mini|hochkant|Wappen derer von Seckendorff Seckendorff (auch: Seckendorf) ist der Name eines alten fränkischen Adelsgeschlechts.
Geschichte mini|hochkant|Burgkapelle Seckendorf Das Geschlecht führt seinen Namen nach dem Ort Seckendorf bei Cadolzburg in Mittelfranken. Die Burg Seckendorf wurde 1154 erstmals erwähnt und befand sich vermutlich schon damals im Besitz der nach ihr benannten Familie. Es ist nicht bekannt, ob die Familie anfänglich edelfrei war oder in einem Lehnsverhältnis stand, etwa zu den um 1200 ausgestorbenen Grafen von Abenberg, welche die Herrschaft Cadolzburg besaßen.Burgschloss Cadolzburg Denn die Seckendorffer wurden als Familie erst mit Heinrich von Seckendorff am 1. Mai 1254Günther Schuhmann, Gerhard Hirschmann: Urkunden-Regesten des Zisterzienserklosters Heilbronn. Band 1. (Erster Teil: 1132–1321.), In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, III. Reihe, 3. Band, 1. Teil, Würzburg 1957. 1957, Nr. 89. bzw. mit den Brüdern Arnold, Burkhard und Ludwig von Seckendorff am 16. Oktober 1259Rudolph Freiherr von Stillfried, Traugott Märcker: Monumenta Zollerana 2. Berlin 1856, Nr. 87. urkundlich erstmals erwähnt. Von der abgegangenen Stammburg existiert heute nur noch die Burgkapelle Seckendorf.
Die Herrschaft Obernzenn unweit von Bad Windsheim in Mittelfranken befand sich vermutlich ebenfalls bereits im 12. Jahrhundert im Besitz der Familie von Seckendorff, die dort bis heute ansässig ist. Obernzenn war eine reichsritterliche Herrschaft mit einer Fläche von etwa 40 Quadratkilometern; sie gehörte zum Ritterkanton Altmühl des Fränkischen Ritterkreises. Andere Besitzungen der Familie gehörten zum Ritterkanton Steigerwald. Das Geschlecht gehörte somit der Reichsritterschaft an.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Freiherrliche Häuser A (Uradel), Band X, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1977, S. 342. Ein „Schloss zu Niedernzenn“ wurde erstmals 1445 erwähnt; das Schloss Unternzenn befindet sich seither ebenfalls bis heute im Besitz der Freiherren von Seckendorff. Die Familie übte die Hohe Gerichtsbarkeit aus.
Aberdar von Seckendorf zu Zenn war um 1312 der Stammvater der sogenannten Aberdar-Linie. Sein Bruder Gutend, Vizedominus des Burggrafen von Nürnberg, begründete die nach ihm benannte Gutend-Linie.Seckendorff im Zedler-Lexikon
Ein Herr Burckart von Seggendorf tritt urkundlich am 24. Januar 1342 in Erscheinung, als die Grafen Ludwig und Fridrich zu Oettingen, Landgrafen im Elsass, diesem die „Theidigung“ (Beteiligung?) welche er an Gütern in der „Brunst“ mit Herr Brun von der Lephenburg vereinbart hatte, bestätigten.Maxmil. Bar. de Freyberg: Regesta sive rerum Boicarum autographa. 1838, S. 328.
Ein Seckendorff wurde von den Burggrafen von Nürnberg als Amtmann von Hohenberg eingesetzt. Mitglieder der Linie Hoheneck hatten bis 1328 das Truchsessamt und Mitglieder der Linie Nold zwischen 1412 und 1659 das Schenkenamt des Burggrafentums Nürnberg inne.
Von insgesamt 13 Linien (Abenberg, Aberdar, Egersdorf, Gutend, Hörauf, Hoheneck, Jochsberg, Nold/Nolt († 1659), Obersteinbach, Pfaff, Rinhofen I, Rinhofen II, Rinhofen III) der Familie gibt es heute nur noch drei (Aberdar, Gutend und Rinhofen III).
Standeserhöhungen Linie Aberdar: Reichsfreiherrenstand mit Wappenbesserung in Wien am 5. September 1706 für den kaiserlichen Rittmeister Christoph Sigmund von Seckendorff, Gutsherr auf Sugenheim, Obernzenn u. a., Ritterhauptmann des Ritterkantons Steigerwald der fränkischen Reichsritterschaft. Württembergischer Grafenstand in Stuttgart am 6. November 1810 für den königlich württembergischen Kammerherrn und Staatsminister Christoph Freiherr von Seckendorff. Linie Gutend: Reichsgrafenstand und Wappenbesserung in Wien am 2. April 1719 für den kaiserlichen Feldmarschall Friedrich Heinrich Freiherr von Seckendorff (1673–1763). Preußischer Grafenstand in Berlin am 17. Januar 1816 für den königlich sächsischen Geheimrat Adolph Franz Carl Freiherr von Seckendorff, Direktor der Stände im Stift Merseburg. Preußische Genehmigung zur Fortführung des Freiherrn-Titels durch A. K. O. Swinemünde (an Bord S. M. Yacht Hohenzollern) am 5. August 1912 mit Diplom vom 28. Mai 1913 für die Nachkommen der Brüder des herzoglich braunschweigischen Oberst Gerald Freiherr von Seckendorff. Linie Rinhofen: Preußische Genehmigung zur Fortführung des Freiherrn-Titels durch A. K. O. Swinemünde (an Bord S. M. Yacht Hohenzollern) am 5. August 1912 mit Diplom vom 28. Mai 1913 für die Nachkommen des königlich preußischen Regierungsrats Carl Freiherr von Seckendorff († 1840).
