Der Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik war ein von 1984 bis 2015 vergebener Literaturpreis. Der Preis, der jeweils ein essayistisches Lebenswerk oder ein herausragendes Einzelwerk ehrte, war mit 8000 Euro dotiert.
Der ab 1986 gleichzeitig vergebene, mit 4000 Euro dotierte Ernst-Robert-Curtius-Förder-Preis sollte jüngere Schriftsteller (unter 40 Jahren) fördern.
Geschichte mini|Golo Mann – der erste Träger dieser Auszeichnung, 1984 Beide Preise wollten den deutschsprachigen Essay, analog zum angelsächsischen und romanischen Sprachraum, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz als eigenständige literarische Kunstform fördern und durchsetzen. Die Preisvergabe orientierte sich neben sprachlichen Kriterien an den Gedanken des Romanisten Ernst Robert Curtius sowie den Kriterien des vereinten Europas und der Völkerverständigung innerhalb und außerhalb der deutschen Sprachgrenzen.
Stifter war ursprünglich der Buchhändler und Verleger Thomas Grundmann in Bonn; 2005 und 2007 wurden die Auszeichnungen von der Thalia Holding gemeinsam mit dem Stifter verliehen. Von 2009 bis 2015 war die „Universitätsgesellschaft Bonn – Freunde, Förderer, Alumni e. V.“ Träger der Auszeichnung.
Die Auszeichnungen wurden bis 2001 jährlich, seit 2003 alle zwei Jahre in der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität durch das Bonner Stadtoberhaupt überreicht. Der Jury gehörten Personen des öffentlichen Lebens, Politiker, Schriftsteller, das Bonner Stadtoberhaupt, der Rektor der Universität sowie der Stifter an.
2015 war die letzte Preisvergabe. Die Preisverleihung 2017 entfiel.Andreas Rossmann: Statt Europa. Curtius-Preis wird eingespart. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Dezember 2017, S. 11. Der Präsident der Universitätsgesellschaft teilte mit, dass die Mittel für das Jubiläum der Universität gebraucht würden.Dietmar Kanthak: Ende einer Institution. Bonner Curtius-Preis vor dem Aus. In: General-Anzeiger, 21. Dezember 2017.
Preisträger 1984: Golo Mann 1985: Kurt Sontheimer 1986: Hilde Spiel, Förderpreis (FP): Ulrich Holbein und Thomas Lautwein 1987: Wolf Jobst Siedler, FP: Uwe Schmitt 1988: François Bondy, FP: Walter van Rossum 1989: Friedrich Dürrenmatt, FP: Jens Jessen 1990: Hermann Lübbe, FP: Verena Lenzen 1991: Günter Kunert, FP: Norbert Hinterberger 1992: Werner Ross, FP: Jörg Lau 1993: Peter Sloterdijk, FP: Joachim Vogel 1994: Karl Dietrich Bracher, FP: Thomas Hettche 1995: Hubert Markl, FP: Michael Maar 1996: Odo Marquard, FP: Helmut Böttiger 1997: Hans Magnus Enzensberger, FP: Doron Rabinovici 1998: Rüdiger Safranski, FP: Franziska Augstein 1999: Hans-Peter Schwarz, FP: Florian Illies 2000: Günter de Bruyn, FP: Ulf Poschardt 2001: Hans Küng, FP: Christiane Florin 2003: Brigitte Hamann, FP: Adriano Sack 2005: Dieter Wellershoff, FP: Thomas Speckmann 2007: Silvia Bovenschen, FP: Felicitas von Lovenberg 2009: Richard Schröder, FP: Raoul Löbbert 2011: Aleida Assmann, FP: Timo Frasch 2013: Ulrich Raulff, FP: Adam Soboczynski 2015: Josef Isensee, FP: Philipp Felsch
Literatur
Weblinks auf den Seiten der Universität Bonn Curtius-Preis bei kulturpreise.de
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturpreis (Nordrhein-Westfalen) ! Kategorie:Erstverleihung 1984 Kategorie:Ehemalige Auszeichnung Kategorie:Curtius (Lübecker Familie)