Der Scheidgraben ist ein Entwässerungskanal im Norden des Ortenaukreises und im Süden des Landkreises Rastatt. Er entsteht bei der Gemeinde Sasbach und mündet nach rund 20 Kilometer Lauf durch die Oberrheinische Tiefebene bei Rheinmünster-Stollhofen von rechts und Osten in den Rheinniederungskanal.

Geographie Verlauf Der Scheidgraben entsteht unter dem lokalen Namen Fuchsgraben in den Feuchtwiesen einer Talrinne in den Vorbergen des Nordschwarzwalds, die auf dem Gebiet der Gemeinde Sasbach zwischen den Gewannen Schänzel und Eichelsberg liegt. Nördliche bis nordwestliche Richtung einschlagend und in der topographischen Karte als nur zeitweise wasserführend ausgewiesen, fließt der Fuchsgraben für gut 700 Meter durch ein Gebiet, das überwiegend zum Obstanbau genutzt wird. Im folgenden Abschnitt trennt der Fuchsgraben die bebauten Gebiete der Stadt Achern am linken und der Gemeinde Sasbach am rechten Ufer.

Nach knapp 300 Meter Parallellauf zur Rheintalbahn (Karlsruhe–Offenburg) unterquert der Fuchsgraben die Bahnstrecke und die parallel verlaufende Bundesstraße 3 und verläuft dann am Rand eines Gewerbegebiets von Sasbach zu einem gestalteten Biotop mit einem Weiher.

Ab dem Weiher ist der Fuchsgraben in der topographischen Karte als dauerhaft wasserführend ausgewiesen und durchfließt ein überwiegend zum Ackerbau genutztes Gebiet. Nach der Unterquerung der Kreisstraße 3572 (Sasbachried–Großweier) folgt der Graben auf rund 1,5 Kilometer der Landesstraße 87a (Achern–Unzhurst), ehe er nach rechts abknickt und für rund 700 Meter nach Nordosten fließt. Dabei nähert sich der Fuchsgraben seinem rechten Nachbargewässer, dem hier als Sasbach-Flutkanal bezeichneten Sasbach, bis auf knapp 300 Meter an. Richtung Norden fließend, durchquert der Fuchsgraben in Höhe der Kreisstraße 3750 (Ottersweier–Unzhuerst) das kleine Waldgebiet Allmend.

Nördlich der Allmend fließt dem Fuchsgraben von rechts der Verbindungsgraben Rossstapfen zu, ein Abzweig des Laufbachs. Ab der Einmündung als Roßstapfengraben bezeichnet, fließt das Gewässer Richtung Westnordwest, kreuzt die Bundesautobahn 5 (Karlsruhe–Offenburg) und durchquert das bebaute Gebiet von Unzhurst. Am Ortsrand von Unzhurst unterquert der Roßstapfengraben den Acherner Mühlbach in einem Düker. Rund 600 Meter unterhalb des Dükers knickt der Roßstapfengraben an dem kleinen Waldgebiet Seebusch nach rechts und Norden ab.

Am Aussiedlerhof Regenmattenhof mündet von links das Schwarzwasser, mit 9,4 Kilometer der längste Zufluss des Scheidgrabens, der am Stadtrand von Achern entsteht. Oberhalb und unterhalb der Schwarzwasser-Mündung passiert der Scheidgraben eine landwirtschaftlich genutzte Exklave der rund 9 Kilometer südöstlich gelegenen Gemeinde Lauf oder bildet deren Grenze. Eine weitere, sich nördlich anschließende Exklave gehört zur Gemeinde Sasbach.

Südöstlich von Bühl-Moos unterquert der Scheidgraben ein zweites Mal den Acherner Mühlbach; an die Gewässerkreuzung schließt sich die Brücke der Landesstraße 87a (Unzhurst–Moos) an. Ungefähr 200 Meter östlich des bebauten Gebiets von Moos verlaufend, kreuzt der Scheidgraben nordöstlich des Ortes die Bahnstrecke Bühl–Stollhofen der früheren Mittelbadischen Eisenbahnen (MEG), die heute nur noch im Güterverkehr bedient wird, sowie die Landesstraße 78 von Moos nach Oberbruch. Nördlich der Straßenbrücke verläuft der Scheidgraben für knapp einen Kilometer und mit zum Teil weniger als 100 Meter Abstand ungefähr parallel zum Acherner Mühlbach. Nach der Unterquerung der Landesstraße 85 (Oberbruch–Schwarzach) passiert der Graben zwei teilweise feuchte Wälder, die Muhrenger und den Niederwald.

In Höhe des Niederwaldes mündet von rechts der Sandbach-Flutkanal, der in Bühl-Vimbuch vom Sandbach abzweigt und den Hochwasserrückhalteraum Abtsmoor mit einem gewöhnlichen Hochwasserrückhalteraum von 2,2 Millionen Kubikmeter passiert.