Besitzungen (Auszug) mini|Blaues und Rotes Schloss Obernzenn mini|Schloss Unternzenn mini|Schloss Unteraltenbernheim
Ab 12. Jh. bis heute Obernzenn, Blaues und Rotes Schloss bis heute: Schloss UnternzennSchloss Unterzenn, Hrsg. Gemeinden in der Arbeitsgemeinschaft Zenntal. Stand 1. Januar 2024. ? -? Schloss Unteraltenbernheim 1317–1782 Burg und Dorf Langenfeld (Mittelfranken) und Ullstadt 1347–1375 das Rittergut Oberndorf bei Möhrendorf 1349–1368 Gunzenhausen ab 1361 Rittergut Schnodsenbach Geschichte von Schnodsenbach 1361–1379 MonheimAnnett Haberlah-Pohl, Wolfgang Wüst: Die Geschichte des Nadlerdorfes Rögling, Hrsg. Gemeinde Rögling, Nördlingen 2008, S. 15. 1369–1518 (ca.) Neuendettelsau, um 1403 Aufteilungen zwischen den Seckendorf und Vestenberg 1395–1500 (ca.) Rittergut Obersteinbach bei Neustadt/Aisch (mit Frankfurt, Langenfeld, Lachheim, Roßbach (Baudenbach) und Stübach) schullandheimwerk-mittelfranken.de Wohl ab Ende des 14. Jh. (nachweislich ab 1412) − 1972 Schloss SugenheimAltes und Neues Schloß Sugenheim 1410–1617 Schloss BechhofenSeckendorfisches Schloss Bechhofen vor 1417–1503 Burg Hiltpoltstein im Landkreis Forchheim 1422–1447 Rieterschloss in Kornburg 1444–1453 Burg Reicheneck bei Happurg 1448–1452 Fürerschloss in Haimendorf ab 1455 Rauschenberg, Bergtheim, Höchstadt, Taschendorf, Obertaschendorf. 1465–1722 das Lehen Buch bei Weisendorf weisendorf.de bis 1479 die Grundherrschaft und Schloss Rezelsdorf bei Weisendorf 1478–15. Jh. Festung Rothenberg bei Schnaittach 1486 Buchklingen (Emskirchen), Brunn (Emskirchen)Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, ; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. in: Ebenda, 1978, S. 104. ISBN 3-87707-013-2. 1503–1528 Rittergut Hüttenbach bei Simmelsdorf ab 1504 Güter in Oberlindach bei Weisendorf 1504–1570 Anteile am Rittergut Simmelsdorf 1527–1653 Rittergut Obbach bis 1531 Rittergut Reichenschwand 16. Jh.–1558 Herrensitz in Eismannsberg (Altdorf bei Nürnberg) bis 1600 Schlossgut Triesdorf ? -? Altheim bei Dietersheim Mitte 15. – Mitte des 17. Jh. Hallerndorf (Linie derer von Seckendorf zu Krotendorf, Schnodsenbach, Sugenheim, Hallerndorf und Rossbach) ? Sugenheim ? Krotendorf ? -? Lehen in Almoshof (Stromerscher Herrensitz) 1677–1945 Rittergut und Schloss Meuselwitz, Thüringen 1705 – heute Schloss Ebneth (Besitzerin: Isabelle Callens geb. von Seckendorff) ? (belegt 1486) – heute Schloss Trautskirchen (Besitzerin: Isabelle Callens geb. von Seckendorff) 1726 – heute Gut Weingartsgreuth (Besitzer: Freiherr von Seckendorff-von Witzleben) 1720–1727 Landgut mit Schloss Harrlach bei Allersberg 1720–1774 das Seckendorff-Egloffsteinsche Freihaus in Kornburg 1724 erbaut: Seckendorffsches Palais in Altenburg 1757–1952 Schloss Unterleinleiter, Fränkische Schweiz 1760–2007 Wasserschloss Erkenbrechtshausen von etwa 1797 bis nach 1835 GutStaats-Handbuch für das Großherzogtumes Sachsen-Weimar-Eisenach für das Jahr 1835. Verlag Albrecht, Weimar 1835, S. 34. und Schloss Burkersdorf bei Weida/Thüringen 1839–1934 Gut TentzerowGutshaus Tentzerow, In: Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern, Hrsg. QM3 UG, Klein Kordshagen, Lüssow 2025. 1840–1945 Schloss Broock, Landkreis Vorpommern-Greifswald 1858 – heute Schloss Strössendorf
Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Lindenzweig in Form einer 8 mit vier untereinander stehenden gestielten roten Blättern an jeder Seite. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein hermelin-gestulpter roter Turnierhut, besteckt mit sieben schwarzen Hahnenfedern.
