Subalpines Jungmoränenland wird der alpennahe, südliche Teil des Nördlichen Alpenvorlandes genannt. Der Begriff entstammt der naturräumlichen Gliederung Deutschlands für den Süden Bayerns und Baden-Württembergs, schließt indes explizit auch das komplette Schweizer (aber auch kleine Teile Frankreichs einnehmende) Mittelland sowie, auf österreichischer Seite, einen kleinen Teil Vorarlbergs sowie, im Salzburger Land, das Salzburger Becken und sich daran nördlich anschließende Landschaften, die nach Osten bis unmittelbar vor den Kolomansberg reichen, ein.

Die Nordgrenze der Landschaft entspricht der voralpinen Eisgrenze der Würm-Kaltzeit. In dieser letzten Kaltzeit haben Gletscher Hohlformen erschaffen, in denen heute (von West nach Ost) auf Schweizer Seite der Genfersee, der Neuenburgersee, der Bielersee und der Zürichsee, im Dreiländereck der Bodensee, im Süden Bayerns der Ammersee, der Starnberger See, der Simssee sowie Waginger und Tachinger See, im Salzburger Land schließlich Obertrumer und Mattsee sowie der Wallersee liegen. Überdies zählen die Alpenrandseen wie der Forggensee, der Staffelsee, der Kochelsee und der Tegernsee zur Landschaft.

Im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands wurde die Landschaft noch mit Voralpines Hügel- und Moorland bezeichnet. Von den Bearbeitern der Verfeinerungen 1:200.000 wurde jedoch kritisiert, dass die wichtigsten Moore im sich nördlich anschließenden Teil des Alpenvorlandes lägen und insbesondere die nur im Südteil des Alpenvorlandes zu findenden Seen im Titel verschwiegen würden.

Das Subalpine Jungmoränenland ist eine naturräumliche Großregion 2. und gleichzeitig 3. Ordnung.

Naturräumliche Gliederung Die zunächst mit Voralpines Hügel- und Moorland bezeichnete Landschaft wurde bereits 1953 in der ersten Lieferung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands in 10 Haupteinheiten (dreistellig) unterteilt. Diese wurden zwischen 1952 (Blatt 179 Ulm mit winzigen Randanteilen) und 1994 (Blätter 181 München und 189/195 Tegernsee) in feinere Einheiten (bis zu drei Nachkommastellen) untergliedert (siehe Artikel zu den Haupteinheiten).

Das erste Einzelblatt, das bis in die Alpen reichte, erschien in Form von Blatt 190/196 Salzburg im Jahr 1978. Dessen Verfasser, Klaus Hormann, machte sieben Haupttypen von „Fliesen“ (kleinste naturräumliche Einheiten) aus: Moränenwälle und -kuppen Seen anmoorige Senken und Niedermoore Hochmoore Flussauen Schotterfelder über dem Hochwasserbereich der Flusse Talhänge (Terrassenstufen und Kerbtalhänge)

Nicht eingerechnet sind bei Hormann subalpine Flyschberge wie der nur erreichende Högl, den er noch zu den Flyschalpen stellt. Sein Kollege Hansjörg Dongus, der in den Jahren 1991 bis 1994 die anderen Alpenrandblätter bearbeitete, trennte noch einen weiteren Naturraumtypus ab, nämlich die Nagelfluh-Berge wie den Pfänder (namentlich 1062 m, Naturraum am Hirschberg bis 1095 m; in D bis 1041 m), die Adelegg (bis 1129 m) oder den Rottachberg (namentlich 1115 m, Naturraum bis 1151 m). Diese nummerierte er sogar in eine neue Haupteinheitengruppe (02' Nagelfluhhöhen und Senken) ein, siehe Alpen(rand)gliederung nach Hormann und Dongus.

