mini|Bischof Egon Kapellari (2021) mini|Wappen Bischof Egon Kapellaris als Diözesanbischof der Diözese Graz-Seckau miniatur|Die Österreichische Bischofskonferenz mit Diözesanbischof Kapellari als stellvertretendem Vorsitzenden 2014 mini|Diözesanbischof Egon Kapellari zu Besuch im Akademischen Gymnasium Graz, 15. Februar 2005 mini|Bischof Egon Kapellari und sein damaliger Generalvikar Heinrich Schnuderl unter dem Wappen der steirischen Diözesanbischöfe, 2011 mini|Bischof Kapellari während des Requiems für Otto von Habsburg in Mariazell, 2011
Egon Kapellari (* 12. Jänner 1936 in Leoben) ist ein emeritierter österreichischer römisch-katholischer Bischof und Jurist. Er war von 1982 bis 2001 Diözesanbischof der Diözese Gurk-Klagenfurt, von 2001 bis 2015 Diözesanbischof der Diözese Graz-Seckau und gleichzeitig Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz.Portrait Bischof Kapellaris, Website der Diözese Graz-Seckau, abgerufen am 26. Oktober 2019.
Leben Kapellari absolvierte seine Schulausbildung in Leoben und maturierte 1953 am dortigen Gymnasium. Danach studierte er bis 1957 an der Universität Graz Rechtswissenschaften und wurde zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Anschließend studierte er Theologie an der Universität Salzburg und an der Universität Graz.
Am 9. Juli 1961 empfing er durch Bischof Josef Schoiswohl in Graz die Priesterweihe. Von 1962 bis 1964 war Kapellari Kaplan in der Grazer Kalvarienbergpfarre. Anschließend war er bis Ende 1981 Hochschulseelsorger der Katholischen Hochschulgemeinde und Leiter des Afro-Asiatischen Instituts in Graz. Ab 1968 war er außerdem Mitglied der Leitung des Grazer Priesterseminars und wurde am 15. September 1973 zum Monsignore (Kaplan seiner Heiligkeit) ernannt.
Am 7. Dezember 1981 wurde Kapellari von Papst Johannes Paul II. zum Diözesanbischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt. Rheinischer Merkur vom 16. März 2001 Die Bischofsweihe spendete ihm der Salzburger Erzbischof Karl Berg am 24. Jänner 1982. Mitkonsekratoren waren die Bischöfe Johann Weber und Maximilian Aichern. Sein Wahlspruch lautet Omnia vestra, vos autem Christi (Alles ist Euer, Ihr aber gehört Christus).
In seiner Zeit als Kärntner Bischof initiierte er unter anderem die „St. Georgener Gespräche“ mit Referenten wie Joseph Ratzinger, Karl Lehmann, Hans Urs von Balthasar oder Johann Baptist Metz.
Am 14. März 2001 wurde er zum Diözesanbischof der Diözese Graz-Seckau ernannt und übernahm am selben Tag deren Leitung. In der österreichischen Bischofskonferenz war er für zahlreiche Bereiche zugleich oder nacheinander zuständig, so von 1982 bis 1992 Referent für Jugendseelsorge („Jugendbischof“), von 1982 bis 1992 Mitglied des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), durch zwei Funktionsperioden auch Mitglied des Päpstlichen Rates für den Dialog mit den Nichtglaubenden im Vatikan, von 1997 bis 2015 Mitglied der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) in Brüssel, weiters Referatsbischof für Liturgie, Kultur und Medien. Von 2001 bis 2015 war Kapellari auch Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Bekannt als Medien-Bischof, war er zudem Präsident der Katholischen Medien-Akademie Wien.
Sein Rücktrittsgesuch als Diözesanbischof beim Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren wurde 2011 von Papst Benedikt XVI. nunc pro tunc (= jetzt für später)‘Nunc pro tunc‘ - Papst verlängert Amtszeit von Bischof Kapellari, kath.net, 24. Jänner 2011, abgerufen am 28. Oktober 2019. angenommen und seine Amtsdauer zugleich um zwei Jahre verlängert.
Neben seinen vielfältigen Aufgaben als Bischof fand er immer wieder Zeit für das Schreiben anspruchsvoller Bücher, die ihn international bekannt machten: Bücher über zahlreiche Themen zwischen Kirche und Gesellschaft, vor allem über Liturgie und das Verhältnis zwischen Kirche und Kunst.Egon Kapellari im Porträt, kleinezeitung.at, 24. Jänner 2015. Das Buch Heilige Zeichen erschien in insgesamt sieben Sprachen.
