Ein Ortsamt in Bremen ist eine örtliche Verwaltungsbehörde, die Aufgaben für die Stadt- oder Ortsteile eigenständig wahrnimmt.
Aufgaben Die stadtbremischen Ortsämter haben die Aufgabe, die bei ihnen wirkenden Beiräte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen und ihre Beschlüsse bei den Behörden und anderen zuständigen Stellen zu vertreten. Sie sind verpflichtet, den gegenseitigen Kontakt zwischen den Einwohnern, Beiräten und Behörden zu fördern. Sie müssen bei allen Angelegenheiten, die von öffentlichem Interesse sind und ihren örtlichen Zuständigkeitsbereich betreffen, tätig werden und zudem Wünschen, Hinweisen und Beschwerden aus der Bevölkerung nachgehen.Ortsgesetz über Beiräte und Ortsämter
Öffentliche Aufgaben, die örtlich erledigt werden können, können per Rechts- und Verwaltungsvorschrift von den Fachbehörden des Senats den Ortsämtern als Außenstelle übertragen werden. Letztlich bestimmt die Aufsichtsbehörde im Einvernehmen mit dem fachlich zuständigen Senator den Umfang der Aufgaben und welchen Ortsämtern als Außenstellen die Aufgaben übertragen werden.
Leitung Die Ortsamtsleiter/Ortsamtsleiterinnen werden von den jeweiligen Beiräten gewählt und vom Senat berufen. Die Leitung von Ortsämtern mit Zuständigkeit für mindestens einen Stadtteil ist eine hauptamtliche Tätigkeit, die Leitung der Ortsämter in den vier stadtteilfreien Ortsteilen erfolgt ehrenamtlich.
Orte In der Regel ist ein Ortsamt für eines der 22 Beiratsgebiete (18 Stadtteile ohne Häfen und 4 stadtteilfreie Ortsteile) zuständig, vier aber auch für zwei oder drei Stadtteile.
In Bremen sind 17 Ortsämter eingerichtet: Ortsamt Blockland Ortsamt Blumenthal Ortsamt Borgfeld Ortsamt Burglesum Ortsamt Hemelingen Ortsamt Horn-Lehe Ortsamt Huchting Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt (Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt) Ortsamt Neustadt/Woltmershausen (Beiräte Neustadt und Woltmershausen) Ortsamt Oberneuland Ortsamt Obervieland Ortsamt Osterholz Ortsamt Schwachhausen/Vahr (Beiräte Schwachhausen und Vahr) Ortsamt Seehausen Ortsamt Strom Ortsamt Vegesack Ortsamt West (Beiräte Findorff, Walle und Gröpelingen)
Geschichte Der Vorläufer der Bremischen Ortsämter waren ab 1941 die vier „Außenstellen“ gemäß der Außenstellenverordnung vom 26. April 1941 in den seit 1939 stadtbremischen, davor preußischen Orten Vegesack, Blumenthal, Burglesum und Hemelingen. Daneben existierte bis noch der Landkreis Bremen mit zuletzt nur noch 11 selbstständigen Gemeinden. Dieser wurde aufgelöst nach dem „Gesetz“ über die Vereinigung des bremischen Landgebiets mit der Stadt Bremen, das Bürgermeister Kaisen am 19. September 1945 mit Zustimmung der Militärregierung beschlossen hatte, die Bürgerschaft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebildet worden. Die 11 vorher selbstständigen Gemeinden wurden zu Ortsteilen von BremenRuprecht Großmann: Zur Entwicklung und Verfassungsmäßigkeit des bremischen Beiräterechts. Bremen, April 2015.
