Rudolf Hofmann (* 29. Januar 1820 in Darmstadt, Großherzogtum Hessen; † 28. Oktober 1882 ebenda) war ein deutscher Genre-, Porträt- und Historienmaler der Düsseldorfer SchuleMuseum Kunstpalast: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016, ) sowie Galerie-Inspektor in Darmstadt.

Leben Hofmann war der Sohn des kunstinteressierten Publizisten und Hofgerichtsadvokaten Heinrich Karl Hofmann (1795–1845) und dessen Ehefrau Sophie Hofmann, geborene Volhard (1798–1854). Einer seiner drei Brüder war der Maler Heinrich Ferdinand Hofmann, ein weiterer Bruder war der spätere hessisch-darmstädtische Ministerpräsident Karl von Hofmann, Vater des Malers und Gestalters Ludwig von Hofmann sowie des preußischen Generalleutnants und Freikorpsführers Heinrich von Hofmann. mini|Blick auf die Sängerlaube im Sängersaal der Wartburg, Chromolithografie um 1900 Nach erstem künstlerischen Unterricht in Darmstadt studierte Rudolf Hofmann von 1836 bis 1842 an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei unter Wilhelm Schadow. In den Jahren 1836 bis 1839 war dort auch Karl Ferdinand Sohn sein Lehrer., Webseite im Portal archive.nrw.de (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen)

Ehe er 1860 in seine Vaterstadt zurückkehrte, hielt er sich unter anderem in München, Büdingen und Rom auf. Bekannt wurde er durch 23, bis zum Jahr 1853 geschaffene Wandgemälde zur Geschichte des Hauses Isenburg im Schloss des Fürsten Wolfgang Ernst III. zu Isenburg und Büdingen. In Rom lebte er von 1854 bis 1857 und nahm dort in den Jahren 1854 und 1855 an den „Cervarofesten“ des Deutschen Künstlervereins teil.Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutscher Taschenbuchverlag, Stuttgart 1927, Band 2, S. 270 Ab Mai 1857 schuf er nach Vorgaben des Architekten Hugo von Ritgen Fresken und Türbemalungen in der Sängerlaube der Wartburg,Max Baumgärtel (Hrsg.): Die Wartburg. Ein Denkmal deutscher Geschichte und Kunst. Historischer Verlag Baumgärtel, Berlin 1907, S. 380 f. (Digitalisat)Hans von der Gabelentz: Die Wartburg. Ein Wegweiser durch ihre Geschichte und Bauten. F. Bruckmann, München 1941, S. 125Ulrich Schulte-Wülwer: Das Nibelungenlied in der deutschen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Anabas-Verlag, 1980, ISBN 978-3-8703-8069-4, S. 122, 126 die neben Richard Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg dazu beitrugen, die Vorstellung vom Sängerkrieg auf der Wartburg im 19. Jahrhundert zu neuem Leben zu erwecken.Karl Langosch (Hrsg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1953, Band IV, Sp. 861 (Google Books)Ulrich Müller: Wartburg. In: Francis C. Gentry, Winder McConnell, Ulrich Müller, Werner Wunderlich (Hrsg.): The Nibelungen Tradition. An Encycopedia. Routledge, New York und London 2011, ISBN 0-8153-1785-9, S. 303 (Google Books) 1858 bemalte er den von Ritgen entworfenen Minnesängerschrank der Wartburg.Grit Jacobs: „Ein treues Bild aus früher Zeit.“ Das Werk des Architekten Hugo von Ritgen auf der Wartburg. Dissertation Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2015, Band 1 (Text), S. 105 (PDF)

1861 ernannte ihn Ludwig III. von Hessen-Darmstadt zum Inspektor des Großherzoglichen Kupferstichkabinetts, 1867 zum Inspektor der Großherzoglichen Gemäldegalerie im Darmstädter Schloss. In beiden Funktionen agierte er unter der Aufsicht des Ministerialrats im Finanzministerium und Museumsdirektors Heinrich August Schleiermacher.Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Hessen für das Jahr 1869. Staatsverlag, Darmstadt 1869, S. 366 Als Leiter der großherzoglichen Gemälde-Sammlung veröffentlichte er 1872 deren Verzeichnis, den „ersten niveauvollen Katalog der Galerie“, in dem er sich als erster der Darmstädter Galerieleiter kritisch mit den traditionellen Zuschreibungen auseinandersetzte.Heidrun Ludwig: Die Gemälde des 18. Jahrhunderts im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Bestandskatalog, Kataloge des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, Ausgabe 18, S. 11 An der Großherzoglichen Gemäldegalerie führte Hofmann auch eine Malschule. Schüler Hofmanns waren etwa der Historien- und Genremaler Ludwig von Löfftz sowie der Landschafts- und Porträtmaler Wilhelm Horst.

Schriften Über die historisch interessanten Gemälde in der Darmstädter Gallerie. In: Quartalblätter des historischen Vereins für das Großherzogthum Hessen, 1870, S. 8–14. Die Gemälde-Sammlung des Großherzoglichen Museums zu Darmstadt. H. Brill, Darmstadt 1872 (Digitalisat, Digitalisat der 3. Ausgabe 1885).

Literatur Hofmann, Rudolf. In: Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1882, S. 264. Hofmann, Rudolf. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1, Dresden 1891, S. 558.

Klaus Wolpert (Bearbeitung): Rudolf Hofmann (1820 bis 1882). Künstler und Galerie-Inspektor in Darmstadt. Ausstellungskatalog, Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Darmstadt 1982. Barbara Bott: Gemälde hessischer Maler des 19. Jahrhunderts im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Heidelberg 2003, S. 163 f.

Weblinks Rudolf Hofmann, Datenblatt im Portal rkd.nl (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) Rudolf Hofmann, Biografie im Portal darmstadt-stadtlexikon.de

Einzelnachweise

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