Die Professional Billiards Association (PBA) ist ein kommerzieller, koreanischer Billardverband. Er agiert auf nationaler Ebene und ist weder dem koreanischen Billardverband „Korean Billiards Association“ (KBA), noch dem Weltverband Union Mondiale de Billard (UMB) angeschlossen.
Geschichte Eine erste öffentliche Vorstellung zur Bildung eines neuen Verbandes mit angeschlossener Liga fand am 6. September 2017 statt. Bis zur Ausarbeitung und endgültigen Gründung am 21. Februar 2019 vergingen eineinhalb Jahre. Vor dem eigentliche Tour-Start im Juli 2019 wurde am 13. April 2019 mit dem „PBA Super Match“ eine Kostprobe für das zukünftige Publikum gegeben. Am 17. April 2019 fing man mit den ersten Qualifikationsturnieren, der „PBA Open Challenge“ und dem „PBA Tryout“, an die ersten Ranglistenplätze auszuspielen. Am 7. Mai 2019 wurde Kim Young-soo feierlich als Präsident in sein Amt eingeführt. Die PBA hatte den Karambolage-Altmeister Raymond Ceulemans extra zur Eröffnung der ersten PBA-Tour 2019/20 als „Eröffnung-Botschafter“ einfliegen lassen. Am 5. Juli begann dann die PBA-Tour offiziell mit den ersten Spielen. Südkorea gehört zu den Ländern mit der größten Spieler- und Billardhallendichte der Welt, in Seoul gibt es Hallen mit 60 Tischen und einer monatelangen Warteliste. Es gilt als „billardbegeistert“, man spricht von circa 10 Millionen aktiven Spielern, davon 1,2 Millionen täglichen Spielern in circa 2.000 Billardhallen im Land. So war es nur logisch, dass die von der UMB ausgerichteten und vom angeschlossenen TV-Sender Kozoom gesendeten Turniere nicht ausreichen und wirtschaftlich orientierte Unternehmen die Lücke erkennen würden und eigene Pläne ausarbeiteten um die Nachfrage zu decken. Haupteigner sind die Sportagentur „Bravo & New“ und „Kimchi Billiards“.
Ziele Neben der Ausrichtung von hoch dotierten Turnieren soll auch eine eigene Liga gegründet werden. Hierzu sollten auch zunächst die besten der „Top 20“ gewonnen werden, später weitere Spieler aus den „Top 50“, insgesamt will die PBA 128 Spieler unter Vertrag haben. Da Kimchi gleichzeitig Sponsor vieler Spieler wie Frédéric Caudron, Eddy Leppens etc. ist, rechnete man sich große Chancen aus, diese für die PBA zu gewinnen. Für die Übertragung der Turniere und Ligaspiele wurde mit „Billiards TV“ ein eigener TV-Kanal gegründet. Die PBA peilte für eine kostendeckende Arbeit eine so hohe Turnierdichte an, dass diese niemals mit dem UMB-Veranstaltungskalender in Einklang zu bringen sein würde und so machte man die Planungen ohne die UMB. Dies führte zwangsläufig zu Spannungen zwischen beiden Parteien.
Als Lockmittel für neu zu gewinnende Spieler wurden hohe Preisgelder in Verbindung mit einer hohen Turnierdichte gestellt. Da alle Turniere in Korea stattfinden werden, entfallen für nicht-koreanische Spieler, vorausgesetzt si verlagern ihren Lebensmittelpunkt dorthin, die Flug- und Unterkunftskosten. Zur ersten Saison waren es nach Vertragsabschluss gerade einmal zwei Spieler, nämlich besagte Caudron und Leppens, aus den „Top 20“ die unterschrieben hatten. Preisgelder der ersten Saison: für die ersten drei Turniere: US-$ für das vorletzte Turnier: US-$ Für das letzte Turnier: US-$ Für die ersten fünf Jahre bis 2024 sind folgende Anzahl von Turnieren geplant: Saison 2019/20: 6–8 Turniere Saison 2020/21: 8–12 Turniere Saison 2021/22: 12–18 Turniere Saison 2022/23: 18–24 Turniere Saison 2023/24: 24–30 Turniere
Konflikt zwischen UMB und PBA Nach den ersten Verlautbarungen der PBA-Initiatoren 2017 suchte die UMB das Gespräch, um sich über das weitere Vorgehen und die Modalitäten zu verständigen. Die PBA war ihrerseits nicht bereit, sich auf die Modalitäten zum Beitritt, der Ausrichtung von Turnieren und den Fernsehübertragungen einzulassen. Die UMB war wiederum nicht bereit, ihre Spieler an einen Nicht-Mitgliedsverband „auszuleihen“ bzw. freizustellen. Ein ähnlicher Konflikt fand schon einmal in den 1980er-/1990er-Jahren mit der Billiards Worldcup Association (BWA), dem Initiator des Dreiband-Weltcup statt. Die Unruhen zwischen beiden Verbänden zogen sich über Wochen ergebnislos hin. Der Präsident der UMB Farouk el-Barki äußerte sich im Anschluss an die Siegerehrung beim Weltcup im türkischen Antalya wie folgt:
Die CEB-Präsidentin Diane Wild zog mit den Worten gleich:
Der Gründer und CEO der Kozoom-Group, mit einer Niederlassung in Seoul, Xavier Carrer, kommentierte die Vorgehensweise der PBA wie folgt:
Die beide Parteien nutzten mehrere UMB-Turniere, um dort weitere Verhandlungen zu führen, allesamt ergebnislos. Die UMB verkündete im Mai eine Sperrandrohung, die sie zum 15. Juli 2019, dem Saisonbeginn 2019/20, in die Tat umsetzte und eine einjährige Sperre für folgende Top-Spieler (Liste nicht komplett) aussprach:
Die angegebenen Weltranglistenplätze sind mit dem Stand vom 15. Juli 2019.
Die UMB verhängt je PBA-Turnierteilnahme ein Jahr Sperre, längstens jedoch drei Jahre.
Weblinks About PBA – Selbstdarstellung der PBA Raymond Ceulemans appointed PBA Launching Ambassador neue Gespräche UMB/PBA UMB macht ernst - Sperren sind durch! mit kompletter Sperrliste
Einzelnachweise
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