mini|Maryam Motallebzadeh bei ihrer Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle Worpswede am 5. November 2016.
Maryam Motallebzadeh (; * 18. Februar 1960 in Tabriz/Iran) ist eine iranisch-deutsche Bildende Künstlerin, die im Bereich Malerei, Installationen, Videokunst, Konzeptkunst und Performance tätig ist.
Leben Maryam Motallebzadeh wurde als drittes Kind einer persischen Kaufmanndynastie geboren. Ihre Familie gehörte zur gutsituierten Mittelschicht. Bereits während ihrer Schulausbildung in Teheran/Iran machte sie erste Schritte im Bereich Malerei und wurde mehrfach ausgezeichnet. Von 1979 bis 1999 leitete sie in Teheran ihre eigene Galerie „Khanne chob“, die neben zeitgenössischer Malerei auch Designobjekte ausstellte. Nebenbei besuchte sie eine Privatakademie, um sich als Malerin fortzubilden.
1999 zog sie nach Deutschland um, wo sie an der Hochschule für Künste Bremen Gasthörerin war. Von 2001 bis 2007 studierte sie Freie Kunst an der HfK Bremen. Sie war unter anderem Schülerin bei Paco Knöller und Peter W. Schaefer. Als Gast besuchte sie die International Academy of Art in Vallauris bei Jürgen Waller. Ihre Diplomprüfung schloss sie im Frühjahr 2007 ab. 2009 erhielt Maryam Motallebzadeh die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen. Studienreisen führten die Künstlerin nach Asien, Afrika, Russland, USA und in die meisten europäischen Länder. Ende 2017 zog sie nach Berlin.
Werk Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich Malerei und Installationen. Daneben beschäftigt sie sich immer wieder mit Videokunst, auch als Jurorin. Sie ist Mitglied in der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und arbeitet abwechselnd in ihren Berliner und Bremer Ateliers.
„Häufig trägt die Künstlerin das Material in vielen Schichten auf, lässt Untergründiges, Verdecktes, Verborgenes durchscheinen oder kratzt und schabt in die Oberfläche hin, ein Akt, der das Unruhepotenzial in ihrer Kunst verdeutlicht“, konstatierte der Kunstkritiker Rainer Beßling anlässlich der Ausstellung „Wer ist Maryam? Wer ist Maria?“ in der Evangelischen Akademie Loccum. „Sie näht deutsche Wörter auf ein Tuch mit persischer Schrift. Im Treffpunkt beider Sprachen hat sie ihre geistige Heimat gefunden. Geknotete Bänder verweisen auf die Hoffnungen und utopischen Anteile in ihrer Kunst: auf die Verbindung der Kulturkreise, zwischen denen sie sich bewegt, auf die Glückserfüllung in der wechselseitigen friedvollen Bereicherung.“
Ähnlich sieht es der Kulturwissenschaftler Reiner Matzker: „Die Reise in fremde Länder oder auch in die Inneren Welten der Eingebung und vielleicht der Wandlung prägen das Werk von Maryam Motallebzadeh. Dabei ist sie weniger, wie häufig erwähnt wird, eine interkulturelle Künstlerin, und sie ist auch in diesem Sinn keine Grenzgängerin zwischen den Kulturen“, legt er im Katalog zur Ausstellung „Wohin? Migration in drei Jahrhunderten“dar. „Sie ist auf ihrem Gebiet eine mittlerweile international anerkannte Künstlerin, die sich weniger an ihrer Herkunft denn an der allgemeinen Kunstgeschichte, ihrer Intuition und Intention orientiert.“
Diese Einschätzung der Arbeiten Maryam Motallebzadehs wird auch von der Kunsthistorikerin Beate Reese, Leiterin des Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, geteilt: „In ihrem medienübergreifenden, facettenreichen Werk aus Filmen, Performances, Malerei und Schriftarbeiten zielt sie darauf, spielerisch, fiktional und voller Fantasie die Grenzlinien kultureller Identitätsentwürfe auszuloten und zu erweitern. Kunst ist in diesem Sinne eine Möglichkeitsform, um Sprachlosigkeit zu überwinden und Verständnis über kulturelle Grenzen hinweg herzustellen.“Ausstellungskatalog Seite 54 bis 59, Mülheim an der Ruhr 2017
