mini|Reichspostamtsflagge 1892–1919

Das Reichspostamt war eine oberste Reichsbehörde im Deutschen Kaiserreich, die sich federführend mit der Leitung der Reichspost befasste.

Zuständigkeit Im Reichskanzleramt waren zuvor die Abteilung I für das Postwesen und die Abteilung II für das Telegraphenwesen zuständig. Diese wurden zum 1. Januar 1876 zusammengefasst und in eine eigenständige Reichsbehörde unter Leitung eines Generalpostmeisters überführt, welche wiederum 1880 zum Reichspostamt weiterentwickelt wurde, dem ein Staatssekretär vorstand. Mit Einschränkungen fungierte es ab 1902 zudem als Baubehörde des Deutschen Reiches.Dorothea Zöbl: Zur Vorgeschichte der Reichsbaudirektion in Kaiserreich und Weimarer Republik. In: Die Verwaltung. 32. Band, 1999, S. 512–515.

In der Weimarer Republik wurden die Aufgaben des Reichspostamtes im Wesentlichen vom Reichspostministerium übernommen, mit den Bauangelegenheiten wurde die neu geschaffene Reichsbaudirektion betraut.Dorothea Zöbl: Zur Vorgeschichte der Reichsbaudirektion in Kaiserreich und Weimarer Republik. In: Die Verwaltung. 32. Band, 1999, S. 515–518.

Gebäude

mini|Heute ist im Gebäudekomplex das Museum für Kommunikation Berlin untergebracht, Leipziger Str. 16. mini|Ein Stich des Gebäudes nach C. Frenzel war mehrfach Motiv einer von 1900 bis 1920 erschienen Briefmarkenserie.

Das neue Dienstgebäude des GeneralpostamtsDas Generalpostamt als Schaltstelle der Deutschen Reichspost wurde von 1871 bis 1874 nach Plänen des Architekten Regierungsbaurat Carl Schwatlo errichtet. Die kaiserliche Postverwaltung hatte dazu vom Kaufmann Siegfried Lövinsohn das Grundstück Leipziger Straße 15 in Berlin zwischen der Mauerstraße und Wilhelmstraße für 227.125 Taler (681.375 Mark) erworben (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund  Millionen Euro). Das Grundstück lag mit 33,75 Metern an der Straßenfront, in seinem rückwärtigen Teil war es 44,5 Meter breit und über 100 Meter tief; die Grundsteinlegung wurde am 4. Juni 1872 gefeiert. Der Bau war an der Straßenseite drei- und im rückliegenden Teil viergeschossig. Die Baukosten betrugen 765.000 Taler. Bebaut wurden 2.940 Quadratmeter.Kaiserliches General-Postamt in Berlin. In: Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen, Jahrgang 1875 (PDF) Seite 35–40. (Detailzeichnungen zur Innenaufteilung und zur Fassade) Neben der Dienstwohnung des Generalpostdirektors Heinrich von Stephan befand sich in dem dreigeschossigen Gebäude zunächst auch das Postmuseum. Für dieses wurde 1893 bis 1898 ein monumentaler Erweiterungsbau nach einem Entwurf von Ernst Hake ausgeführt. Während das Generalpostamt, Leipziger Str. 15, im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde, restaurierte man das ebenfalls stark beschädigte Reichspostmuseum und eröffnete es im Jahr 2000 als Museum für Kommunikation....einfach würdiger Styl!: Vom Reichspostmuseum zum Museum für Kommunikation Berlin. Kataloge der Museumsstiftung Post und Telekommunikation 6, Umschau/Braus, Heidelberg 2000, ISBN 3-926318-88-0.

Amtsleitung Staatssekretäre des Reichspostamtes Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Heinrich von Stephan 18801 1897 Victor von Podbielski 1897 1901 Reinhold Kraetke 1901 1917 Otto Rüdlin 1917 1919 1 bereits seit 1870 als Generalpostdirektor Chef der Postverwaltung des Norddeutschen Bundes und ab 1871 der gesamten Reichspostverwaltung, seit 1876 Generalpostmeister des Kaiserlichen General-Postamtes; ab 23. Februar 1880 dann als Staatssekretär Leiter der neuen Behörde

Weblinks

Einzelnachweise

Postamt Kategorie:Reichspost Kategorie:Postgeschichte (Deutschland) Kategorie:Berliner Postgeschichte Kategorie:Postgebäude in Berlin Kategorie:Leipziger Straße (Berlin) Kategorie:Behördengründung 1876 Kategorie:Aufgelöst 1919