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hat in den Jahren bis 1998 für ihr Bundesland aus den sich zum Teil widersprechenden Grenzen der Einzelblätter verbindliche Hauptreinheitengrenzen ausgerufen. Von Grenzänderungen betroffen waren dabei die Adelegg (034), die nach Westen deutlich enger umgrenzt wurde, und der Hegau (030), der um das westliche Bodenseebecken und die Hochrheingebiete bei Schaffhausen erweitert wurde.

Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bearbeitete, in den 2000er Jahren, die Naturräume ihres Zuständigkeitsbereichs. Die nur zum Teil in Bayern liegenden Haupteinheiten wurden verbindlich abgegrenzt; LfU zählt, in Abweichung zu Hormann, das komplette Salzburger Becken, das Reichenhaller Becken und den Högl zum Alpenvorland, in Abweichung von Dongus jedoch den Pfänder zu den Alpen. Die ganz in Bayern liegenden Haupteinheiten 035 bis 038 und der bayerische Anteil an der bayerisch-salzburgerischen Haupteinheit 039 wurden noch einmal in im Vergleich zu den Einzelblättern etwas gröbere Einheiten zusammengefasst, in denen den Haupteinheiten Buchstaben nachgestellt wurden; jene LfU-Einheiten, die nicht einfach zusammenhängend sind, sind in der folgenden Aufstellung ferner durch diesem Buchstaben nachgestellte Zahlen nummeriert:

