mini|Gutshaus Birkholz. 2023. Das Rittergut Birkholz, auch Herrenhaus Birkholz oder Gutshaus Birkholz genannt, ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk im Ortsteil Birkholz der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Rittergut unter der Erfassungsnummer 094 30606 als Baudenkmal verzeichnet.Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt (PDF; 9,9 MB) – Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung (der Abgeordneten Olaf Meister und Prof. Dr. Claudia Dalbert; Bündnis 90/Die Grünen) – Drucksache 6/3905 vom 19. März 2015 (KA 6/8670), S. 4232, Abruf am 19. April 2024. Es hat die Adresse Schulstraße 5.
Geschichte Die Familie von der Schulenburg ließ im 16. Jahrhundert in der wüsten Dorfstelle Birkholz im Bereich einer ehemaligen Wasserburg ein Vorwerk errichten mit einigen Wohnungen, Viehhöfen und Schäfereien und einem Herrenhaus. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Rittersitz stark verwüstet. miniatur|hochkant=0.4|Levin-Friedrich (II.) v. Bismarck. 1739 gelangte der Rittersitz in den BesitzGeorg Schmidt: Das Geschlecht von Bismarck. 4. Die Genealogie des Geschlechts. In: Geschichte des Fürsten Bismarck in Einzeldarstellungen. Band I, Hrsg. Johannes Penzler, Trewendt, Berlin 1908, S. 115 f. Nr. 142. der Familie von Bismarck, an Levin-Friedrich II. von Bismarck (1703–1774) auf Briest. Dieser ließ in der Nähe von Birkholz die Siedlung Sophienhof anlegen, benannt nach seiner Frau Sophie Amelie geb. von der Schulenburg. Von ihm sollte bauzeitlich auch das heutige Gutshaus stammen.Vgl. u. a. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1901. Jahrgang 2, Justus Perthes, Gotha 1900, S. 93 f. Die Nachfolge im Gutsbesitz trat dann Acha(t)z Christoph von Bismarck (1737–1796) an. Dessen Sohn wiederum, Heinrich Friedrich Wilhelm Achatz von Bismarck (1786–1856), verkaufte das Gut in dem Jahr, wo er in Magdeburg starb, 1856. Er war einst Leutnant im Potsdamer Elite-Regiment der Gardes du Corps, sein Sohn Albert von Bismarck wurde Jurist. Zum Rittergut Birkholz gehörten neben dem Vorwerk Scheeren 1000 Morgen Acker und Wiese und 1800 Morgen Wald.
Neuer Besitzer wurde der damalige Leutnant Emil Ballerstedt, seit 1888 Kreisverordneter.Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg. Stück 4, Hottenroth und Schneider, Magdeburg 28. Januar 1888, S. 34. 1890 hatte der neue Gutsherr von Birkholz einen Indexeintrag im Deutschen Millionärs-Adressbuch.Deutsches Millionär Adressbuch. 1890. Schuster & Priess, Berlin-Britz 1890, S. 11. 1897 wurde er in den Vorstand der neu gegründeten Aktienzuckerfabrik Stendal gewählt wurde.W. Sühring: 6. Beilage. Die Deutsche Zuckerindustrie. №. 23, Emil Dreyer-Magdeburg, Berlin, 4. Juni 1897, S. 1077. Ballerstedt, hier schon Hauptmann, saß auch im Verwaltungsrat der „Patria“-Hagel-Versicherungs-Gesellschaft.Emil Stefan: Assecuranz-Compass. 1896. Jahrbuch für Versicherungswesen. Jahrgang 4, Gründer: G. J. Wischniowsky, Manz`sche k. k. Hof-Verlags- und Universitäts-Buchhandlung, Wien 1896, S. 398. Im Jahr 1907 zerstörte ein Brand den Großteil zum Rittergut gehörenden Nebengebäuden. 1931 hieß der Gutseigentümer Peter Ballerstedt.Adreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. 1931. Finanz-Verlag, Berlin 1931, S. 56. Im Besitz der Familie Ballerstedt blieb das Gut bis zur Enteignung während der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Jahr 1945. Danach diente es als Flüchtlingsunterkunft.
1949 wurden im alten Herrenhaus Schulräume eingerichtet und neugestaltet, zeitgleich wurden öffentliche Baderäume für die Bevölkerung eingerichtet. Die Grundschule und ein Kindergarten mit Kinderkrippe blieben bis 1967 im Gebäude.
In den weiteren Zeiten der DDR war im Gut das Forstamt Tangerhütte untergebracht. Ab Mitte 1970 zogen eine Poststelle, die Gemeindeverwaltung, das Bürgermeisteramt, die Gemeindeschwester, die Gemeindebibliothek und das Büro der LPG in das Gebäude.
Seit 2008 ist die gesamte Gutsanlage wieder in Privatbesitz, wurde saniert und wird von den Eigentümern bewohnt.Hans und Doris Maresch: Sachsen-Anhalts Schlösser, Burgen & Herrensitze. Husumer Verlagsgesellschaft, Husum 2015, ISBN 978-3-89876-776-7, S. 39.
Das Rittergut Birkholz ist heute Teil der Altmark Festspiele.
Gestaltung Das Herrenhaus des Rittergutes ist ein lang gestreckter, zweigeschossiger Putzbau von 15 Achsen mit Halbwalmdach und abgewalmten Ziergauben. Der vorgelagerte Eingangsvorbau mit flankierenden Halbsäulen wurden vermutlich um 1850 erbaut. Der Gutshof war früher, wie in der Altmark üblich, auf allen Seiten von einem ca. 4 m breiten Wassergraben umgeben und war nur über Brücken zugänglich.
Literatur Folkhard Cremer, Tillman von Stockhausen: Birkholz. In: Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 105. Brita von Götz-Mohr: Birkholz. In: Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt. Heft 16, Hrsg. Deutsche Gesellschaft. Berlin/Stendal 2018, ISBN 978-3-941675-88-9. Dr. Suender-Gass.: Schlösser und Herrenhäuser – Landkreis Stendal Altmark. Hrsg. Landkreis Stendal (Amt für Wirtschaftsförderung), Stendal/Bismark/Poritz 1998. WorldCat Henrike Freifrau v. Speßhardt: Das Rittergut als Kulturort. In: Dorothee Gräfin von Walderdorff: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang 65, Nr. 8 (Titelthema), Hrsg. Christian von Flotow, Kirchbrak 15. August 2026, , S. 21–24.
Weblinks Familienverband v. Bismarck: Birkholz Altmark-Festspiele: Gutshaus Birkholz Gutshaus-Birkholz.de.: Gutshaus Birkholz. Ein Preussischer Herrensitz der Familie von Bismarck
Einzelnachweise
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