Am 14. Dezember 1946 wurden 15 Ortsämter gebildet, 4 größere entsprechend den Außenstellen von 1941 und 11 in den neuen Ortsteilen der ehemaligen Landgemeinden (Borgfeld, Blockland, Seehausen, Strom, Osterholz, Oberneuland, Huchting, Habenhausen, Arsten, Lehesterdeich und Lankenau). In den ersten Jahren gab es noch einige Veränderungen: Der Ortsteil und das Ortsamt Lankenau wurden bereits 1951 aufgelöst, das Gebiet wurde zunächst den benachbarten Ortsteilen Seehausen, Strom und Woltmershausen zugeschlagen„Bremen hat künftig 17 Stadtteile – Neuordnung der Verwaltungsbezirke – Ortsamt Lankenau wird aufgelöst“, Weser-Kurier vom 24. Februar 1951, 1. Beiblatt online nur für Abonnenten. Das Dorf bestand noch etwa zehn Jahre weiter, bis es für den Bau des 1964 eröffneten Neustädter Hafens abgerissen wurde. Mit der gleichen Verordnung 1951 wurde auch ein neuer Stadtteil Horn-Lehe gegründet. Lehesterdeich verlor sein Gebiet Oberblockland an das Blockland und kam mit Horn und Lehe zu Horn-Lehe. Das Ortsamt Lehesterdeich bestand zunächst weiter, bis 1954 neue Räume in Horn für das Ortsamt Horn-Lehe fertiggestellt waren. Der 1959 neu gegründete Stadtteil Vahr erhielt kein Ortsamt, Horn-Lehe und Hemelingen verloren Gebiete an die Vahr„Die Vahr wird ein eigener Stadtteil“, Weser-Kurier vom 25. März 1959, S. 3, online nur für Abonnenten. Mit der Bildung des Stadtteils Obervieland 1962 wurden die Ortsämter Arsten und Habenhausen zum Ortsamt Obervieland zusammengefasstNeuer Stadtteil Obervieland für etwa 80000 Einwohner, Weser-Kurier vom 4. Mai 1962, S. 11, online nur für Abonnenten.
Dadurch hatte sich die anfängliche Zahl von 15 Ortsämtern bis 1951 auf 13 im Jahre 1962 reduziert. Die 13 Ortsämter von 1962 bestehen alle noch heute. Huchting wurde 1946 oder kurz darauf zum Stadtteil, Osterholz und Oberneuland erst nach 1962, damit sind heute nur noch vier stadtteilfreie Ortsteile übrig geblieben.
Bis 1967 waren Ortsamtsleiter oft gleichzeitig Mitglied der Bürgerschaft. Seit 1967 ist das wegen einer Regelung zur Unvereinbarkeit von Amt und Bürgerschaftsmandat nicht mehr möglich.
Die stadtinneren Bereiche (also die Stadt Bremen in den Grenzen von vor 1939) waren zunächst ortsamtsfrei. 1971 wurden hier vier Ämter eingerichtet:Ortsamt West: Die Entwicklung zum heutigen Stadtteilmanagement im Ortsamt West, abgerufen am 5. September 2019 Amt für Beiratsangelegenheiten Nordost (Schwachhausen/Vahr) Amt für Beiratsangelegenheiten West (Findorff/Walle/Gröpelingen) Amt für Beiratsangelegenheiten Süd (Neustadt/Woltmershausen) und Amt für Beiratsangelegenheiten Mitte (Mitte/Östl. Vorstadt)
1979 wurden diese vier Ämter umbenannt in „Ortsämter“, anstatt der Himmelsrichtungen standen jetzt die Namen der Stadtteile. 1989 wurde das „Ortsamt Findorff/Walle/Gröpelingen“ umbenannt in „Ortsamt West“.
Die Zuständigkeit für die Aufsicht über die Ortsämter liegt seit 2010 bei der Bremer Senatskanzlei, davor lag sie bei dem Senator für Inneres.
Die Ortsamtsleiter wurden ab 1971 von den jeweiligen Beiräten vorgeschlagen, seit 2012 werden sie gewählt. Die Tätigkeit ist nur in den vier stadtteilfreien Ortsteilen ehrenamtlich, bis 2018 war sie dies auch noch im Stadtteil OberneulandMaren Brandstätter: Matthias Kook wird Ortsamtsleiter in Oberneuland Weser-Kurier vom 12. Dezember 2018.
