mini|Christiane Kuhl (2019) Christiane Katharina Kuhl (* 28. April 1966 in Bonn) ist eine deutsche Ärztin und Hochschullehrerin. Sie ist Universitätsprofessorin an der RWTH Aachen, wo sie den Lehrstuhl für Diagnostische und Interventionelle Radiologie hält und die gleichnamige Klinik des Universitätsklinikums Aachen als Direktorin leitet. Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Kuhl liegt auf der Diagnostik und bildgesteuerten Therapie von Tumorerkrankungen sowie der Brustkrebsdiagnostik. Kuhl ist seit Mai 2025 Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG, Fachgesellschaft für Medizinische Bildgebung und Bildgeführte Therapie)Univ.-Prof. Dr. med. Christiane Kuhl ist Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) Pressemitteilung der Uniklinik RWTH Aachen. Abgerufen am 18. Juli 2025 Abgerufen am 18. Juli 2025 sowie President Elect der European Society of Breast Imaging.

Werdegang Kuhl studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo sie im Dezember 1991 das Staatsexamen ablegte. Nach mehrjähriger wissenschaftlicher Arbeit an der Sektion MRT der Radiologischen Klinik der Universität Bonn promovierte sie 1994 mit „summa cum laude“ auf dem Gebiet der 31P-MR-Spektroskopie von neuromuskulären Erkrankungen.

Die Weiterbildung zum Facharzt absolvierte Kuhl zwischen 1992 und 1998 an der Bonner Universitätsklinik für Radiologie, unterbrochen von 1994 bis 1995 durch eine klinische Weiterbildung an der Klinik für Neurochirurgie. Die Anerkennung der Weiterbildung zum Radiologen erhielt sie 1999.

Nach Habilitation und Erteilung der Venia legendi im Jahr 1999 und einer Weiterbildung in allgemeiner und spezieller Neuroradiologie mit dem Erwerb der Zusatzbezeichnung Neuroradiologie wurde sie zur Oberärztin der Radiologischen Klinik der Universität Bonn und 2004 zur Leitenden Oberärztin befördert. Zugleich erhielt sie 2004 einen Ruf auf eine Universitätsprofessur (C3) für Onkologische Diagnostik und minimal-invasive Tumortherapie an der Universität Bonn, die sie bis zu ihrem Wechsel an die RWTH Aachen im Jahr 2010 innehatte. Von 2008 bis 2010 fungierte Kuhl als Prorektorin für Öffentlichkeitsarbeit und Internationales im Rektorat Jürgen Fohrmann der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.Radiologin Christiane Kuhl verlässt die Universität Bonn Pressemitteilung der Universität Bonn. Abgerufen am 10. November 2024.

Zwischenzeitlich erfolgte 2009 der Ruf auf den Lehrstuhl für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der RWTH Aachen, verbunden mit der Leitung der gleichnamigen Klinik, den Kuhl im März 2010 annahm. Seit dem 1. Mai 2010 ist sie Ordinaria für Radiologie an der RWTH Aachen.

Im gleichen Jahr erfolgte eine Anerkennung zum Ausbilder für das Gebiet der Interventionellen Radiologie gemäß der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR), Module A–D, sowie Erteilung der Weiterbildungsbefugnis für das Gesamtgebiet der Radiologie.

Ausdruck der internationalen Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist eine Vielzahl hochkarätiger Auszeichnungen und Preise, die ihr zuerkannt wurden, sowie ihre Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA wie auch in die Europäische Akademie der Wissenschaften ACADEMIA EUROPAEA.

Kuhl engagiert sich neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit in akademischen Gremien und Fachgesellschaften. Im Jahr 2023 wurde sie zur Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) gewählt und hat dieses Amt seit 2025 inne. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze dieser Fachgesellschaft, die seit über 120 Jahren besteht.