03 Subalpines Jungmoränenland – 10.072,95 km² laut Handbuch 030 Hegau – 306,00 km² laut Handbuch; 715 km² in BW bzw. in D laut LUBW 031 Bodenseebecken [bei Dongus ≈ 030.0] – 747,76 km² laut Handbuch; 590 km² in BW laut LfU, 20,22 km² in BY laut LUBW 032 Oberschwäbisches Hügelland [bei Dongus ≈ 030.2 Nördliches Bodensee-Jungmoränenland + 030.3 Höchsten-Bergland] – 1.060,10 km² laut Handbuch; 932 km², ganz in BW, 033 Westallgäuer Hügelland [bei Dongus ≈ 030.4 Östliches Bodensee-Jungmoränenland] – 909,16 km² laut Handbuch; 574,4 km² in BW laut LUBW, 170,11 km² in BY laut LfU 034 Adelegg [≈ 023' Adelegg + Nordwesten von 022' Nagelfluhhöhen und Senken von Großholzleute–Immenstadt] – 158,46 km² laut Handbuch, 112 km² nach Dongus; 34,6 km² in BW laut LUBW, 216,23 km² in BY laut LfU 035 Iller-Vorberge (Iller-Jungmoränenland) – 825,97 km² laut Handbuch; 723,88 km² bei LfU 035-A Jungmoränenlandschaft der Iller-Vorberge; 3 Segmente, getrennt durch Illertal und Grüntenseebecken, insgesamt 5 Teile: 035-A1 (nach Dongus Teil von 036!) Nesselwang-Reichenbacher Jungmoräne (Südostteil von 035-A) [≈ Mittelteil von 036.40 Nesselwanger Senken] – 2,45 km² 035-A2–5 Jungmoränenlandschaft der Iller-Vorberge (Hauptteil von 035-A, Ostteil mit Kempter Wald); von West nach Ost vier Teile, die bis in 036 hinein reichen035-A2 ist eigentlich schon an sich durch das Tal der Iller zweigeteilt; LfU kaschierte das jedoch, indem sie in ihrem Polygon im Norden einen minimalen Korridor über den Fluss einzeichneten: Zwischen der Fluhmühle (Wehr mit Fall der Iller von auf ) und der Straßenbrücke der Kreisstraße MN 21 wird nur der (hier deutlich markantere) rechte Talhang des Illertals zum Naturraum Illertal (035-B) gerechnet, während rund 1,2 km des Flusses sowie der komplette linksseitige Hang bereits zur Jungmoränenlandschaft gezählt werden. – 418,37 km² 035-A2 Westliches Iller-Jungmoränenland (links der Iller) [≈ 035.0 ohne Süden] 035-A3 Nördliches Iller-Jungmoränenland [≈ 035.1] 035-A4 Nordöstliches Illergletscher-Jungmoränenland [≈ 035.2 ohne 035.20 Kronholz, mit 035.23 Kempter Wald im engeren Sinne + RottachseeDer relativ junge Rottachsee ist auf der Karte zu Blatt 188 Kaufbeuren noch gar nicht eingezeichnet; seine Fläche liegt dort in 0.24 Rottachberg, die des ihn versorgenden Schwarzenberger Weihers in 035.23. + 046.89 Schottner Wald (Altmoräne im Nordosten)] 035-A5 (nach Dongus Teil von 036!) Westliche Jungmoränenlandschaft der Lech-Vorberge [≈ 036.00 Reinhardsried-Huttenwanger Jungendmoränen + Westan von 026.30 Kirnachaue (hier Reichenbachaue) + 036-20 Görisrieder Grundmoränenplatte] 035-B Illertal und Illerbecken [≈ 022*.5 Alpseetal + Norden von 901.0 Oberstdorfer Illertal + 035.(04/)05 Kempter Illertal] – 61,14 km² 035-C (nach Dongus Teil von 036!) „Wertachtal“ (Grüntenseebecken) [≈ Westflügel von 036.40 Nesselwanger Senken (Stammbecken des Wertachgletschers)] – 9,18 km² 035-D Molassehügelland der Iller-Vorberge; 2 Segmente, getrennt durch das Illertal: 035-D1 Rottachberg (am Burgkranzegger Horn bis 1151 m; Ostteil von 035-D) – 84,32 km²; 85 km² nach Dongus 035-D2 Salmaser Höhe (bis 1254 m), Hügelland von Akams und südwestliches Iller-Jungmoränenland (Westteil von 035-D) – 148,42 km² 036 Lech-Vorberge (Wertach-Lech-Jungmoränenland) – 938,30 km² laut Handbuch; 912,58 km² bei LfU 036-A Jungmoränenlandschaft der Lech-Vorberge; 5 Segmente, getrennt durch Wertachtal (NW), Lechtal (O) sowie Molassehügelland im Süden; Südteil aufgeteilt durch den Forggensee 036-A1 Füssen-Nesselwanger Jungmoränengebiet (Südwestteil von 036-A) [≈ Südwesten von 036.4 Südliches Wertach-Lech-Jungmoränenland] – 58,93 km² 036-A2 Halblecher Jungmoränengebiet (Südostteil von 036-A) [≈ 036.46 Östliches Becken von Füssen