Zum Thema Pfarrerinitiative schrieb Kapellari 2012 in einem Hirtenbrief, er wolle alles tun, damit reformorientierte Katholiken „im großen Schiff der Diözese und der Weltkirche verbleiben“ könnten, wandte sich aber dagegen, dass „einige […] eigenmächtig das Steuerrad dieses Schiffes Kirche ergreifen“ wollten. Das führe zur „Spaltung“.Bischof Kapellari warnt vor Gefährdung der Einheit der Kirche, kath.net, 14. März 2012, abgerufen am 28. Oktober 2019.
Im März 2013 verhängte Kapellari ein Predigtverbot über Ostern gegen den Pfarrer von St. Veit am Vogau, Karl Tropper, wegen wiederholter verbaler Ausfälle gegen den Islam und Homosexuelle. Bei weiteren „Exzessen“ behielt sich der Bischof weiteres Einschreiten vor.Kapellari zu homophobem Pfarrer: „So geht’s nicht“ derstandard.at, 25. März 2013.
Am 24. Jänner 2015 gab Kapellari in einem Hirtenbrief seinen in wenigen Tagen folgenden Rücktritt bekannt.„Ein Wort zum Abschied“: Kapellaris Hirtenbrief, diepresse.com, 24. Jänner 2015, abgerufen am 28. Oktober 2019. Er trat nach mehr als vierjährigem erfolglosen Warten auf seine altersbedingte Abberufung und auf einen Nachfolger an der Spitze der Diözese zurück.Grazer Bischof Kapellari geht: Lautes Aus eines Leisen, diepresse.com, 24. Jänner 2015. Der Rücktritt wurde am 28. Jänner 2015 kirchenrechtlich nach Can. 401 §1 des Codex Iuris Canonici wirksam, nachdem die entsprechende Verlautbarung seines Rücktrittes in einem Bulletin des Heiligen Stuhls bekanntgegeben wurde.Rinunce e nomine, 28. Januar 2015, press.vatican.va, abgerufen am 28. Jänner 2015.
Das Grazer Domkapitel übernahm am 28. Jänner 2015 gemäß Can. 419 des Codex Iuris Canonici (CIC) als Konsultorenkollegium interimistisch die Leitung der Diözese und wählte für die Zeit der Sedisvakanz der Diözese Graz-Seckau gemäß Can. 421 §1 CIC den bisherigen Generalvikar Heinrich Schnuderl zu deren Diözesanadministrator.Kapellari: Papst akzeptierte Rücktritt, steiermark.orf.at, abgerufen am 28. Jänner 2015.Diözese Graz: Schnuderl Diözesanadministrator, religion.orf.at, abgerufen am 28. Jänner 2015.Kapellari-Rücktritt: Domkapitel wählte Administrator, religion.orf.at, abgerufen am 29. Jänner 2015.Nach Kapellari-Rücktritt: Schnuderl ist Administrator, kleinezeitung.at, abgerufen am 28. Jänner 2015.
Die Ernennung des Nachfolgers Kapellaris und neuen Bischofs von Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl, durch Papst Franziskus erfolgte am 16. April 2015 und wurde am selben Tag durch ein Bulletin des Heiligen Stuhls bekanntgegeben. Bischof Kapellari fungierte bei der Weihe Bischof Krautwaschls am 14. Juni 2015 im Grazer Dom neben dem Hauptkonsekrator Erzbischof Franz Lackner als Mitkonsekrator.
Als emeritierter Bischof lebt er bei den Elisabethinen in Graz.
Mitgliedschaften und Ehrungen (Auswahl) 1982: Ehrenring des Landes Steiermark 1988: Ehrenbürgerschaft der Stadtgemeinde Straßburg (Kärnten) 1992: Großes Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich mit dem Stern 1994: Großkreuz des Souveränen Malteserordens 1994: Ehrenmitgliedschaft der K.Ö.St.V. Karantania im MKV 1996: Einspieler-Preis"Einspielerpreis" an ORF-Generalintendant Gerhard Weis und Landesintendant Gerhard Draxler. APA-Meldung vom 16. November 2000, abgerufen am 21. März 2015. 1996: Ehrenmitgliedschaft der K.Ö.a.V. Carinthia im ÖCV 1997: Mitglied der K.Ö.L. Ferdinandea zu Graz im KÖL 1999: Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Carinthischen Sommers 2001: Ehrenring der Stadt KlagenfurtEhrenringträger. In: klagenfurt.at, abgerufen am 6. März 2023. 2001: Kärntner Landesorden in Gold 2002: Ehrenring und Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Gurk (Kärnten) 2002: Ehrenring der Stadt VillachEhrenringträger der Stadt Villach. In: villach.at, abgerufen am 21. September 2019. 