Der Dickschnabel-Mistelfresser (Pachyglossa agilis, Syn.: Dicaeum agile; Piprisoma squalidum) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).
Die Art kommt in Bereichen Südasiens, Indonesiens, der indochinesischen Halbinsel und auf den Philippinen vor. Das Verbreitungsgebiet umfasst trockenen bis feuchten Laubwald oder immergrüne, baumbestandene Lebensräume, auch Plantagen, Kokosnuss Haine oder Nutzgärten bis 1500 m im Sommer, unter 800 m ganzjährig.S. Ali: The Book of Indian Birds. Bombay Natural History Society, Oxford university Press, 13. Aufl. 2002, ISBN 978-0-19-566523-9R. Grimmett, T. Inskipp: Birds of Northern India. Helm Field Guides, 2017, ISBN 978-0-7136-5167-6
Merkmale Der Vogel ist 9–10 cm groß, wiegt zwischen 7 und 11 g mit relativ schlichtem Gefieder. Die Oberseite ist aschfahl olivbraun, Unterseite grau bis gelbbraun- weiß, dezent gestreift. Der Schwanz hat eine unscharfe weiße Schwanzspitze. Der kräftige bläuliche Finkenschnabel von unterschiedlicher Dicke ist charakteristisch zur Abgrenzung vom Blassschnabel-Mistelfresser (Dicaeum erythrorhynchos). Am Kopf ist ein diffuser Bartstreif abgrenzbar. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Auffälliges Merkmal ist die Angewohnheit, im Sitzen den kurzen Schwanz zu spreizen und hin und her zu schwenken.
Geografische Variation mini|Verbreitung der Unterarten von Dicaeum agile und verwandter Arten, die teilweise auch als Unterarten geführt werden (Dicaeum everetti sordidum, Dicaeum aeruginosum affine, Dicaeum everetti bungurense, Dicaeum everetti everetti, Dicaeum aeruginosum aeruginosum), nach Rasmussen und Anderton 2005 und F. Salomonsen 1960 Es werden folgende Unterarten anerkannt: P. a. agilis (, 1833), Nominatform – – Nordosten Pakistans östlich bis Bihar und südlich ganze indische Halbinsel P. a. zeylonica (, 1944) – Sri Lanka P. a. pallescens (, 1935) – Nordostindien, Osten von Bangladesch und Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam (außer Tonkin); wohl auch Südchina P. a. modesta (, 1875) – Malaiische Halbinsel und stellenweise auf Borneo P. a. atjehense , 1946 – Norden und Süden Sumatras P. a. finschi , 1914 – Java P. a. tincta (, 1944) – Kleine Sundainseln (Sumbawa, Flores bis Alor-Archipel) P. a. obsoleta (, 1843) – – Timor, Wetar P. a. striatissima , 1962 – Luzon, Lubang-Inseln, Romblon-Insel, Sibuyan und Catanduanes auf den nördlichen Philippinen P. a. affinis (, 1918) – Palawan (westliche Philippinen) P. a. aeruginosa ( & , 1894) – – Mindoro, Negros, Cebu und Mindanao (südliche Philippinen), vgl. Streifenbrust-Mistelfresser (Pachyglossa agilis aeruginosa)
mini|Ruf des Dickschnabel-Mistelfressers
Taxonomie und Systematik In den meisten älteren Werken wird die Art, als Dicaeum agile, in eine weit gefasste Gattung Dicaeum mit einbezogen. Untersuchungen anhand der mitochondrialen DNA, zuerst durch Jacob Saucier und Kollegen, später auch durch Jon Fjeldså und Kollegen, haben aber ergeben, dass sie, mit einigen anderen vorher in die Gattung Dicaeum und zeitweise auch in Prionochilus eingeordneten Arten eine eigene Klade bildet. Für diese wurde der alte, vorher lange synonymisierte Gattungsname Pachyglossa, als dritte Gattung der Familie der Mistelfresser, wieder eingesetzt. Die Gattung Pachyglossa umfasst demnach, neben dieser Art, sechs weitere Arten.
Die Art wird deshalb jetzt als Pachyglossa agilis in die wieder errichtete Gattung Pachyglossa gestellt.
Stimme Der Ruf des Männchens wird als lautes, scharfes und metallisches „chik-chik-chik-chik“, ratterndes „tititiitili“ beschrieben.
Lebensweise Die Nahrung besteht hauptsächlich aus reifen Früchten von Dendrophthoe und Misteln. Die Art ist einzeln auf mistelbeladenen Bäumen in offenen, baumbestandenen Lebensräumen anzutreffen. Das Verhalten ähnelt dem des Blassschnabel-Mistelfressers, die Früchte werden aber nicht im Ganzen geschluckt: die Beere wird im Schnabel zerlegt, der Samen an einem benachbarten Ast abgestreift. Dadurch verbreitet sich die Pflanze somit auf demselben Baum.
Die Brutzeit liegt zwischen Dezember und August in Indien und zwischen April und Mai in Sri Lanka.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Weblinks
Oiseaux.net Macaulay Library
Einzelnachweise R. A. Cheke und C. Mann: Thick-billed Flowerpecker (Pachyglossa agilis), version 1.1. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Pachyglossa agilis AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 J. Saucier, C. M. Milensky, M. A. Caraballo-Ortiz, R. Ragai, N. F. Dahlan und D. P. Edwards: A distinctive new species of flowerpecker (Passeriformes: Dicaeidae) from Borneo. In: Zootaxa, 4686, Heft 4, S. 451–464, 2019, doi:10.11646/zootaxa.4686.4.1. Jon Fjeldså, Les Christidis, Per G. P. Ericson: The Largest Avian RadiationThe Evolution of Perching Birds, or the Order Passeriformes. Lynx Nature Books 2020. ISBN 978-84-16728-33-6. IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds
Kategorie:Mistelfresser