Die Nachtigal war ein nach Gustav Nachtigal benanntes Schiff der deutschen Kolonie Kamerun.
Geschichte Im Reichsmarineetat wurden 1884 zwei Schiffe der neuen Flottille für Kamerun bewilligt: Der hier beschriebene Küstendampfer und eine kleine Dampfbarkasse.Karin Hausen: Deutsche Kolonialherrschaft in Afrika. Wirtschaftsinteressen und Kolonialverwaltung in Kamerun vor 1914. (= Band 6 von Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte, herausgegeben von Rudolf von Albertini und Heinz Gollwitzer), Atlantis, Zürich und Freiburg im Breisgau 1970, S. 81, Fn. 46. Auf Befehl des deutschen Kaisers Wilhelm I. wurde der für den Gouverneur von Kamerun bestimmte Dampfer auf der Germaniawerft zu Gaarden bei Kiel am 20. Juni 1885, genau zwei Monate nach dem Tod von Gustav Nachtigal am 20. April 1885, auf den Namen Nachtigal getauft.Wilhelm Müller: Politische Geschichte der Gegenwart: XIX. Das Jahr 1885. Springer, Berlin 1886, S. 75
Am 5. August 1886 traf die Nachtigal in Duala, der Hauptstadt der Kolonie Kamerun, ein und diente als Regierungsdampfer. In der Anfangszeit waren die Schiffe des Gouvernements die ersten, schnellsten und sichersten Verkehrsmittel für die Stützpunkte an der Küste, zwischen denen noch nicht unterworfene Gebiete ohne Straßen und Eisenbahnen lagen.Karin Hausen: Deutsche Kolonialherrschaft in Afrika. Wirtschaftsinteressen und Kolonialverwaltung in Kamerun vor 1914. (= Band 6 von Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte, herausgegeben von Rudolf von Albertini und Heinz Gollwitzer), Atlantis, Zürich und Freiburg im Breisgau 1970, S. 81. Im Dezember 1893 war die Besatzung der Nachtigal an der Unterdrückung des Dahomey-Aufstands beteiligt. Als Regierungsdampfer verblieb das Schiff bis zum 25. Mai 1895 in Dienst, bis es vom neuen Regierungsdampfer Nachtigal abgelöst wurde.
mini|Zeichnung der Nachtigal Die alte Nachtigal wurde umbenannt in Kamerun und diente fortan als Peilboot zur Gewässervermessung.Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes (Hrsg.): Deutsches Kolonialblatt. Amtsblatt für die Schutzgebiete in Afrika und der Südsee. VI. Jahrgang, Mittler, Berlin 1895, S. 246. 1897 wurde es für diese Aufgabe der Westafrikanischen Station der Kaiserlichen Marine übergeben. 1901 wurde die nunmehrige Kamerun verkauft. Das weitere Schicksal des Schiffes ist unbekannt.
Literatur Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 7: Landungsfahrzeuge i.e.S. Teil 2: Landungsfähren, Landungsunterstützungsfahrzeuge, Transporter, Schiffe und Boote des Heeres, Schiffe und Boote der Seeflieger/Luftwaffe, Kolonialfahrzeuge. München 1990, S. 216f., sowie Band 5, S. 190.
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Einzelnachweise
Kategorie:Schiff (deutsche Kolonialverwaltung) Kategorie:Stationsschiff (Westafrikanische Station) Kategorie:Dampfmaschinenschiff Kategorie:Germaniawerft Kategorie:Gustav Nachtigal Kategorie:Kamerun (Kolonie)