Die European Society of Breast Imaging EUSOBI hat Kuhl im Jahr 2024 zur künftigen Präsidentin (President Elect) für die Amtszeit 2026–2028 gewählt. Kuhl ist seit 2011 Teil des Executive Boards dieser Fachgesellschaft.

Wissenschaftliche Tätigkeit Kuhl ist Autorin wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die sich weit überwiegend mit der Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen befassen. Hier hat sie grundlegende, viel zitierte Arbeiten verfasst, die insbesondere die Diagnostik und Früherkennung des Mammakarzinoms nachhaltig geprägt haben. Das Besondere an ihrem klinisch-translational angelegten Wirken ist, dass die von ihr erarbeiteten Vorgehensweisen, Techniken, Interpretationskriterien und Einsatzmöglichkeiten der MRT unmittelbar in die klinische Patientenversorgung überführt werden konnten (s. o.). Die hohe klinische Relevanz ihrer Forschungsergebnisse zeigt sich auch daran, dass sie nicht nur in radiologischen Fachzeitschriften publiziert hat, sondern ebenso in übergeordneten wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie dem Journal of Clinical Oncology (JCO)Kuhl et al. Mammography, breast ultrasound, and magnetic resonance imaging for surveillance of women at high familial risk for breast cancer. Abgerufen am 13. Januar 2026.Kuhl et al. Prospective Multicenter Cohort Study to Refine Management Recommendations for Women at Elevated Familial Risk of Breast Cancer: The EVA Trial. Abgerufen am 13. Januar 2026.Kuhl et al. Abbreviated Breast Magnetic Resonance Imaging (MRI): First Postcontrast Subtracted Images and Maximum-Intensity Projection-A Novel Approach to Breast Cancer Screening With MRI. Abgerufen am 13. Januar 2026.Kuhl. Predict, Then Act: Moving Toward Tailored Prevention. Abgerufen am 13. Januar 2026.Kuhl et al. Imaging in Locoregional Management of Breast Cancer. Abgerufen am 13. Januar 2026., dem The New England Journal of Medicine (NEJM)Lehman, Gatsonis, Kuhl et al. MRI evaluation of the contralateral breast in women with recently diagnosed breast cancer. Abgerufen am 13. Januar 2026., The LancetKuhl et al. MRI for diagnosis of pure ductal carcinoma in situ: a prospective observational study. Abgerufen am 13. Januar 2026., The Lancet OncologyKuhl. Underdiagnosis is the main challenge in breast cancer screening. Abgerufen am 13. Januar 2026. und dem Journal of the American Medical Association (JAMA)Bluemke, ..., Kuhl et al. Magnetic resonance imaging of the breast prior to biopsy. Abgerufen am 13. Januar 2026.Kuhl et al. The "coming of age" of nonmammographic screening for breast cancer. Abgerufen am 13. Januar 2026.Comstock, ..., Kuhl. Comparison of Abbreviated Breast MRI vs Digital Breast Tomosynthesis for Breast Cancer Detection Among Women With Dense Breasts Undergoing Screening. Abgerufen am 13. Januar 2026.. Sie gehört dadurch zu den international einflussreichen und häufig zitierten Radiologen (h-Index: 88, i10-Index: 316, Gesamtzahl Zitationen: 38.381).Christiane Kuhl Verzeichnis der Veröffentlichungen auf Google Scholar. Abgerufen am 10. Januar 2026.

Beitrag zur Entwicklung des Fachs Die Magnetresonanztomographie (MRT) gilt heute als die bei weitem leistungsfähigste Methode für die Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs.Nijnatten TJA, Morscheid S, Baltzer PAT, Clauser P, Alcantara R, Kuhl CK, Wildberger JE. Contrast-enhanced breast imaging: Current status and future challenges. Abgerufen am 10. Januar 2026. Kuhl hat durch ihre verschiedenen grundlegenden Arbeiten diese Untersuchungsmethode seit Mitte der 1990er Jahre systematisch zu einer klinisch einsetzbaren Untersuchungsmethode weiterentwickelt und damit international wegweisend geprägt.