Ortsamtsleiter wurden um 1979 für die Dauer von zwölf Jahren gewählt und bis mindestens 1989 verbeamtet, heute sind es noch zehn Jahre und sie werden Beamte auf Zeit. Die ehrenamtlichen Ortsamtsleiter in Blockland, Borgfeld, Seehausen und Strom wurden um 1970 für sechs Jahre, heute für vier Jahre gewählt.
Ortsamt Anmerkungen, Standort, Weblink Ortsamtsleiter BlocklandStandort: Niederblockland 181946–†1963: Hinrich Kropp Hinrich Kropp gestorben, Weser-Kurier vom 23. Oktober 1963, S. 13, online nur für Abonnenten1964–1970: Fritz Pape Fritz Pape gestorben, Weser-Kurier vom 3. November 1992, S. 17, online nur für Abonnenten1970–1995: Friedrich GarbadeFriedrich Garbade gewählt, Weser-Kurier vom 19. Februar 1970, S. 12, online nur für Abonnenten 1995–2019: Heinrich Schumacher (CDU)seit 2019: Gerd Gartelmann (CDU) (?) BlumenthalStandort:1946 – 2015: Rathaus Blumenthalseit 2016: Landrat-Christians-Straße 99aWeblink: www.ortsamt-blumenthal.de1946–1948: Wilhelm Ahrens (SPD)1949–1951: Willy Dehnkamp (SPD)1952: Werner Ehrich (FDP)1953–1959: Heinrich Schwier„Senat beendet Streit um Ortsamtsleiterposten“, Heinrich Schwier ernannt, Weser-Kurier vom 8. Juni 1953, S. 6, online nur für Abonnenten (parteilos)1959–1975: Fred Kunde (SPD)1975–1990: Karl Lüneburg (SPD)1990–2009: Erik Petersen (SPD)2010–2020: Peter Nowack (SPD)seit 2020: Oliver Fröhlich (parteilos) BorgfeldStandort: Borgfelder Landstr. 21Weblink: www.ortsamt-borgfeld.de1946–†1969: Johann Wischhusen1969–1975: Albert Bremermann1975–1986: Heinz Schulz1986–1995: Hans Otto HäneckeHans Otto Hänecke gestorben, Weser-Kurier vom 16. September 2011, S. 3, online nur für Abonnenten (CDU)1995–2007: Johannes Huesmann (CDU)2007–2011: Gernot Neumann-Mahlkau (CDU)2011–2015: Jürgen LinkeJürgen Linke kurz vor Ernennung, Weser-Kurier vom 30. Juli 2011, online nur für Abonnenten (Grüne)2015–†2019: Gernot Neumann-Mahlkau (CDU)seit 2019: Karl-Heinz Bramsiepe (CDU) BurglesumStandort: Oberreihe 2Weblink: www.ortsamt-burglesum.bremen.de1948–1960: Hans Steil (SPD)1960–1979: Arnold Thill (SPD)1979–2005: Klaus Dieter Kück (SPD)2006–2011: Stelle nicht besetzt„Ende einer schier endlosen Geschichte“, Florian Boehlke ernannt, Weser-Kurier vom 3. März 2012, Regionalausgabe Nord, online nur für Abonnentenseit 2012: Florian Boehlke (SPD) HemelingenStandort:1946 – 2008: Rathaus Hemelingenseit 2008: Godehardstraße 19 Weblink: www.ortsamt-hemelingen.de1946–1954: Hermann Osterloh (SPD)1954–1964: Diedrich Meier (SPD)Diedrich Meier verabschiedet, Weser-Kurier vom 1. August 1964, S. 10, online nur für Abonnenten1964–1974: Hermann Funk (SPD)1974–1998: Hans-Dieter Rissland1998–2003: Hans-Günter KöhlerHans-Günter Köhler verabschiedet, Weser-Kurier vom 1. Februar 2003, S. 