mini|John Gerrard Keulemans - The Ibis, ser. 3, vol. 4 Der Gelbbauch-Mistelfresser (Pachyglossa melanozantha, Syn. Dicaeum melanozanthum, Dicaeum melanoxanthum) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).
Der e Artzusatz kommt von und . Die Schreibung des wissenschaftlichen Namens "melanozantha" ist unrichtig; das griechische "ξ" entspricht einem "x" und nicht einem "z", welches griechisch ein "ζ" wäre. Korrekt wäre die Schreibung "melanoxantha".
Der Vogel kommt in östlichen Himalaya von Nepal über Nordostindien, Südwestchina bis Myanmar vor. In den südlichsten Teilen des Verbreitungsgebiets wie im äußersten Norden von Vietnam oder Thailand kommt er nur im Winter, außerhalb der Brutzeit, vor.
Das Verbreitungsgebiet umfasst gemäßigte, tropische oder subtropische Wälder und feuchte Bergwälder bis 2500 m Höhe. Die Art lebt in lichten Partien des Hochwalds, Gebüsch an Waldrändern, auch in Lichtungen oder Kahlschlägen im Wald. Sie ist in Regionen oberhalb 1400 m Höhe, im Winter herabsteigend bis etwa 775 m, verbreitet. Die Vögel leben einzeln im Kronenraum oder zwischen Schlingpflanzen. Gelegentlich fangen sie fliegende Insekten von toten Ästen als Sitzwarte aus.
Merkmale Der Vogel ist 11–13 cm groß, Kopf und Oberseite des Männchens sind leicht glänzend schiefergrau bis bläulich-schwarz, Flügeloberseite und Schwanz sind schwarz, die beiden äußeren Schwanzfeder haben einen großen weißen Fleck. Der Schnabel ist groß und kräftig. Hals und Kehle sind weiß, ein dunkles Brustband grenzt zur gelben Unterseite hin ab. Das Weibchen ist auf der Oberseite überwiegend olivgrau, die Unterseite überwiegend gelb gefärbt, mit dunkleren Flanken. Die Mitte der Kehle und der Brust ist weiß.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch (es gibt also keine Unterarten).
Taxonomie und Systematik Die Art wurde von Brian Houghton Hodgson in einem Manuskript, veröffentlicht in einer von Edward Blyth herausgegebenen Publikation erstbeschrieben, wobei für die Art eine neue Gattung Pachyglossa, mit dieser Art als Typspezies, eingeführt wurde. Blyth schreibt den Namen von Gattung und Art selbst Hodgson zu, ist aber formal der Erstbeschreiber. Der Artname Pachyglossa melanozantha ist vermutlich ein Druckfehler für melanoxantha. Darauf deutet etwa hin, dass Blyth selbst in späteren Publikationen diesen Namen verwendete. Viele Autoren haben den Fehler stillschweigend berichtigt und führen die Art als Pachyglossa melanoxantha. Solche Emendationen sind aber nach den Nomenklaturregeln nicht erlaubt.
In den meisten älteren Werken wird die Art, als Dicaeum melanoxanthum, in eine weit gefasste Gattung Dicaeum mit einbezogen. Untersuchungen anhand der mitochondrialen DNA, zuerst durch Jacob Saucier und Kollegen, später auch durch Jon Fjeldså und Kollegen, haben aber ergeben, dass sie, mit einigen anderen vorher in die Gattung Dicaeum und zeitweise auch in Prionochilus eingeordneten Arten eine eigene Klade bildet. Für diese wurde der alte, vorher lange synonymisierte Gattungsname Pachyglossa, als dritte Gattung der Familie der Mistelfresser, wieder eingesetzt. Die Gattung Pachyglossa umfasst demnach, neben dieser Art, sechs weitere Arten.
Die Art wird deshalb jetzt als Pachyglossa melanozantha in die wieder errichtete Gattung Pachyglossa gestellt.
Stimme Der Ruf des Männchens wird als aufgeregtes „zit-zit-zit-zit“ beschrieben.
Lebensweise Sie ernähren sich von Beeren, vermutlich vorzugsweise der Riemenblumengewächse, anderen kleinen Früchten, außerdem Insekten und auch Nektar von Blüten.
Die Brutzeit liegt zwischen April in Myanmar, Juni in Indien und Juli in Nepal. Meist werden drei weiße Eier gelegt.
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern). Aufgrund der durch Rodungen abnehmenden Bewaldung in ihrem Verbreitungsgebiet wird aber ein negativer Bestandestrend angenommen.
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise Gelbbauch-Mistelfresser, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 Yellow-bellied Flowerpecker Pachyglossa melanozantha. Birds of the World, abgerufen am 21. Mai 2025 R. Grimmett, T. Inskipp: Birds of Northern India. Helm Field Guides, 2017, ISBN 978-0-7136-5167-6 Scan der Erstbeschreibung bei www.biodiversitylibrary.org. Robert A. Cheke, Clive F. Mann: Sunbirds. A guide to the Sunbirds, Flowerpeckers, Spiderhunters and Sugarbirds of the world. Christopher Helm, London 2001. ISBN 978-1-873403-80-8 J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026 Jon Fjeldså, Les Christidis, Per G. P. Ericson: The Largest Avian RadiationThe Evolution of Perching Birds, or the Order Passeriformes. Lynx Nature Books 2020. ISBN 978-84-16728-33-6. R. A. Cheke und C. Mann: Yellow-bellied Flowerpecker (Pachyglossa melanozantha), version 1.1. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Pachyglossa melanozantha
J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. J. Saucier, C. M. Milensky, M. A. Caraballo-Ortiz, R. Ragai, N. F. Dahlan und D. P. Edwards: A distinctive new species of flowerpecker (Passeriformes: Dicaeidae) from Borneo. In: Zootaxa, 4686, Heft 4, S. 451–464, 2019, doi:10.11646/zootaxa.4686.4.1. IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds
Kategorie:Mistelfresser