Ab der Mündung des Flutkanals wendet sich der Scheidgraben Richtung Nordwesten bis Westnordwest; dabei verläuft er ungefähr parallel zum Laufbach und zu dessen Vorfluter, dem Sasbach, der hier den lokalen Namen Sulzbach trägt. Der Scheidgraben passiert zusammen mit dem Sulzbach den südlichen Ortsrand von Rheinmünster-Stollhofen; dabei liegt der Wasserspiegel des Sulzbachs höher als der des Scheidgrabens. Zwischen dem Acherner Mühlbach in Schwarzach und dem Sulzbach bei Stollhofen besteht die Querverbindung Kanalbach, der bei Stollhofen den Scheidgraben auf einem Aquädukt überquert. Oberhalb der am Sulzbach gelegenen ehemaligen Stadtmühle von Stollhofen kann Wasser vom Sulzbach zum Scheidgraben über eine ebenfalls Sulzbach genannte Querverbindung fließen.

In Höhe von Stollhofen wird der Scheidgraben von der Landesstraße 75, der früheren Bundesstraße 36 von Rastatt nach Kehl, gekreuzt. Der Scheidgraben mündet knapp einen Kilometer westlich von Stollhofen von rechts und Osten in den Rheinniederungskanal, der nach knapp 17 Kilometern bei Wintersdorf von rechts in den Rhein mündet.

Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Lokale Gewässernamen, Gewässerlänge, Seefläche und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Erfasst sind alle im Amtlichen Digitalen Wasserwirtschaftlichen Gewässernetz (AWGN) enthaltenen Gewässer im Einzugsgebiet des Scheidgrabens gemäß AWGN-Definition.

