mini|hochkant=1.2|Tastatur mit E1-Beschriftung

Die Tastaturbelegung E1 („Erweiterte Tastaturbelegung 1“) ist eine deutsche Tastaturbelegung, die zusammen mit der Variante E2 in der 2018 erschienenen DIN-Norm-Fassung 2137-1:2018-12 erstmals festgelegt und in der 2023 erschienenen Fassung DIN 2137-01:2023-08 aktualisiert wurde. Sie ist somit (neben der Variante E2 und der schon seit 2003 standardisierten Tastaturbelegung T1) eine der drei deutschsprachigen Standard-Tastaturbelegungen für Deutschland und Österreich.

Sie ermöglicht die Eingabe aller Buchstaben und diakritischen Zeichen, die weltweit in primären Amtssprachen sowie in europäischen Minderheitensprachen verwendet werden, sofern diese Lateinschrift verwenden.DIN 2137-01:2023-08, Anhang D (informativ) „Erläuterungen zur Tastaturbelegung E1“ Sie ermöglicht außerdem die Eingabe aller in Europa regelmäßig verwendeten Satzzeichen und diverser häufig verwendeter Sonderzeichen wie Aufzählungszeichen und Pfeile, sowie Umschriftzeichen für andere Schriftsysteme.

Sie ist in Microsoft Windows seit dem Update 24H2 für Windows 11 wählbar als „Deutsch erweitert (E1)“.

Anforderungen

Die Tastaturbelegung E1 erfüllt folgende Anforderungen: Sämtliche Eigennamen können unabhängig von der Herkunft des Namensträgers korrekt (also mit allen Sonderbuchstaben und diakritischen Zeichen) eingegeben werden (solange Lateinschrift verwendet wird). Alle in Europa gesprochenen Minderheitensprachen (z. B. Sorbisch oder Samisch) können korrekt eingegeben werden. Alle in der DIN 91379 „Zeichen und definierte Zeichensequenzen in Unicode für die elektronische Verarbeitung von Namen und den Datenaustausch in Europa“ gelisteten lateinschriftlichen Zeichen und Sonderzeichen können eingegeben werden. Für gängige nichtlateinische Schriften werden die standardisierten Transliterationen unterstützt, so für Arabisch nach DIN 31635, Chinesisch (Pinyin), Hebräisch nach DIN 31636, Russisch und andere Sprachen mit kyrillischer Schrift nach DIN 1460 und Sanskrit nach IAST. Somit können auch Personennamen aus diesen Sprachen eindeutig geschrieben werden, wie es in wissenschaftlichen und religiösen Kontexten und auch in der Wikipedia gefordert ist. „Schreiben wie gedruckt“: Alle im Druck normaler Texte verwendeten Zeichen können auch eingegeben werden. Die Einschränkungen und Kompromisse im Schriftbild, die aus der Zeit der mechanischen Schreibmaschine entstammen, sind überwunden. Die Belegung ist abwärtskompatibel mit der bisher gebräuchlichen Standardtastatur (T1). Speziell Zehnfinger-Blindschreiber sollen keinesfalls umlernen müssen, sondern nur neue Fingerkombinationen für neu eingebbare Zeichen nach Bedarf dazulernen können. Die zusätzlichen Zeichen sollen auf leicht lern- und erkennbaren Positionen angeordnet werden. Die Belegung erfordert möglichst wenig neuartige Bedienkonzepte. Tatsächlich kommt lediglich die Gruppenumschaltung („Extra-Wahltaste“) hinzu. Neu aufgenommene diakritische Zeichen werden über den bekannten Tottasten-Mechanismus eingegeben. Der „Mediopunkt“ der Leichten Sprache (Mittelpunkt) ist auf einem bevorzugten Platz angeordnet (). Alle im Haupttext der DIN 5008:2020-03 erwähnten Zeichen werden auf bevorzugten Plätzen angeordnet, die leicht im Unterricht kommuniziert werden und einfach eingegeben werden können. (Daraus resultiert speziell die Anordnung des geschützten schmalen Leerzeichens auf , um es so sichtbar identifizieren und auf gleiche Weise eingeben zu können wie das geschützte Leerzeichen auf .) Die Belegung kann leicht kommuniziert werden (speziell im Unterricht). Die Belegung muss auf gängigen Betriebssystemen, speziell Microsoft Windows, ohne spezielle Tricks und Abweichungen softwareseitig realisiert werden können.

Umfang

Die Tasten erzeugen bei Betätigung (ohne gedrückte Spezialtaste) die Zeichen, die in der Abbildung auf ihrer linken Seite gezeigt werden. Die Zeichen rechts unten (in Schwarz) werden erzeugt, indem die Taste bei gedrücktem betätigt wird. Die Zeichen rechts oben (in Rot oder Grün) werden mithilfe der Extra-Wahltaste eingegeben (siehe unten). Die hier grün dargestellten Zeichen werden üblicherweise auf den Tastenköpfen nicht beschriftet (siehe „Weitere Extrazeichen“ unten).

