Alexander Peter von Kielchen (historisch oft auch umgekehrt Peter Alexander (von) Kielchen; Alexander P. Kielchen oder nur Peter Kielchen ; * 1797 in Finnland; † April 1851 auf Korfu) war ein russischer Diplomat.

Leben Herkunft und Familie Alexander war Angehöriger des Adelsgeschlechts von Kielchen. Er vermählte sich am 25. Mai 1818 in Rio de Janeiro mit Eugenie Coralie Lecesne. Sie war die Tochter eines Kaffeeplantagenbesitzers in Brasilien, Louis François LeCesne, der 1759 in Caen in der Normandie geboren wurde und 1823 verstarb. 1794 hatte dieser in New York seine erste Ehefrau Eugenie de la Piroeniere (Peronnière) geheiratet, die einem alten Adelsgeschlecht der BretagneArmorial général de Bretagne, 1844, S. 245 (Ponceau (du)-de la Pironnière). entstammte und bei der Geburt ihres ersten Kindes, Eugenie Coralie, verstarb.Lebensdaten Louis François LeCesne

Ende 1822 hatte das Ehepaar Kielchen bereits die beiden Kinder Eugenie und Sammy. 1825 wurde ein Sohn Peter geboren. Die Familie bewohnte derzeit ein Anwesen in Botafogo bei Rio de Janeiro.Frances Marie Hobkirk, geb. Lecesne: The Selby, Lecesne and Hobkirk story, 1881 (Manuskript).

Werdegang Im Jahre 1818, kaum 22 Jahre alt, wurde Kielchen bereits als russischer Vizekonsul in Rio de Janeiro akkreditiert. Er besuchte dort zu Beginn dieses Jahres mit seinem Chef, dem russischen Generalkonsul von Brasilien, Georg Heinrich von Langsdorff, den Plantagenbesitzer Louis François LeCesne, der nur kurze Zeit später sein Schwiegervater wurde.Frances Marie Hobkirk, geb. Lecesne: The Selby, Lecesne and Hobkirk story, 1881 (Manuskript). Vgl. auch Otto von Kotzebue: A New Voyage Round the World in the Years 1823, 24, 25, and 26, London 1830, S. 33. 1824 bis 1828 unternahm Langsdorff eine mehrjährige Brasilien-Expedition, an der mehrere Zoologen und Botaniker teilnahmen. Zeitweise beteiligten sich auch die Maler Johann Moritz Rugendas und Hercule Florence an dieser Expedition. Nach vielen Schwierigkeiten und Abenteuern musste er, lebensgefährlich erkrankt und geistig verwirrt, die Expedition abbrechen. Er litt an Gehirntyphus und Malaria. Langsdorff war in Rio in einem Zustand völliger Irrationalität angekommen. Vizekonsul Peter Kielchen und Ludwig Riedel übernahmen die Leitung der Expedition und begannen, die bestehenden Vereinbarungen zu erfüllen, während sie auf die Befehle der russischen Regierung warteten. 1830 verließ Langsdorff Rio de Janeiro und ging nach Freiburg im Breisgau, wo er sein übriges Leben verbrachte.Orchids in the era of Grigory von Langsdorff: two golden decades in the history of the botanical exploration of Brazil (1813-1830) Kielchens Amtszeit als Konsul in Brasilien hielt wenigstens bis 1832 an.Yegor Antonovich Engelhardt: Russische Miscellen zur genauern Kenntnis Russlands und seiner Bewohner, Band 4, St. Petersburg 1832, S. 62. The London Gazette, S. 898.

Seit Sommer 1833 war Kielchen als Titularrat (9. Rangklasse) Konsul in Boston.Kaiserliche Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Staats-Handbuch Russlands oder Verzeichniss der kaiserlich russischen Staatsbehörden und der vorzüglichsten dabei angestellten Beamten. St. Petersburg 1835, S. 98. 1840 wird er ebendort als Generalkonsul genannt.Almanach de Gotha: annuaire généalogique, diplomatique et statistique, Gotha 1840, S. (3). Seine Akkreditierung in den Vereinigten Staaten endete 1842. Er galt dort als „guter Katholik“ und guter Schachspieler: Im Juli 1842 besiegte Peter Alexander Kielchen Benjamin Lynde Oliver (1788–1842) in Boston (+3 =0 −0).Bill Wall: 19th Century Chess, S. 70. Oliver galt seinerzeit als Bostons bester und einer der fünf besten Schachspieler der Vereinigten Staaten, nach der Einschätzung des Schachgroßmeisters William Schlumberger (1800–1838),Chess in early America: William (Wilhelm) Schlumberger der auch gegen Oliver spielte.Chess in early America: Benjamin Lynde Oliver

Kielchen wurde 1846 als Kollegienrat (6. Rangklasse) in Rom beim Kirchenstaat akkreditiert.Genealogisch-historisch-statistischer Almanach: auf das Jahr 1846, Weimar 1846, S. 158. Schließlich beschloss er seine Tour als Generalkonsul in Ancona. Kielchen war polyglott, er sprach sieben Sprachen.Reminiscences of John Francis Hobkirk, einem Neffen der Ehefrau von Kielchens (Sohn ihrer Halbschwester).

Literatur Boston Pilot (1838–1857), Volume 14, Number 27, 4. Juli 1851 (Nachruf; Digitalisat der Boston College Library) Georges Aubin, Jonathan Lemire: Ludger Duvernay, Lettres d’exil 1837–1842, S. 52, FN 77

Einzelnachweise

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