Dora Wibiral (geboren 1876 in Graz; gestorben 1955 in Weimar) war eine österreichische Kunstgewerblerin, Schriftstellerin und Lehrerin der Kunstgewerbeschule Weimar.
Leben Ihr Vater Franz WibiralDora Wibiral (Biographical details), britishmuseum.org, abgerufen am 13. September 2019 (englisch). war Gründer des Kupferstichkabinetts am Joanneum in Graz.Sammlungsgeschichte. museum-joanneum.at, abgerufen am 13. September 2019 („1923 erfolgte unter Karl Garzarolli-Thurnlackh die Angliederung des 1901 von Franz Wibiral gegründeten Kupferstichkabinetts.“). Nach kurzem Aufenthalt an der Kasseler Kunstakademie siedelte sie nach Weimar über und wurde Meisterschülerin von Henry van de Velde. An der von van de Velde neugegründeten Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar wurde sie 1908 Lehrerin für Ornamentik und Farblehre., bauhaus.de, abgerufen am 13. September 2019 („Ein Jahr später immatrikulierte sich Nehrling dann für ein Studium an der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule in Weimar und nahm dort am Farbunterricht bei Dorothea Seeligmüller sowie an der Ornamentlehre bei Henry van de Velde und am Unterricht von Dora Wibiral teil.“). Von 1919 bis 1920 unterrichtete sie am neugegründeten Staatlichen Bauhaus in Weimar Schrift und Gestaltungslehre. Dora Wibiral war keine festangestellte Lehrkraft am Bauhaus und unterrichtete in privaten Räumen, die ihr noch aus der Zeit der Kunstgewerbeschule zur Verfügung standen.Volker Wahl: Die Meisterratsprotokolle des Staatlichen Bauhauses Weimar 1919 bis 1925, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 2001, S. 389.
1901 lernte Dora Wibiral in Berlin die Kunstgewerblerin Dorothea Seeligmüller (1876–1951) kennen, mit der sie eine lesbische Liebesbeziehung einging. Die beiden lebten bis zu ihrem Tod gemeinsam in Weimar.Christina Ada Anders: „Vorläufig muss ich leben bleiben“. Alfred Ahner – Aus den Briefen und Tagebüchern des Weimarer Künstlers (1890–1973). Georg Olms Verlag, 2014, S. 183 („In ihrer gemeinsamen Wohnung in der Belvederer Allee waren sie bis zu ihrem Tod gemeinsam künstlerisch tätig (…).“). Erika von Watzdorf-Bachoff, die mit ihnen befreundet war, nannte sie „unzertrennliche Freundinnen“ und beschrieb sie als „musikalisch, malerisch und kunstgewerblich hochbegabt, literarisch reichgebildet“ und „menschlich wertvoll“.Erika von Watzdorf-Bachoff: Im Wandel und in der Verwandlung der Zeit. Ein Leben von 1878 bis . Aus dem Nachlass herausgegeben von Reinhard R. Doerries. Steiner, Stuttgart 1997, S. 201.
Werkbeispiel
Schmetterlingszug (1917, Email auf Kupfer, 24 × 16 cm; 1918, nach Entwurf von Dorothea Seeligmüller; Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig)
Literatur Christina Ada Anders: „Vorläufig muss ich leben bleiben“. Alfred Ahner – Aus den Briefen und Tagebüchern des Weimarer Künstlers (1890–1973). Georg Olms Verlag, 2014, S. 183. Michael Siebenbrodt & Lutz Schöbe: Bauhaus 1919–1933 Weimar-Dessau-Berlin. Parkstone International, S. 250. Henry van de Velde: Henry van de Velde. Geschichte meines Lebens. Piper Verlag, München, 1962.
Weblinks Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Staatliches Bauhaus Weimar, Nr. 79
Einzelnachweise
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