Tottasten

Tottasten für diakritische Zeichen sind durch schmale waagerechte Rechtecke markiert, die auch die Lage des diakritischen Zeichens zum Grundbuchstaben markieren. Zuerst ist die Tottaste zu betätigen, danach der Grundbuchstabe. Laut DIN 2137-01:2023-08 muss dies nur für Kombinationen funktionieren, für die in Unicode einzelne Codepunkte definiert sind (precomposed characters), da mit Stand Mitte 2023 das Tastaturtreiber-Modell von Microsoft Windows dies nur so zulässt. Allerdings sind damit die gängigen Anwendungsfälle für verbreitete Sprachen abgedeckt. Um die diakritischen Zeichen auch unabhängig von dieser Einschränkung eingeben zu können, kann man sie auch nach dem Grundzeichen durch Doppelanschlag der Tottaste eingeben.

Um beispielsweise das Zeichen Ç (groß geschriebenes C mit Cedille) einzugeben, drückt man die Tasten (d. h. ), lässt diese los und drückt anschließend die Tasten + .

Speziell für Vietnamesisch lassen sich Tottasten auch verketten, so gibt man beispielsweise für ự (u mit Horn und Punkt unterhalb) ein: für das Horn, diese Tasten loslassen, danach , diese Tasten loslassen, danach . (Die Eingabereihenfolge der diakritischen Zeichen ist unerheblich.)

Um (als Beispiel für ein nicht in Unicode auf einzelnem Codepunkt vorhandenes Zeichen) für Yoruba ein Ẹ́ (E mit Akut und Punkt unterhalb) einzugeben, drückt man + , diese Tasten loslassen, danach , danach die gleiche Taste noch einmal, danach , danach die gleiche Tastenkombination noch einmal.

Wahltasten

Wahltasten sind eine Erweiterung des Tottastenkonzepts und funktionieren auf die gleiche Weise: Erst wird die Wahltaste zusammen mit betätigt, danach ein Grundzeichen; dies führt zur Auswahl eines dieser Kombination zugeordneten Eingabezeichens. Einige der Wahltasten sind gleichzeitig Tottasten: So bewirkt die „Winkelakzent-und-Tiefstellungs-Taste“ () auf Buchstaben angewendet eine Kombination mit dem diakritischen Zeichen Winkelakzent (Hatschek), wirkt hier also als Tottaste, während sie für Ziffern die Eingabe der entsprechenden tiefgestellten Ziffer bewirkt. Manche Wahltasten sind durch ein zusätzliches Symbol an dem schmalen waagerechten Rechteck gekennzeichnet, das auf die Funktion der Wahltaste hindeutet (ε für Lautschrift, π für mathematische Symbole, α für griechische Buchstaben).

Extra-Wahltaste (Gruppenumschaltung)

Die rechts oben auf den Tastenköpfen dargestellten Zeichen werden mit der speziellen Extra-Wahltaste () eingegeben (Gruppenumschaltung). Da die Tastaturbelegung E1 hierfür keine eigene Taste erfordert, sieht sie herfür die genannte Tastenkombination vor.

So wird dort z. B. eingegeben: isländisches þ (Kleinbuchstabe): , diese Tasten loslassen, danach . isländisches Þ (Großbuchstabe): , diese Tasten loslassen, danach + . langes s („ſ“): , diese Tasten loslassen, danach .

Feststelltaste/Umschaltsperre

Die DIN 2137-01:2023-08 sieht für die links in der dritten Reihe gelegene Taste die Funktion Feststelltaste bzw. Umschaltsperre nicht zwingend vor, sondern empfiehlt, diese Tastenposition als eine „linke Alt-Gr-Taste“ zu nutzen. Dies hat für Zehnfinger-Blindschreiber den ergonomischen Vorteil, dass für kein Eingabezeichen der gleichzeitige Einsatz von zwei Fingern der gleichen Hand mehr notwendig ist. Die Feststelltasten- bzw. Umschaltsperren-Funktion soll dann auf andere Weise erreichbar sein, beispielsweise, indem diese Taste zusammen mit der Strg-Taste betätigt als Umschaltsperre wirkt (speziell ist damit ein versehentliches Aktivieren der Umschaltsperre ausgeschlossen). Die Norm gibt hier ausdrücklich nichts verbindlich vor.

Tastatursymbole und zugehörige Eingabezeichen

Diakritische Zeichen werden mit einem schmalen waagerechten Rechteck symbolisiert. Damit wird auch die Lage des Zeichens relativ zum Grundbuchstaben angezeigt.

Einige ansonsten schwer unterscheidbare Zeichen werden zusammen mit einem schmalen senkrechten Rechteck symbolisiert, das die Versalhöhe und damit die Lage des Zeichens andeutet.

