Mikolin ( Nikoline) ist eine Ortschaft in Polen in der Gemeinde Lewin Brzeski im Powiat Brzeski der Woiwodschaft Opole.
Geographie Geographische Lage Mikolin liegt im Westen der Woiwodschaft Opole und damit auch im Westen der historischen Region Oberschlesien. Der Ort liegt etwa neun Kilometer nordöstlich vom Gemeindesitz Lewin Brzeski (Löwen), 24 Kilometer südöstlich von der Kreisstadt Brzeg (Brieg) und 25 Kilometer nordwestlich von der Woiwodschaftshauptstadt Opole.
Mikolin liegt in der Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene) am Rande der Pradolina Wrocławska (Breslauer Urstromtal) hin zur Równina Niemodlińska (Falkenberger Ebene). Das Dorf liegt am linken Ufer der Oder. Westlich des Dorfes fließt die Nysa Kłodzka (Glatzer Neiße). Durch den Ort verläuft die Woiwodschaftsstraße Droga wojewódzka 458.
Ortsteile Zu Mikolin gehört der Weiler Piaski (Sandvorwerk).
Nachbarorte Nachbarorte von sind Norden Klink (poln. Popielowska Kolonia), im Osten Golczowice (Golschwitz), im Süden Skorogoszcz (Schurgast) und im Westen Wronów (Frohnaut).
Geschichte mini|links|Karte von 1939 mini|Schloss Nikoline mini|Denkmal für Soldaten der sowjetischen Armee mini|Mausoleum Mikolin wurde 1532 erstmals als Nicklyn erwähnt. Die Gegend war bereits um 1000 v. Chr. besiedelt. Bei Ausgrabungen nahe des Dorfes wurden Urnengräberfelder gefunden.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Nikoline mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1771 wurde vom Gutsherrn von Sauer das Schloss Nikoline erbaut. An gleicher Stelle stand im Mittelalter die Niklasburg.
Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Nikoline ab 1816 zum Landkreis Falkenberg O.S. im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, ein Vorwerk, eine Kapelle, eine evangelische Schule, eine Ziegelei, eine Brauerei, eine Brennerei, eine Fähranlegestelle und 58 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Nikoline 420 Menschen, davon 33 katholisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 444. 1855 lebten im Ort 433 Menschen. 1865 zählte der Ort 14 Bauer-, 17 Gärtner- und 16 Häuslerstellen. Die evangelische Schule wurde im gleichen Jahr von 83 Schülern besucht.Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1159. 1874 wurde der Amtsbezirk Nicoline gegründet, welcher aus den Landgemeinden Golschwitz, Nicoline und Sowade und den Gutsbezirken Golschwitz und Nicoline bestand. 1880 wurde der Amtsbezirk wieder aufgelöst und dem Amtsbezirk Schloss Schurgast zugeordnet.Territorial Amtsbezirk Nicoline/Schloss Schurgast 1885 zählte Nikoline 129 Einwohner.AGOFF Kreis Falkenberg O.S.
1933 hatte Nikoline 337 Einwohner. 1934 wurde der Fährbetrieb in Nikoline eingestellt, nachdem eine Betonbrücke über die Oder nördlich des Dorfes erbaut wurde. Am 28. Juli 1936 wurde der Ortsname in Niklasfähre geändert. 1939 zählte der Ort 342 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Falkenberg O.S.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde am 20. Januar 1945 wurde die Oderbrücke gesprengt. Dennoch rückte die Rote Armee am 27. Januar 1945 im Dorf ein.Heimatverein des Kreises Falkenberg O/S: Heimatbuch des Kreises Falkenberg in Oberschlesien. Scheinfeld, 1971. S. 217–218 Danach kam der Ort an Polen, wurde in Mikolin umbenannt und der Woiwodschaft Breslau zugeordnet. Die verbliebene deutsche Bevölkerung wurde im Juni 1946 vertrieben. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole, 1999 zum Powiat Brzeski.
Sehenswürdigkeiten Das Schloss Nikoline wurde 1771 für Johann Friedrich von Sauer erbaut. Der Bau besitzt architektonische Elemente des Spätbarocks und des Rokokos. Das eingeschossige Rechteckgebäude besitzt einen Mansardendach und in der Mittelachse ein Flachrisalit mit Korbbogenportal, Terrasse und Freitreppe. Die Innenräume sind dekoriert mit Rokokostuckarbeiten. Weiterhin sind im Inneren Kamine, Tischlerarbeiten und das Parkett erhalten. Das Gebäude steht heute leer und verfällt.Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 615. In direkter Nachbarschaft befinden sich die 1781 erbaute Schlosskapelle. Der rechteckige Saalbau besitzt im Inneren ein Kreuzrippengewölbe sowie eine wellenförmige Außenfassade. Bekrönt ist die Kapelle mit einem Giebelturm, welcher wiederum mit einem Zwiebelturm versehen wurde. Die Kapelle befindet sich ebenfalls in einem ruinösen Zustand und wird derzeit nicht genutzt. Der im Westen angrenzende Landschaftspark besitzt zwei Teiche. Nordöstlich des Dorfes liegt an der Oder im Feld das Denkmal für Soldaten der sowjetischen Armee. Es wurde 1945 errichtet und wurde in Anlehnung an eine Rostra errichtet. Mausoleum für Jan Frederik von Sauer Alter Friedhof mit erhaltenen deutschen Gräbern
Vereine Fußballverein LZS Odra Mikolin
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Einzelnachweise
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