rahmenlos|rechts|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.8|Unterschrift Karla Grosch (1904–1933) Maria Augusta Ilse Eva Karla Grosch kurz Karla Grosch (* 1. Juni 1904 in Weimar; † 8. Mai 1933 in Tel Aviv, Palästina) war eine deutsche Gymnastiklehrerin und Tänzerin.
Leben Maria Augusta Ilse Eva Karla Grosch wurde am 1. Juni 1904 in Weimar als dritte Tochter des Weimarer Mechanikers, Lampenproduzenten und Stadtrats Rudolf Grosch und seiner zweiten Ehefrau Dora Hermine (geb. Schmidt) (* 30. November 1869; † 21. September 1931) geboren. Karla hatte eine ältere Schwester Dora Anna Rosa Lina Paula (* 24. April 1903; † 4. November 1993 in Vöcklabruck), kurz Paula Grosch, die auch unter ihrem Spitznamen »Ju« bekannt war. Die erstgeborene Schwester Lina (* 22. Dezember 1901; † 23. Juli 1902) verstarb im Alter von 7 Monaten.
Ausbildung bei Gret Palucca Im Jahr 1921 trat sie in die neu gegründete Schule von Gret Palucca in Dresden ein. Um 1923 absolvierte sie eine Lehre als Holzbildhauerin in Weimar.
Am Bauhaus Im Jahr 1928 kam sie neben Gunta Stölzl als zweite Lehrerin an das Bauhaus in Dessau, wo sie als Gymnastiklehrerin für die Schülerinnen fungierte, initiiert wurde die Einführung des Sportunterrichts durch den neuen Bauhausdirektor Hannes Meyer. Zudem wirkte sie als Tänzerin in der Bühnenklasse unter Oskar Schlemmer mit. Ihre Auftritte im Metall Tanz und Glas Tanz im Jahr 1929 wurden von T. Lux Feininger und Rorbert Binnemann in Fotografien festgehalten. Generell ist Grosch in vielen Fotoaufnahmen aus dem Bauhaus dokumentiert, darunter auch ein Pressefoto der Zeitschrift Die Woche aus dem Jahr 1930, in dem sie als das „typische Bauhausmädel“ porträtiert wurde.
Das Geheimnis des Bildes Glas-Fassade Das Werk Glas-Fassade von Paul Klee aus dem Jahr 1940 birgt ein Geheimnis, hier gibt es ein zweites Bild auf der Rückseite mit dem Titel Mädchen stirbt und wird sein. Dazu gab Klee in seinem Werkverzeichnis an, das sein Bild Unfall die Vorskizze für dieses Bild war. Eine mögliche Deutung des Bildes legt die Vermutung nah, dass Klee das Bild als Erinnerung an Karla Grosch malte. Paul Klee kannte Karla Grosch persönlich sehr gut, da sie kurze Zeit die Freundin seines Sohnes Felix war; ab September 1928 bis 1930 bezog sie als Haustochter ein Zimmer in seinem Meisterhaus in Dessau. Sie war so eng mit Paul Klee und seiner Ehefrau Lily befreundet, dass das Ehepaar sogar darüber nachdachte, sie zu adoptieren.
Nach der Trennung von ihrem Freund Felix Klee blieb sie weiterhin sehr eng mit dem Ehepaar Klee verbunden und wurde sogar in familiären Angelegenheiten der Klees mit einbezogen. Wenn einer der Eheleute unterwegs war, wohnte sie zeitweise in Felix’ alter Wohnung und leistete Lily oder Paul Gesellschaft.
Ende ihre Lehrtätigkeit und Emigration Karla Groschs Lehrtätigkeit endete Ende September 1932 mit der Schließung des Bauhauses in Dessau. Im Frühling 1933 emigrierte sie mit ihrem österreichischen Verlobten Franz Aichinger (* 4. April 1909 in Vöcklabruck; † 5. Juli 1983 ebenda) nach Palästina, er hatte am Bauhaus bei Hannes Meyer und Mies van der Rohe Architektur studiert.
Kurz nach ihrer Ankunft starb die schwangere Karla Grosch im Alter von 28 Jahren bei einem Badeunfall. Am 9. Mai 1933 fand sie ihre letzte Ruhestätte auf dem Deutschen Friedhof in Sarona bei Tel Aviv.
Das Familiengrab Grosch mini|Grabmal der Familie von Rudolf Grosch Die Grabstätte der Familie von Rudolf Grosch auf dem Historischen Friedhof Weimar nennt ihren Namen nicht auf der Grabplatte an der Wand, sondern in einer vertieften Inschrift unmittelbar darunter. Sie wurde von der Schwester Paula Grosch (1903–1993) in den 1930er-Jahren veranlasst.
Literatur und Publikationen
Karla Grosch. In: Patrick Rössler, Elizabeth Otto: Frauen am Bauhaus. Wegweisende Künstlerinnen der Moderne. Knesebeck, München 2019, ISBN 978-3-95728-230-9, S. 121–126.
Weblinks
Frauen am Bauhaus Karla Grosch (1904–1933) auf www.bauhaus-bookshelf.org Karla Grosch. 1928–1932 Lehrende am Bauhaus. bei bauhauskooperation.de Karla Grosch auf Design is fine Seraina Graf: Karla Grosch – Eine Spurensuche. In: Zwitscher-Maschine. Journal on Paul Klee / Zeitschrift für internationale Klee-Studien. Heft 5, 2018, S. 17–46. MoMa – Hilde Hubbuch: Foto von Karla Grosch und Franz Bobby Aichinger
Einzelnachweise
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