Auszeichnungen 2022: Stipendium „Neustart Kultur“, Deutscher Künstlerbund 2021: Atelierförderung durch den Berliner Senat 2015: Katalogförderung durch den Senator für Kultur Bremen 2014: Wohn- und Arbeitsstipendium des Senats der Freien Hansestadt Bremen 2008: Förderung durch den Senator für Kultur Bremen für „Projekt Knoten“ 1975: Reisestipendium Ramsar durch das Iranische Kulturministerium 1974: Kunstpreis (Malerei) der Bildungsorganisation Hadaf, Teheran
Werke Ausstellungen (Auswahl) 2026 Contemporary Art from Germany, Hai Museum of Art Shanghai, China 2026 A Dialogue of Chinese and German Women Artists, Taicang Art Museum, China 2026 Boundless – German Contemporary Art, Yichun Museum of Art, China 2026 Mit anderen Augen – Dialog braucht Begegnung, Chinesisches Kulturzentrum Berlin 2025: Ausstellung und Workshop im Austausch mit der internationalen Kunstakademie Asien für Kaligraphie und Malerei in Henan/China Taihangtainping institut für Kaligraphie und Malerei Linzhou, Provinz Henan Two worlds, different canvases -berlin encounters Linzhou 2025: Gut Denken, Gut Reden, Gut Handeln (Zarathustra) Einzelausstellung, Amtsgericht Dresden/Sachsen 2025: Bühnenaustausch Museum Reinickendorf & Humboldt-Bibliothek Berlin/Tegel 2024: Ein Hauch vom Leben Einzelausstellung, Gallery Z 22 / Solo Ausstellung / Berlin 2024: Die Bilder aus dem Iran 1998 Ha’atelier/Taswir projects / Berlin 2024: Projekt Spontanität trifft Tradition im Nanning Museum, Deutsch-Chinesischer Künstleraustausch 2024: Deutsch-Chinesischer Künstleraustausch aus Nanning, Kunstraum F 200 / Berlin 2023: Austausch mit Chinesischen Künstlerinnen, Kunstraum F 200 / Berlin 2023: Öffne dein Herz für die Liebe, Einzelausstellung, Gallery Artcadia / Berlin 2023: Einzelausstellung: „Öffne dein Herz für die Liebe“, Gallery Artcadia, Berlin 2023: Schöne Welten, Austausch mit chinesischen Künstlerinnen im Kunstraum F200, Berlin 2022: Ha’atelier / Taswir projects, Berlin 2022: Gruppenausstellung Maryam Motallebzadeh und Uli Fischer, Kunstraum F200, Berlin 2022: Die Zeit falten. Und weitergehen, Gruppenausstellung, Galerie fineart Berlin 2021: Vom Wind getragen, Einzelausstellung, Galerie fineart Berlin 2020: Künstlersymposium: Im Iran und in Europa, Akademie Europäischer Kultur, Kunsthalle Bremen 2020: Zu Zweit, Ausstellung mit Klaus Zwick, Neuer Worpsweder Kunstverein / Galerie nwwk, Worpswede 2020: Corona Intra Views, Gruppenausstellung, Galerie feinart, Berlin 2018: Der Klang des Alphabets, Einzelausstellung, Malerei und Lesung mit Kurt Scharf (ehemaliger Leiter des Goethe-Instituts Teheran), Buchhändlerkeller, Berlin 2018: Die Nähe des Verlorenen, Einzelausstellung, Galerie Brandt Credo, Bremen 2018: Lange Nacht der Kultur – Zerissene Erinnerung, Interaktive Installationen, Leitung, VH Bremerhaven 2017: Wohin? Auswanderung, Flucht, Vertreibung, Gruppenausstellung, Kunststiftung Lilienthal, Lilienthal 2017: WeltenWander (Labyrinth – Rauminstallation), Gruppenausstellung, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, (K), Mülheim an der Ruhr 2017: Der Hauch des Freien II, Einzelausstellung, Stadtbibliothek Bremen, Bremen 2017: Der Hauch des Freien I, Einzelausstellung, gefördert durch die Friedrich-Naumann-Stiftung, Bremer Presse-Club, Bremen 