ohne Südosten] – 19,14 km² 036-A3 Steingaden-Peitinger Jungmoränengebiet (Nordostteil von 036-A) [≈ 036.15–17, Ostteil von Nordöstliches Wertach-Lech-Jungmoränenland + 036.30–32 Südöstliches Wertach-Lach-Jungmoränenland ohne Süden] – 118,54 km² 036-A4 Ruderatshofener Jungmoränengebiet (Nordwestteil von 036-A) [≈ Westen von 036.0 Nordwestliches Wertach-Lech-Jungmoränenland (ohne äußersten Westen)] – 91,68 km² 036-A5 Marktoberdorf-Schongauer Jungmoränengebiet (Zentralteil von 036-A) [≈ 036.10–13, Westteil von Nordöstliches Wertach-Lech-Jungmoränenland (am Auerberg=036.11 bis 1055 m) + Osten von 036.0 Nordwestliches Wertach-Lach-Jungmoränenland + 036.22–24] Südwestliches Wertach-Lach-Jungmoränenland ohne Westen – 407,50 km² 036-B Lechtal [≈ 036.14 Lechkerbtal] – 27,95 km² 036-C Füssener Becken im engeren Sinne [≈ Südosten von 036.42 Westliches Becken von Füssen (mit Hopfensee) + 036.45 Forggensee + Südosten von 036.46 Östliches Becken von Füssen (mit Bannwaldsee)] – 56,44 km² 036-D Wertachtal [≈ 036.21 Wertachkerbtal + 036.034 Marktoberdorf-Kaufbeurer Wertachaue] – 35,53 km² 036-E Molassehügelland der Lech-Vorberge; 2 Segmente, getrennt durch das Lechtal bzw. den Premer Lechsee 036-E1 Halblech-Molassehügelland (Ostteil von 036-E; bis 1012 m) [≈ 036.33 Buchberg-Schneidberg-Kamm] – 14,51 km² 036-E2 Lobach-Molassehügelland (Westteil von 036-E; bis 1055 m) [≈ Norden von 036.4 Südliches Wertach-Lech-Jungmoränenland] – 82,36 km² 037 Ammer-Loisach-Hügelland (Ammer-Loisach-Jungmoränenland) – 2344,10 km² laut Handbuch, 2443,35 km² bei LfU 037-A Jungmoränenlandschaft des Ammer-Loisach-Hügellandes; 5 Segmente, getrennt durch Ammerseebecken (NW), Ammerschlucht (SW), Loisachtal (SO), Isartal (äußerster SO bis NO) 037-A1 (nach Dongus Teil von 036!) Wildsteiger oder Illach-Ammer-Jungmoränengebiet (Südwestteil von 037-A) [≈ 036.31 Wildsteig-Rottenbucher Hochfläche + Ostteil von 036.33] – 33,49 km² 037-A2 Geretsrieder oder Loisach-Isar-Jungmoränengebiet (Südostteil von 037-A) [≈ Südwestteil von 037.3 Hügel- und Moorland an der mittleren Isar (ohne Loisachtal im Westen)] – 133,67 km² 037-A3 Dietramszeller oder Isar-Mangfall-Jungmoränengebiet (Ostteil von 037-A) [≈ Nordostteil von 037.3 Hügel- und Moorland an der mittleren Isar (ohne Loisachtal im Westen)] – 265,58 km² 037-A4 Penzberg-Starnberger oder Ammer-Loisach-Jungmoränengebiet (Zentralteil von 037-A) [≈ Ostteile von 037.0 Hügel- und Moorland des Ammersees + 037.1 Hügel- und Moorland des Würmsees ohne Zentrum + 037.2 Südliches Ammer-Loisach-Isar-Jungmoränenland ohne Norden (037.20), Süden (037.24, 037.28) und Südosten (037.29)] – 863,85 km² 037-A5 Hofstetter oder Lech-Ammer-Jungmoränengebiet (Nordwestteil von 037-A; am Hohen Peißenberg im Süden 988 m) [≈ Westteil von 037.0 Hügel- und Moorland des Ammersees] – 511,12 km² 037-B AmpermoosBei LfU wird das Ampermoos schlicht und irreführend mit „Ampertal“ bezeichnet; Hansjörg Dongus, der für das südliche Anschlussblatt 188 Kaufbeuren verantwortlich ist, kritisiert explizit, dass Hans Graul (Blatt 180 Augsburg) das Ampermoos nicht vom Ammersee getrennt ausgewiesen hat; dieser Name ist auch auf gängigen Karten eingezeichnet. [≈ Norden von 037.05 Ammerseeniederung] – 5,23 km² 037-C Isartal – 84,15 km² 037-D Loisach-Kochelsee-Moorlandschaft [≈ 037.28 Murnauer Becken (mit 037.280 Murnauer Moos) + 037.29 Kochelseebecken (mit 037.292 Kochelsee)] – 139,48 km² 037-E Loisachtal [≈ 037.35 Unteres Loisachtal] – 17,14 km² 037-F Starnberger Seebecken (Starnberger See und Weidfilz mit Großem Ostersee und weiteren Kleinseen) [≈ 037.13 Würmsee (Starnberger See) + Nordwestteil von 037.15 Iffeldorf-Penzberger Niederung, bis Iffeldorf] – 86,64 km² 037-G Taubenberg (bis 896 m) [≈ 051.3] – 21,16 km²