Ursprung des Scheidgrabens unter dem lokalen Namen Fuchsgraben auf etwa am Eichelsberg südlich von Sasbach. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa einen Weiher in einem gestalteten Biotop nordwestlich des Gewerbegebiets Sasbach West, etwa 0,38 ha. Rechts ein kleineres Stillgewässer, etwa 0,03 ha. Muhrgraben, von rechts auf etwa beim Gewann Neuläng westlich des Weilers Walzfeld (zu Ottersweier), 2,0 km. Entsteht auf etwa im Gewann Götzig westlich von Sasbachried.mini|Brücke und Stauschütz am Fuchsgraben unterhalb der Einmündung des Muhrgrabens class=noviewer|10px Am rechten Ufer auf etwa angelegte Tümpel in einer Wiesenbrache zwischen den Gewannen Stockmatt und Viertel, etwa 0,3 ha. Verbindungsgraben Rossstapfen, von rechts auf etwa an der Autobahn beim Gewann Rossstapfen, 0,5 km. Entsteht auf etwa als Abzweig des Laufbachs nördlich des Weilers Breithurst (zu Ottersweier-Unzhurst). ↓ (Heißt laut AWGN ab der Einmündung des Verbindungsgrabens Rossstapfengraben, in der Topographischen Karte bereits oberhalb der Einmündung der Name Rossstapfengraben.) ☓ (Unterquert auf etwa zwischen den Dörfern Unzhurst und Zell (beide zu Ottersweier-Unzhurst) den Acherner Mühlbach.) Schwarzwasser, von links auf etwa bei den Ruselsmatten nordwestlich des Aussiedlerhofs Regenmattenhof, 9,4 km. Entsteht auf etwa auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Achern nordwestlich des Gewerbegebiets Achern Mitte West. class=noviewer|10px Am rechten Ufer auf etwa ein Teich im Gewann Abbruch, etwa 0,07 ha.mini|Achernsee, Blickrichtung Osten class=noviewer|10px Am linken Ufer auf etwa der Baggersee Achernsee bei der Autobahnanschlussstelle Achern, etwa 10,2 ha. class=noviewer|10px Am linken Ufer auf etwa der Baggersee Habersee südöstlich von Achern-Gamshurst, etwa 15,3 ha. class=noviewer|10px Links auf etwa der Baggersee Risisee zwischen Habersee und Gamshurst, etwa 2,9 ha. class=noviewer|10px Am rechten Ufer auf etwa der Baggersee Sentigsee (Am Schwarzwasser), etwa 2,7 ha. Großweierer Dorfbach, von rechts auf etwa südlich des Weilers Litzloch (zu Gambshurst), 2,5 km. Entsteht ab Abzweig des Acherner Mühlbachs auf etwa bei den Altmatten südlich von Achern-Großweier, durchfließt Großweier zum Teil verdolt, zum Teil parallel zum Mühlbach. Stockmattengraben, von rechts auf etwa zwischen den Stock- und den Steinbachmatten südwestlich von Unzhurst, 0,7 km. Entsteht als Abzweig des Acherner Mühlbachs auf etwa südlich von Unzhurst beim Gewann Huschfeld. → (Abgang des Stöckermattengrabens) nach rechts auf etwa zwischen den Steinbach- und den Stöckermatten, 1,4 km. Unterquert beim Gewann Mühlstück auf etwa den Acherner Mühlbach und mündet auf etwa im Dorf Oberwasser (zu Unzhurst) von links in den Alten Fuchsgraben, der nach wenigen Metern unterhalb der Mühle von Oberwasser von rechts dem Acherner Mühlbach zufließt. → (Abgang des Zweigarms Fünfheimburger Waldgraben) nach links auf etwa zwischen den Stock- und den Steinbachmatten südwestlich von Unzhurst, siehe unten. class=noviewer|10px Rechts auf etwa der Baggersee bei der Muhrsiedlung, etwa 1,04 ha. class=noviewer|10px Links zwischen Schwarzwasser und den Aussiedlerhöfen Muhrsiedlung auf etwa 2 Teiche, etwa 0,14 ha. Prä, von rechts auf etwa am Nordrand des Walddistrikts Muhr, 1,7 km. Entsteht auf etwa am Südrand des Walddistrikts Muhr unweit des Baggersees bei der Muhrsiedlung. ← (Rücklauf des Fünfheimburger Waldgrabens), von links auf etwa südwestlich des Regenmattenhofs, 5,3 km. Entsteht auf etwa zwischen den Stock- und den Steinbachmatten südwestlich von Unzhurst als Abzweig des Schwarzwassers, siehe oben. (Graben vom Litzlocher Wäldele), von links auf etwa bei den Rossmatten südöstlich des Weilers Michelbuch (zu Gamshurst), 1,3 km. Entsteht auf etwa im Gewann Litzlocher Wäldele nördlich des Weilers Litzloch. (Graben vom Sefel), von links auf etwa im Gewann Birkmatt, 0,4 km. Entsteht auf etwa beim Gewann Sefel östlich von Gamshurst. (Graben vom Lochel), von links auf etwa bei den Rossmatten südöstlich des Weilers Michelbuch, 1,2 km. Entsteht auf etwa beim Gewann Lochel östlich von Gamshurst. (Graben von den Niedermatten), von links auf etwa westlich des Weilers Michelbuch, 1,4 km. Entsteht auf etwa in den Niedermatten am westlichen Ortsrand von Gamshurst. → (Abgang des Grabens vom Striet) nach links auf etwa beim Gewann Striet nordöstlich des Weilers Michelbuch, 0,6 km. Mündet auf etwa von rechts in die Acher (auch Feldbach) nördlich des Gewanns Gaukhurst. → (Abgang des Schwarzwassers) nach links auf etwa südlich der Aussiedlerhöhe Benshurst am Rand des Waldgebiets Eschig, 6,2 km. Mündet auf etwa in der Stadt Lichtenau von rechts in die Acher. Prinzipalwiesengraben, von rechts auf etwa am Ostrand des Waldgebiets Eschig, 1,8 km. Entsteht auf etwa in den Muhrmatten bei den Aussiedlerhöfen Muhrsiedlung. class=noviewer|10px Rechts auf etwa ein Teich bei den Aussiedlerhöfen Muhrsiedlung, etwa 0,17 ha. ↓ (lokaler Name des Schwarzwassers ab der Einmündung des Fünfheimburger Waldgrabens: Scheidgraben) ↓ (lokaler Name des Scheidgrabens ab der Einmündung des Schwarzwassers: Scheidgraben) mini|Stauschütz am Scheidgraben südlich von Bühl-Moos class=noviewer|10px Links auf etwa der Baggersee Moos südlich von Bühl-Moos, etwa 1,76 ha. ☓ (Unterquert auf etwa südöstlich von Moos den Acherner Mühlbach.) Niederwaldgraben, von links auf etwa im Gewann Grabenort, 1,4 km. Entsteht auf etwa beim Gewann Kochsweiher unweit des Acherner Mühlbachs. Sandbach-Flutkanal (lokaler Name: Vorflutgraben Abtsmoor), von rechts auf etwa im Gewann Grabenort, 6,0 km. Entsteht auf etwa als Abzweig des Sandbachs im Norden von Bühl-Vimbuch. ☓ (Überquert den Vimbucher Dorfbach (auch Rohrgraben) auf etwa nördlich von Vimbuch.) ☓ (Überquert den Sulzbach genannten Unterlauf des Sasbachs auf etwa nordöstlich von Bühl-Oberbruch.) ↓ (lokaler Name ab Eintritt in das Abtsmoor: Vorflutgraben Abtsmoor). Durchfließt den nicht dauereingestauten Hochwasserrückhalteraum Abtsmoor mit einem gewöhnlichen Hochwasserrückhalteraum von 2,2 Millionen m³.mini|Hochwasserentlastungsanlage des Rückhalteraums Abtsmoor. → (Hochwasserentlastungsanlage im Westen des Abtsmoors auf etwa im Gewann Wolfshag.) → (Einer der beiden Grundauslässe im Norden des Rückhaltebeckens auf etwa bei den Kirschschollenmatten zu einem namenlosen Graben, der sich am nördlichen Damm des Rückhaltebeckens entlangzieht und westlich von Leiberstung in den Sulzbach mündet.) Passiert auf etwa den Grundauslass im Südwesten des Rückhaltebeckens Abtsmoor im Gewann Untergrütt. ☓ (Unterquert den Laufbach auf etwa beim Gewann Grabenort).