Tottasten und Wahltasten sind in den folgenden Auflistungen hell- bzw. dunkel-orange markiert.

Tastaturzeichen mit Zusatzfunktion

Taste Eingabezeichen Zirkumflex; ergibt auch bei Anwendung auf „=“ das Entspricht-Zeichen ≙

Hochstellung bei Anwendung auf Ziffern und „+“ / „-“ / „(“ / „)“

Mit Alt Gr eingebbare Zeichen (dargestellt rechts unten auf den Tastenköpfen)

Die in der Spalte „Taste“ gelistete Taste wird zusammen mit betätigt, keinesfalls zusammen mit der Umschalttaste .

Symbol Taste Eingabezeichen (Zeichenname ggf. gemäß DIN 5008DIN 5008:2020-03 Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung, Anhang H, Abschnitt H.1 Tabelle der Satz- und Sonderzeichen) Malkreuz 1 Hochkomma (das typografisch korrekte Darstellungszeichen für den Apostroph in Textwerken) 4 Extralangstrich („Geviertstrich“, in einigen Regionen (beispielsweise USAThe Chicago Manual of Style, 15th edition, Chicago (USA) 2003, ISBN 0-226-10403-6, Seiten 263–264, Em Dash 6.88, 6.91) und Sprachen übliche Form des Gedankenstrichs. Merkspruch: „Amerikanischer Gedankenstrich beim Dollarzeichen“) Überpunkt (Punkt oberhalb) (Vorgesehen für zukünftige Erweiterungen, speziell gemäß ISO/IEC 9995-9 und 9995-12) W Makron (Merkspruch: „Breiter Buchstabe für breites Akzentzeichen“)Anwendung auf Sonderzeichen: „-“ → Doppelbindestrich, „=“ → „≡“ (diese Zeichen lassen sich auch mit dem Unterstrichakzent erzeugen; siehe unten) R Doppelakut bei Anwendung auf o/O und u/U zur Schreibung des Ungarischen

Ansonsten zur Eingabe von IPA-Lautschriftzeichen gemäß untenstehender Tabelle T Hatschek

Tiefstellung bei Anwendung auf Ziffern und „+“ / „-“ / „(“ / „)“ / „=“ (Merkspruch: „T wie Tiefstellung“) Z Trema (Merkspruch: „Zweipunkt auf Z“) U BreveAngewendet auf h/H wird die Breve unterhalb des Buchstabens gesetzt (ḫ/Ḫ, wie für die Transliteration des Arabischen benötigt), ansonsten oberhalb.

Auf c/C, j/J, k, n und r/R angewendet ergeben sich die speziellen in DIN 91379 als Einzelzeichen gelisteten Zeichen ƈ/Ƈ, ij/IJ, ĸ, ʼn bzw. ȓ/Ȓ.

Drittelbrüche bei Anwendung auf die Ziffern 1 2: ⅓ ⅔ I Tilde (Merkspruch: „T·i·lde auf ·i·“)Anwendung auf Sonderzeichen: „~“ → Ungefährzeichen, „-“ → „≃“, „=“ → „≅“ O Ring bei Anwendung auf a/A, u/U, w und y

Bei Anwendung auf Ziffern: Einkreisung

Bei Anwendung auf andere Buchstaben und Zeichen: mathematische Symbole gemäß untenstehender Tabelle P Haken bei Anwendung auf a/A, e/E, i/I, o/O, u/U und y/Y zur Schreibung des Vietnamesischen Ü Horn bei Anwendung auf o/O und u/U zur Schreibung des Vietnamesischen

Auswahl griechischer Buchstaben bei Anwendung auf andere Buchstaben gemäß untenstehender Tabelle

Achtelbrüche bei Anwendung auf die Ziffern 1 3 5 7: ⅛ ⅜ ⅝ ⅞ + Wellenstrich (ähnlich Tilde, aber kein diakritisches Zeichen) A SmileyLaut DIN 2137 kann diese Tastenkombination stattdessen eine Auswahl für Emojis und/oder Sonderzeichen aufrufen S Sekundenzeichen bzw. Zollzeichen D Minutenzeichen bzw. Fußzeichen F Extra-Wahltaste (Gruppenumschaltung), siehe oben ẞ G Großes ß („auf G wie Großbuchstabe“, aber die Umschalttaste ist nicht gleichzeitig zu betätigen) H UnterstrichakzentAnwendung auf Sonderzeichen: „-“ → Doppelbindestrich, „=“ → „≡“, „+“ → Plusminuszeichen, „<“/„>“ → „≤“/„≥“ J Cedille K Unterkomma bei Anwendung auf s/S und t/T zur Schreibung des Rumänischen

Bei Anwendung auf g/G, k/K, l/L und n/N wirkt die Tastenkombination wie die für die Cedille, da diese im Lettischen meist die Form des Unterkommas hat; so wird die korrekte Eingabe hier für Sprachunkundige erleichtert.