mini|Informations- und Gedenktafeln am ehemaligen Standort der Synagoge (2019) Die Synagoge in Bad Godesberg (bis 1925 Godesberg), einem heutigen Stadtbezirk von Bonn, wurde 1849/50 erbaut und 1938 von den Nationalsozialisten zerstört. Sie befand sich an der Oststraße (bis 1892 SynagogengasseAdress-Buch für Godesberg, Plittersdorf und Rüngsdorf nebst Straßenskizze. Verlag von Emil Strauss, Godesberg 1890, S. 41. (online)) im Godesberger Zentrum.

Seit dem 17. Jahrhundert lassen sich in Godesberg einzelne jüdische Familien nachweisen. Spätestens seit 1812 wurde von der jüdischen Gemeinde ein Betraum in einem Privathaus genutzt, bevor 1849/50 das eigene schlichte Synagogengebäude in der damaligen Judengasse entstand.Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 146. Das Grundstück für seinen Bau wurde von Abraham Leudesdorf, einem Schochet und späteren Mitglied des Godesberger Gemeinderats, gestiftet.epidat – epigraphische Datenbank: Awraham ben David Leudesdorf, Steinheim-InstitutHans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 149, Anm. S. 171. Die Einweihung der Synagoge erfolgte im August 1850.Informationstafel (Wikimedia Commons) des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V. Es handelte sich um einen eingeschossigen Bau mit Satteldach, der über einen 42 m² großen Innenraum mit 90 Plätzen und einer Frauenempore, einen Vorraum mit dem Eingang an der West- sowie einen Anbau für den Thoraschrein an der OstseiteMichael Brocke, Meier Schwarz (Hrsg.): Feuer an dein Heiligtum gelegt: zerstörte Synagogen 1938 Nordrhein-Westfalen. Erarbeitet vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte. Verlag Kamp, Bochum 1999, ISBN 3-89709-200-X, S. 23. verfügte und in einem eng bebauten Gelände über die (später festgestellte) Fluchtlinie hinausragte.Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 152–154. 1885 stellte die Synagogengemeinde einen Antrag auf Einbau eines Schornsteins, 1902 erhielt sie eine Bauerlaubnis für eine teilweise mit Eisengitter versehene Einfriedung des Grundstücks.

Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge am Nachmittag des 10. November durch Brandstiftung zerstört und die Reste 1939 abgetragen.Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 163/164. Seit dem 4. September 1985 erinnert an der Südseite der Oststraße, angebracht an der rückwärtigen Mauer des Grundstücks Koblenzer Straße 23, eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge.Martin Stankowski, Ulrike Puvogel: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein (=Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Band 1). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 502.Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 165. Es sind nur wenige Ansichten und Zeichnungen des Gebäudes erhaltenAltes Foto zeigt vermutlich abgebrannte Godesberger Synagoge, General-Anzeiger, 7. November 2017; ihr ehemaliger Standort (frühere Adresse: Oststraße 7Einwohnerbuch der Bürgermeisterei Godesberg 1927/28. Druck und Verlag Jean Schneider, Godesberg 1927, S. 101. (online)) liegt im rückwärtigen Bereich des heutigen Grundstücks Koblenzer Straße 19–21.Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. S. 152.

Literatur Hans Kleinpass: Zur Geschichte der ehemaligen Synagogen in Godesberg und Mehlem. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e.V., , Band 25 (1987), Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Bad Godesberg 1988, S. 146–173. Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil I. Regierungsbezirk Köln (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Band 34.1). Köln 1997, ISBN 3-7616-1322-9, S. 486–488. Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. 3 Bände. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08035-2. (jüdische-gemeinden.de).

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