2005: Ehrenring der Stadt Leoben 2005: Ehrenbürgerschaft der Stadt Mariazell 2005: Großer Leopold-Kunschak-Preis 2006: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 2006: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern 2006: Ehrendoktorat der Karl-Franzens-Universität Graz 2007: Mitgliedschaft im PEN-Club 2016: Großer Josef-Krainer-PreisKrainer-Preis für „Die Seer“ und Kapellari. In: steiermark.orf.at, 10. März 2016, abgerufen am 5. Mai 2016. 2018: Ehrenmitgliedschaft der Bayerischen BenediktinerakademieHohe Auszeichnung für Bischof Kapellari. In: katholisch.at, 12. November 2018, abgerufen am 21. September 2019. 2020: Ehrenbürger von Graz
Schriften Heilige Zeichen. Mit einem Vorwort von Hans-Urs von Balthasar. Styria-Verlag, Graz 1987, 3. Aufl. 1989, ISBN 3-222-11799-3 Glanz strahlt von der Krippe auf. Weihnachtsbetrachtungen. Styria-Verlag, Graz 1991, 2. Aufl. 1992, ISBN 3-222-12060-9 Zünd an in uns des Lichtes Schein. Ein Bischof schreibt zur Firmung. Styria-Verlag, Graz 1991, 2. Aufl. 1992, ISBN 3-222-11998-8 Worauf warten wir? Adventsgedanken. Verlag Herder, Freiburg i. B. 1993, ISBN 3-451-23264-2 Ein Fest gegen die Schwerkraft. Osterbetrachtungen. Styria-Verlag, Graz 1993, ISBN 3-222-12190-7 Geheimnisvoll erstrahlt das Kreuz. Betrachtungen über das Leiden Christi. Carinthia-Verlag, 1994, ISBN 3-85378-414-3 Und haben fast die Sprache verloren. Fragen zwischen Kirche und Kunst. Styria-Verlag, Graz 1995, ISBN 3-222-12312-8 Heilige Zeichen in Liturgie und Alltag. Styria-Verlag, Graz 1997, 5. Aufl. 2006, ISBN 978-3-222-13206-3 Zu Pfingsten in Jerusalem. Ein Bischof schreibt zur Firmung. Styria-Verlag, Graz 1999, 4. Aufl. 2010, ISBN 978-3-222-13293-3 Aber Bleibendes stiften die Dichter. Gedanken zum Tag. Styria-Verlag, Graz 2001, ISBN 3-222-12861-8 Menschenzeit in Gotteszeit – Wege durch das Kirchenjahr. Styria-Verlag, Graz 2002, ISBN 3-222-12944-4 Begegnungen unterwegs. Eine Nachlese. Styria-Verlag, Graz 2003, ISBN 3-222-13113-9 Und dann der Tod... Sterbebilder. Styria-Verlag, Graz 2005, ISBN 978-3-222-13188-2 Breitenauer Bilderbibel. Hrsg.: Röm. kath. Pfarre Breitenau, 8614 Breitenau, St. Erhard 21, Neuauflage, Frühjahr 2006 Bis das Licht hervorbricht – Fragen zwischen Kirche und Kunst. Styria-Verlag, Graz 2006, ISBN 978-3-222-13211-7 Seit ein Gespräch wir sind... Neue Begegnungen. Styria-Verlag, Graz 2007, ISBN 978-3-222-13219-3 Das Leiden Christi. Styria-Verlag, Graz 2010, ISBN 978-3-222-13289-6 In und Gegen. Gespräche über Gott, Mensch und Welt. Styria-Verlag, Graz 2010, ISBN 978-3-222-13299-5 Zeichen am Weg. Eine Nachlese. Styria-Verlag, Graz 2012, ISBN 978-3-222-13378-7 mit Hans Winkler: Egon Kapellari. Was kommt? Was bleibt? Gespräche an einer Lebenswende. Interview, Autobiografie, Styria Premium, Wien Graz Klagenfurt 2013, ISBN 978-3-222-13424-1. Quelle des Segens. SONNTAGSBLATT Edition, Sonntagsblatt der Diözese Graz-Seckau, Graz 2013 Verwandlung und Bergung der Dinge in Gefahr. Wieser-Verlag, Klagenfurt 2014, ISBN 978-3-99029-121-4 Schritte zur Mitte. Styria-Verlag, Graz 2016, ISBN 978-3-222-13529-3
Weblinks
Tonaufnahmen, Interviews mit Egon Kapellari im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert) Kategorie:Bischof von Gurk Kategorie:Bischof von Seckau Kategorie:Jugendbischof Kategorie:Großkreuz-Konventualkaplan des Malteserordens Kategorie:Träger des Kärntner Landesordens in Gold Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark mit dem Stern Kategorie:Leopold-Kunschak-Preisträger Kategorie:Ehrenbürger von Mariazell Kategorie:Ehrenbürger von Graz Kategorie:Ehrenbürger von Gurk (Kärnten) Kategorie:Ehrenbürger von Straßburg (Kärnten) Kategorie:Ehrenringträger des Landes Steiermark Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Klagenfurt am Wörthersee Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Leoben Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Villach