl Eduard Baldamus (1850), S. 87–93.
Paeßler erarbeitete sich nicht nur einen Namen als Oologe und Nidologe. Als erfahrener Brutbiologe und Faunist publizierte er viele Artikel in den Fachzeitschriften Naumannia und Journal für Ornithologie, oft über die Avifauna Sachsen-Anhalts. Als Christian Ludwig Brehm für Friedrich Wilhelm Justus Baedekers Die Eier der europaeischen Voegel nach der Natur gemalt nach einem weiteren Autoren suchte, fiel seine Wahl auf Paeßler. Das Gemeinschaftswerk, das zwischen 1855 und 1867 erschien, galt sicher als seine wichtigste Publikation. Für Baedeker und Naumann schrieb er schließlich im Journal für Ornithologie den Nachruf.
Zu Paeßlers Freundeskreis gehörten Altmeister wie August Carl Eduard Baldamus, Theobald Johannes Krüper (1829–1917), der Forstmeister Gustav Ernst Friedrich Wiese (1809–1887), Eugen Ferdinand von Homeyer, Martin Hinrich Lichtenstein, Friedrich August Ludwig Thienemann und der Sammler Leopold Schrader (1812–1878).Günter Adolf Friedrich Timmermann, S. 137.
Publikationen (Auswahl)
Literatur
Einzelnachweise
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