Diese Liste gibt eine Übersicht über Burgen, Schlösser und Festungen in Norwegen.
Geschichtliche Vorbemerkungen mini|Ölgemälde von Erik Pauelsen: „View of Bogstad in Norway“ (1789) Die norwegische Geschichte kennt nur wenige Befestigungen, die einer Burg entsprechen.
Zu Beginn waren es meist nur Fluchtburgen; im Englischen besser als Hillforts bekannt, im Norwegischen meist als Bygdeborg (Dorfburg) beschrieben, die im Besonderen mit einer Wallanlage oder Ringmauer (oder auch nur in Teilen) aus meist unbehauenen und mörtelfreien geschichteten großen Steinen bestand, mit zurückgesetztem Eingang, meist auf Felsnasen oder Höhenzügen. Zu nennen wären u. a. die Brattingsborg in Saude (Telemark), Borgklinterne oder Borgklinten - auch einfach Bygdeborg genanntInformationstafel „Bygdeborgen på Litj-Borgklinten“ der Kommune am Ort des Aufweges zur Ruine der Wallanlage. - auf Ørland (östlich Ottersbo und Austrått am Trondheimfjord), Kongsholm in SelbosoeHier ist vermutlich eine Anlage im Selbusjøen gemeint, die eine Befestigung im Typus einer Zyklopenmauer aufweist, siehe auch: Reallexikon der germanischen Altertumskunde: Band III K–Ro Abschnitt: Kyklopische Mauern, Verlag K. J. Trübner, Straßburg 1911–1919, S. 117 und Gildeskred nahe Sogndalsfjøra.Bodo Ebhardt: Der Wehrbau Europas im Mittelalter, S. 362
80 bis 100 sind auf jetzigem norwegischen Staatsgebiet bekannt, davon etwa 30 im Gebiet von Trøndelag. Andere Informationen gehen von bis zu 300 dieser Wall- oder Fluchtburgen aus. Ihre Zeitstellung wird gewöhnlich in die jüngere Bronzezeit, in den Beginn der Zeitrechnung bis um etwa 600 bzw. in früh- (Wikinger) aber auch noch hochmittelalterliche ZeitReallexikon der germanischen Altertumskunde: Band III K–Ro Abschnitt: Kyklopische Mauern, Verlag K. J. Trübner, Straßburg 1911–1919, S. 117 gelegt. Mangels archäologischer Untersuchungen sind hier bisher nur für einzelne Anlagen genauere Zeitstellungen benennbar.
Erst mit dem Entstehen eines späten Königtums und pfalzähnlichen befestigten Königshöfen entstanden erste Burgen. Viele weitere früh- und hochmittelalterliche Befestigungen waren nur aus Holz und über ihre Historie ist nur wenig bekannt. Ab etwa 1200 tritt ein verstärkter Burgenbau auf, meist als Grenzbefestigungen Richtung Schweden oder von Beginn an als festungsartige Anlagen an und um größere Ansiedlungen, wie Oslo, Bergen und Tønsberg. Hinzu kommen befestigte Kirchenburgen in Oslo, Hamar und Nidaros. Nur wenige Burgen des Adels sind bekannt, auch da sich in Norwegen nie größere Feudalsitze bzw. -gebiete neben dem Königtum etablieren konnten. Einige kleine Landsitze ließen aber prächtige Schlossbauten mit dem Ende des Spätmittelalters oder in der Neuzeit errichten; die mächtigsten sind natürlich die Königssitze um Oslo. Ehemalige norwegische Befestigungen, die heute auf Territorien anderer Staaten liegen, wie z. B. die Festung Bohus, die Kirchenburg Kirkwall oder das von den Wikingern erbaute Peel Castle sind hier nicht aufgeführt.
Viele der größeren der etwa 70 Herrenhäuser in Norwegen, würden nach heutiger Definition auch als Schloss angesehen werden können, da sie oft von Adligen zu imposanten Bauten erweitert wurden und meist mit größerem Land- bzw. Territorialbesitz verbunden waren. Ein Beispiel wäre das Gut Bogstad, dessen schlossartiges klassizistisches Herrenhaus zwischen 1760 und 1780 für den Generalkriegskommissarius und 1812 zum Ritter geschlagenen Peder Anker geschaffen wurde.
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