Eugene „Gene“ Eisenmann (* 19. Februar 1906 in Panama-Stadt; † 16. Oktober 1981 in New York City) war ein panamaisch-US-amerikanischer Ornithologe, Umweltschützer und Anwalt.Keir Brooks Sterling u. a. (1997), S. 246.

Leben und Wirken Der Vater stammte aus Philadelphia, seine Mutter aus Panama. Als er mit zehn Jahren nach New York kam, besuchte er zunächst die DeWitt Clinton High School.Thomas Raymond Howell (1983), S. 1. Eisenmann studierte während der Großen Depression an der Harvard University und Harvard Law School. Da er nicht sofort eine brauchbare Arbeit fand, entschloss er sich Ägypten zu besuchen, um dort über seine Zukunft zu grübeln. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten arbeitete er als Strafverteidiger bei Proskauer and Mendelsohn in New York, eine Arbeit, die ihn nicht erfüllte. Als die Firma von Lower Manhattan wegzog, nutzte Eisenmann die Gelegenheit und kündigte. Er hatte genug angespart, um zunächst mit seiner älteren Tante und später alleine in der Nähe des American Museum of Natural History (AMNH) zu wohnen.John Lewis Bullr u. a., S. 188.

Im August 1938 lernte John Lewis Bull (1879–1946) Eisenmann kennen, als beide den Bindenstrandläufer (Calidris himantopus) in Tobay Pond auf Long Island beobachteten. Es wurde eine lebenslange Freundschaft. Beide arbeiteten später am AMNH zusammen. Etwa zur gleichen Zeit lernte Eisenmann Dean Amadon (1912–2003) ebenfalls bei Beobachtungen in der Natur kennen. Mit ihm diskutierte er einen anomalen Wilson-Regenpfeifer (Charadrius wilsonia).

Bei der Linnaean Society of New York waren es Personen wie Ernst Mayr und Joseph James Hickey (1907–1993), die dort sehr inspirierend bei den Treffen der Gesellschaft auftraten. Beeinflusst durch diese Vorbilder hielt Eisenmann sich immer länger am AMNH auf. 1957 bekam er schließlich eine Position als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum. Diese Position hatte er bis zu seinem Tod inne. Mit Annotated list of birds of Barro Colorado Island, Panama Canal Zone erschien 1952 seine erste wichtige Publikation. Es dauerte bis ins Jahr 1979, als er gemeinsam mit Edwin O’Neill Willis eine Erweiterung des Werks unter dem Titel A revised list of birds of Barro Colorado Island, Panamá, publizierte.

Die Harvard Law School verlieh ihm den Doctor of Jurisprudence. Eisenmann galt als vielfach gebildeter Mensch und so beschäftigte er sich auch mit Themen wie Musik, Politik und Wissenschaften. Trotz eines Geburtsfehlers, der ihm die Nutzung nur einer Hand erlaubte, tippte er alle seine Manuskripte alleine mit einem Finger. Hilfsmittel wie Diktiergerät verachtete er.

Da Eisenmann panamaische Wurzeln hatte, besuchte er das Land jährlich. Hier studierte er die reichhaltige Vogelwelt und traf sich mit verschiedenen Familienmitgliedern. Im Jahr 1952 besuchte er mit seinem Freund Bull Panama und brachte ihm als Mentor die neotropische Vogelwelt näher. Da er fließend Spanisch sprach, half er auch vielen lateinamerikanischen Schülern bei ihren Forschungsarbeiten. Seine Beiträge zur neotropischen Avifauna sind weitaus vielfältiger, als seine publizierten Werke. Seine Manuskripte, die sich in Panama befanden, halfen so manchem Forscher bei seiner Arbeit. Auch korrigierte er Manuskripte anderer sehr akribisch und gab gerne seine hoch geschätzten Beiträge dazu. Diese Hilfen wurden in zahlreichen Publikationen über Vögel in Mittel- und Südamerika wohlwollend erwähnt. Eisenmann selbst war oft bescheiden und lehnte deswegen oft die Co-Autorenschaft in den Publikationen ab.John Lewis Bull u. a., S. 189. 1962 beschrieb er mit Frederico Carlos Lehmann Valencia den Brustflecksegler (Cypseloides lemosi) neu für die Wissenschaft.Eugene Eisenmann (1962) u. a. Nr. 2117, S. 3. Außerdem wurden von ihm die Weißkehldrossel-Unterart (Turdus assimilis coibensis , 1950), die Falkennachtschwalben-Unterart (Chordeiles minor panamensis , 1962) und die Fleckenbrust-Todityrann-Unterart (Todirostrum maculatum amacurense & , 1971) erstbeschrieben.

