250px|mini|alternativtext=Abgebildet ist ein Bronzekopf einer jungen Frau aus der Römerzeit. Dieser schaut leicht nach links. Die Haare sind kunstvoll frisiert und auf der Kopfoberseite hochgeflochten. Die Augenhöhlen sind nicht mit anderen Materialien eingelegt. Der Kopf weist auf der linken Seite und am Hinterkopf bereits in der Antike entstandene Schäden auf. Aufgrund des Alters, datiert wird in das erste oder zweite Jahrhundert, weist der Kopf Spuren grüner Patina auf. |Kopf der Rosmerta, Bronze, 1. oder 2. Jahrhundert, 1844 in Finthen bei Mainz gefunden, heute im Landesmuseum Mainz (Inv. Nr. R 631) mini|Figürliche Darstellung von Rosmerta (links) und Mercurius (rechts) aus Autun, Frankreich mini|Karte von verschiedenen Funden mit der Inschrift Rosmerta (rot), wie auch Cantismerta (grün) und Atesmerta (blau). Rosmerta ist eine keltische Göttin, die als Begleiterin des römischen Gottes Mercurius mit Heroldsstab (caduceus) sowie mit Geldbeutel, Opferschale (patera) und Füllhorn dargestellt wird. Sie wurde besonders im nordöstlichen Gallien verehrt.Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 280.

Mythologie Belegt ist die Funktion als Wohlstandsgöttin durch Inschriften von Statuen aus Gebieten, in denen sich die römische und gallische Götterwelt vermischten. Im Südwesten Deutschlands und in Frankreich sind mehrere Tempel und Standbilder der Rosmerta überliefert, darunter in Koblenz, Mainz-Finthen (siehe: Kopf der Rosmerta) und in Glanum (Provence). In Mainz ist eine Rosmerthastraße nach ihr benannt.

Eine Weiheinschrift aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde in Lezoux (Département Puy-de-Dôme) aufgefunden, wo sie offenbar mit der Göttin Rigani gleichgesetzt wird: e[…]ieuririgani rosmertiac („… dies weihte ich der Rigani und der Rosmerta“?). Möglicherweise wird hier Rigani aber auch als Beiname der Rosmerta verwendet („königliche Rosmerta“?).Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 278; Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 525.

Etymologie Rosmerta ist möglicherweise etymologisch mit Smertrios zu vergleichen, durch dieselbe indogermanische Wortwurzel *smeru („Fett“, „Mark“). Rosmerta könnte somit ro-smertā („die gut Eingeschmierte“) bedeuten. Das Einfetten einer Götterfigur war eine überlieferte Kulthandlung.Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 596. Verwandt ist das altirische Wort smertha („eingeschmiert“, „eingefettet“), siehe auch unser Wort „Schmer“ für Schmalz. Andere Sprachforscher leiten den Namen von indogermanisch *smer- („gedenken, sich erinnern, sorgen“) ab, wobei Smertrios dann „der Versorger“ wäre.Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 803–804.

Siehe auch Liste keltischer Götter und Sagengestalten

Literatur

Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.

Einzelnachweise

Kategorie:Keltische Gottheit Kategorie:Weibliche Gottheit Kategorie:Gallorömische Kultur Kategorie:Gallier