Historische Wappenbilder
Bekannte Familienmitglieder Burkard von Seckendorff-Jochsberg († 1365) Irnfrit von Seckendorff (1366), Richter zu dem HofEintrag. In: Ad. M. Hildebrandt: Heraldik, Sphragistik und Genealogie, 1884, XII. Jahrgang, Nr. 6, S. 25, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin; asch-boehmen.de (PDF; 2,6 MB). Ritter Hans von Seckendorff zu Prunn 1431 auf Geheiss des Markgrafen Friedrich von Brandenburg als Richter zu Lehensrecht in Nürnberg sitzendEintrag. In: Ad. M. Hildebrandt: Heraldik, Sphragistik und Genealogie, 1884, XII. Jahrgang, Nr. 76, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin; asch-boehmen.de (PDF; 2,6 MB). Hans von Seckendorf-Aberdar (1473–1535), Statthalter der fränkischen Markgrafentümer Hans von Seckendorff (um 1530), Amtmann in AnsbachAnselm Schubert: Der Traum vom Tag des Herrn: Die „Träumer von Uttenreuth“ und das apokalyptische Täufertum. in der Zeitschrift Archiv für Reformationsgeschichte. Jahrgang 97, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2006, S. 106–136, 111. ISBN 3-579-08450-X. Kaspar von Seckendorff (1542–1595), Fürstbischof von Eichstätt Veit Ludwig von Seckendorff (1626–1692), deutscher Staatsmann sowie Staats- und Verfassungstheoretiker Ernst Ludwig von Seckendorff-Gutend (1672–1741), preußischer bevollmächtigter Minister beim Fränkischen und Schwäbischen Reichskreis Friedrich Heinrich Graf von Seckendorff (1673–1763), kaiserlicher Feldmarschall Christoph Friedrich von Seckendorff-Aberdar (1679–1759), Diplomat und brandenburg-ansbachischer Minister Christoph Ludwig von Seckendorff-Aberdar (1709–1781), Leitender Minister und Präsident des Geheimen Rates von Brandenburg-Ansbach Friedrich Carl von Seckendorff (1736–1796), Burgmann, Wirklicher Geheimrat und markgräflich brandenburgisch-ansbachischer Minister Adolph Franz Carl von Seckendorff (1742–1818), preußischer Graf und Stiftsdirektor in Merseburg Karl Siegmund von Seckendorff (1744–1785), deutscher Dichter, Regisseur, Schauspieler und Sänger am Weimarer Hof Sophie von Seckendorff, geb. Kalb, Ehefrau von Karl Siegmund von Seckendorff (1744–1785) Johann Karl Christoph von Seckendorff (1747–1814), württembergischer Graf und Staatsminister Albrecht von Seckendorff (1748–1834), Großherzoglich badischer Staats- und Finanzminister Franz Paul Christoph von Seckendorff (1750–1823), Präsident (Vorsitzender eines Senats) am Reichskammergericht Theresius von Seckendorf-Aberdar (auch: Seckendorff; 1758–1825), deutscher Biograf, Romanist, Hispanist und Lexikograf Christian Adolf von Seckendorff (1767–1833), deutscher Dichter Ferdinand Alexander von Seckendorff, Kammerherr des Sächsischen Kurfürst Friedrich August III., Rittergutsbesitzer Friedrich Bernhard von Seckendorff (1772–1852), deutscher Politiker Carl August von Seckendorf (1774–1828), Assessor (Richter) am Reichskammergericht, später Oberkonsistorialpräsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Franz Karl Leopold von Seckendorf-Aberdar (1775–1809), deutscher Dichter Gustav von Seckendorff (1775–1823), deutscher Dichter und Schriftsteller Georg von Seckendorff (1779–1865), bayerischer Generalleutnant und Gutsbesitzer Alfred von Seckendorff (1796–1876), deutscher Verwaltungsjurist und Schriftsteller William von Seckendorff (1799–1863), Bergbaubeamter, Mineraloge und Salinendirektor in Schöningen Carl von Seckendorff (1800–1870), preußischer Oberbergrat Theodor Franz Christian von Seckendorff (1801–1858), preußischer Diplomat Adolf von Seckendorff (1801–1866), preußischer Generalmajor Karl Alexander von Seckendorff-Aberdar (1803–1855), württembergischer Obersthofmeister und Kammerherr