Sein Interesse an Biologie, Evolution, geografische Variation und Erhaltung von Vögeln war tiefgreifend und nicht nur auf Fragen von trival- bzw. wissenschaftliche Namen beschränkt. Ornithologischen Treffen verband er auch immer mit Exkursionen in freier Natur. Dies galt nicht nur für seine jährlichen Reisen nach Panama, sondern auch bei fernen Treffen wie 1960 in Tokio beim International Council for Bird Preservation (ICBP) oder 1969 beim Pan-African Ornithological Congress im Kruger-Nationalpark. Sein juristischer und ökonomischer Sachverstand, gepaart mit dem Hang zum Umweltschutz, machte ihn zu einem wertvollen Mitglied der ICBP für die Abteilung Panamerika.John Lewis Bull u. a., S. 190.

Als Eisenmann von Japan zurückkehrte, erlitt er, als er mit Roger Tory Peterson auf den Midwayinseln Albatrosse beobachtete, einen Herzinfarkt. Dank der guten Versorgung des Marinekrankenhauses auf der Insel überlebte er. Anfang 1981 folgte ein zweiter Infarkt. Auch von diesem schien er sich gut zu erholen und so reiste er im selben Jahr nach Edmonton, um das Treffen der American Ornithologists’ Union (A.O.U.) zu besuchen. Doch kurz nach seiner Rückkehr verstarb er schließlich nach einem weiteren Infarkt.

Mitgliedschaften Da er sehr gesellig war, war er sehr schnell bekannt in der Linnaean Society of New York. Später wurde er Präsident der Gesellschaft. Nach seinem Tod verlieh die Gesellschaft die Eisenmann-Medaille an verdiente Ornithologen. Für die Gesellschaft publizierte er eines seiner wichtigsten Werke The species of Middle American birds. Er wurde Mitglied der International Commission on Zoological Nomenclature. In dieser Aufgabe war er immer willig, auch komplizierte Fragen zur Nomenklatur zu analysieren und zu beantworten.

Im Jahr 1936 wurde Eisenmann ein Mitglied der A.O.U., der er bis zu seinem Lebensende treu war. 1951 wurde er bei der A.O.U. zum gewählten Mitglied, 1960 zum Fellow und von 1967 bis 1969 zum Vizepräsidenten der Gesellschaft gewählt. Von 1958 bis 1959 war er Herausgeber der Fachzeitschrift The Auk. Als Vorsitzender der Kommission bereitete er die sechste Ausgabe der A.O.U. Check-List vor. Dieses dauerte von 1966 bis zu seinem Tode. Als die sechste Ausgabe publiziert wurde, wurde diese Eisenmann gewidmet.American Ornithologists’ Union, S. 8. Viele seiner Freunde ehrten ihn 1985 im 36. Band zu Ornithological Monographs, der unter dem Titel Neotropical Ornithology erschien. Auch dieses Buch wurde ihm gewidmet.

Dedikationsnamen Theodore Albert Parker III und John Patton O’Neill widmeten ihm den Namen des Inkazaunkönigs (Pheugopedius eisenmanni).Theodore Albert Parker III u. a., S. 9. Francisco S. Delgado Botello ehrte ihn 1985 im Namen des Azuerosittichs (Pyrrhura eisenmanni).Francisco S. Delgado Botello, S. 17.

Außerdem findet man seinen Namen in den Unterarten des Violettscheitelkolibris (Coeligena torquata eisenmanni , 1985),John Seddon Weske, S. 41. des Feuerkehlkolibris (Panterpe insignis eisenmanni , 1985)Frank Gary Stiles, S. 24. des Olivrücken-Zwergspechts (Picumnus olivaceus eisenmanni & , 1966),William Henry Phelps, Jr. u. a., S. 17. Kurzschnabel-Gilbammer (Sicalis luteola eisenmanni , 1953)Alexander Wetmore, S. 9. und Schwarzkopf-Zwergtaucher (Tachybaptus dominicus eisenmanni & , 1985).Robert Winthrop Storer u. a., S. 38.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

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