2017: Kunst trifft Diplomatie, Gruppenausstellung in Kooperation mit dem Deutschen Generalkonsulat und dem Kulturministerium Sichuan, China, XLY MoMa Chengdu, China 2017: Ausstellung anlässlich des Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreises, Gruppenausstellung, Worpsweder Kunsthalle, Worpswede 2016: Wurzeln schlagen, Gruppenausstellung, Vertretung des Landes Bremen beim Bund, Berlin 2016: Ogyanos-Ozeane, Einzelausstellung, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven 2016: Austauschprojekt China-Deutschland, Gruppenausstellung, Zushan Contemporary Art Museum, China 2015: Hinter den Meeren, Ausstellung mit Klaus Zwick, Böke-Museum, Leer 2014: Orient trifft Okzident, Einzelausstellung, Palais Rastede (Erbprinzenpalais) im Schloss Rastede, Rastede 2014: Atme mit mir + Sprechender Baum + Projekt Knoten (Part 3), Einzelausstellung + Audio-Installation + Performance, Kunstpavillon Teehäuschen (Aurich) des Kunstvereins Aurich, Aurich 2014: Projekt Knoten (Part 2), Performance im öffentlichen Raum mit 25 Darstellern, Kulturfestival Wedding-Moabit, Berlin 2014: Projekt zu zweit, Atelierausstellung, Künstlerhaus am Deich, Bremen 2014: Über den Horizont, Gruppenausstellung, bbk-Galerie, LeerAusstellungskatalog: Über den Horizont, BBK-Ostfriesland in der Berufsakademie Ost-Friesland BAO, Verlag: Oldenburg Edition Lichtblick 2013: Diesseits des Schleiers, Einzelausstellung, Galerie Brunnenhof, Bremen 2011: InterAction – Art & Media Crossing – Erinnerungswege, (Raum-Installation und Malerei), Gruppenausstellung, Gallery AB, Luzern-Emmenbrücke, Schweiz 2010: Inja va Anja – hier und da, Einzelausstellung, Galerie149, Bremerhaven 2008: Spiegel der Schrift, Einzelausstellung, Rathaus Kirchhatten, Hatten 2008: Landpartie im Park, Gruppenausstellung, Schloss Gödens, Sande 2008: Projekt Knoten (Part 1), Performance im öffentlichen Raum mit 23 internationalen Künstlern, Rathaus Bremen, Bremen 2007: Bewegung in einem Block / Zweie, Videoinstallation + Diplomausstellung, Galerie der Hochschule für Künste Bremen, Bremen 2006: Der schweigende Mantel, Raum-Installation / Einzelausstellung, Galerie Kunst an der Schlachte, Bremen 2005: Paso Barcelona Bremen + Zweie (Raum-Installation), Gruppenausstellung, Galerie Herold Bremen 2002: Ein Fest für John Cage – A House full of Arts, Performance und Audio-Installation, Hochschule für Künste Bremen, Bremen
Filmarbeiten (Auswahl) 2007: Einen Augenblick, Videokunst, 7 Minuten 2007: Bewegung in einem Block, Videoinstallation, 7 Minuten 2006: Zweie, Dokumentation einer Rauminstallation, 7 Minuten 2005: Meine Hände, Videokunst, 7 Minuten
Öffentliche Vorführungen (Auswahl) Die Filme wurden bei zahlreichen Filmfestivals, TV-Anstalten, Museen, Galerien, Internet-Portalen und in Kinos gezeigt. Unter anderem hier:
Breitenseer Lichtspiele Wien, Festival Loop Barcelona, Filmhaus Köln, Filmografi på Glimz.net Stockholm, Filmkongress München, Kino Babylon Mitte Berlin, Kunstfakultät der Chengdu Universität China, Kunstfrühling Filmbüro Bremen, Kurzfilmfestival Sequence Toulouse, Undergroundfilmfestival Vienna, 451° Filmportal Zürich
Kataloge (Auswahl) Beate Reese (Hrsg.): WeltenWanderer – Zwischen den Kulturen. Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 2017, ISBN 978-3-928135-61-0. Diesseits des Schleiers – Maryam Motallebzadeh. Senator für Kultur Bremen, 2015, ISBN 978-3-00-050279-8.
Weblinks Website von Maryam Motallebzadeh
Einzelnachweise
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