15, online nur für Abonnenten2003–2016: Ullrich Höftseit 2016: Jörn Hermening Horn-Lehe bis 1954: Ortsamt LehesterdeichStandort: Lilienthaler Heerstraße 142aab 1954: Ortsamt Horn-Lehe Standort 1954–2014: Berckstraße 10Standort seit 2014: Landhaus LouisenthalWeblink: www.ortsamt-horn-lehe.bremen.debis 1954: Friedrich Borchers„Kleine Alltagspsychologie am Lehesterdeich“, Weser-Kurier vom 29. April 1953, S. 6, online nur für Abonnenten1955–1959: Fred Kunde„Tauziehen um Fred Kunde“, Weser-Kurier vom 14. Februar 1959, S. 4, online nur für Abonnenten (SPD)1960–1979: Adolf Könsen (SPD)1979–†1989: Gerd Stuchlik„Drei Bewerber um die Nachfolge von Könsen“, Weser-Kurier vom 15. Januar 1979, S. 9, online nur für Abonnenten (SPD)1989–1999: Karl Rüdiger Horn„Drei kostspielige Hü- und Hott-Methode – Die Ortsamtsleiter West und Horn-Lehe hätten zu einer weiteren Amtszeit verpflichtet werden können“, Weser-Kurier vom 11. Februar 2000, S. 13, online nur für Abonnenten2000–2004: Ulrich Mix2004–2014: Wolfgang AhrensWolfgang Ahrens gewählt, Weser-Kurier vom 18. September 2004, S. 13, online nur für Abonnentenseit 2014: Inga Köstner (SPD) HuchtingWeblink: www.ortsamthuchting.de1947–1948: Franz Löbert (SPD)(davor 1945–1947 Ortsbürgermeister)1948–1974: Heinz Meyer (SPD)1974–1976: Manfred von Oesen (SPD)1976–1999: Horst LutzebäckHorst Lutzebäck gewählt, Weser-Kurier vom 25. März 1976, S. 13, online nur für Abonnenten1999–2015: Uwe MartinUwe Martin gewählt, Weser-Kurier vom 12. Mai 1999, S. 17, online nur für Abonnentenseit 2016: Christian Schlesselmann Lankenauaufgelöst 1951nicht bekannt Mitte/ÖstlicheVorstadt zuständig für 2 Stadtteile Standorte:1970er Jahre: Am Dobben 791970er Jahre: Kohlhökerstraßeseit 1979: Villa Rutenberg1972–1987: Herbert Wulfekuhl1988–1994: Dietrich HeckDietrich Heck gewählt, Weser-Kurier vom 14. Januar 1988, S. 14, online nur für Abonnenten (Grüne)1994–2015: Robert Bücking (Grüne)2015–2025: Hellena Harttung (parteilos) seit 2025: Astrid Dietze (parteilos) Neustadt/Woltmers-hausenzuständig für 2 StadtteileStandort: Neustadtscontrescarpe 44Weblink: www.ortsamt-woltmershausen.de1972–1992: Klaus Rosebrock„Huckelrieder wollen ihre Ortsmitte zurück“, Weser-Kurier vom 29. August 2011, online nur für Abonnenten1992–2012: Klaus-Peter FischerKlaus-Peter Fischer gewählt, Weser-Kurier vom 26. August 1992, S. 11, online nur für Abonnenten2012–2022: Annemarie Czichonseit 2022: Uwe Martin OberneulandWeblink: www.ortsamt-oberneuland.bremen.de1947–1965: Friedrich Behrens (BDV/FDP)1965–1992: Heinrich Kaemena1992–2007: Hermann Kothe (CDU)2007–2015: Reiner Kahl (CDU)2015–2019: Jens Knudtsenseit 2019: Matthias Kook Obervielandbis 1962: Ortsämter Arsten und Habenhausenseit 1962: Ortsamt Obervieland