Christopher Daniel Duntsch (* 3. April 1971 in Montana) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Facharzt für Neurochirurgie, der an verschiedenen Kliniken im Dallas-Fort-Worth-Metroplex arbeitete. Er wird von einigen Medien auch Dr. Death, Dr. D und Dr. Tod genannt. Er wurde 2017 aufgrund mehrerer grober Behandlungsfehler, welche zum Tod und zu Behinderungen seiner Patienten führten, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Frühes Leben und Ausbildung
Duntsch wurde in Montana geboren, lebte die meiste Zeit seiner Jugend aber in Memphis (Tennessee). Er schloss die Evangelical Christian School in Cordova, einem Vorort von Memphis, ab. Ursprünglich wollte er eine Karriere als Footballprofi anstreben, wurde jedoch nur Mitglied des Millsaps College in der Division II und der Colorado State University in der Mountain West Conference der NCAA Division I. Danach kehrte er an die Memphis State University (jetzt University of Memphis) zurück. Aufgrund des häufigen Ortswechsels war ein Fortführen seiner Footballkarriere nicht mehr machbar. Sein neues Ziel war Neurochirurg.
Duntsch absolvierte ein MD–PhD-Programm und eine Facharztausbildung für Neurochirurgie am University of Tennessee Health Science Center, ebenfalls komplettierte er eine Wirbelsäulenspezialisierung. Schon während seiner Ausbildung wurde er überführt, unter Einfluss von Kokain operiert zu haben. Nach Absolvierung eines Programms für Ärzte mit Drogenproblemen durfte er seine Ausbildung fortsetzen.
Karriereverlauf Ursprünglich fokussierte sich Duntsch stark auf seinen PhD-Abschluss und beteiligte sich an mehreren Publikationen, Patenten und Biotech-Startups. Aufgrund seiner finanziellen Lage entschied er sich jedoch dazu, sich der Neurochirurgie zuzuwenden.
2010 zog Duntsch mit seiner damaligen Freundin nach Dallas, Texas. 2011 gründete er die neurochirurgische Praxis Texas Neurosurgical Institute. Im selben Jahr erhielt er die Zulassung, am Baylor Regional Medical Center in Plano als Wirbelsäulenchirurg zu praktizieren. Während seiner Arbeit in Baylor Plano beging Duntsch bei mehreren Patienten schwere Behandlungsfehler, welche irreversible Schäden hinterließen. Zwei seiner Patienten starben infolge der Behandlungen. Im April 2012 reichte Duntsch seine Kündigung ein, nachdem man ihn aufgrund seines Fehlverhaltens im Operationssaal von allen chirurgischen Aktivitäten suspendiert hatte.
Daraufhin erhielt er eine temporäre Zulassung beim Dallas Medical Center in Farmers Branch, bis die Verantwortlichen sein Arbeitszeugnis vom Baylor Regional Medical Center erhielten. Nach nicht einmal einer Woche wurde ihm gekündigt, da unter seiner Aufsicht eine weitere Patientin verstarb.
Am 6. Dezember 2013 wurde ihm vom Texas Medical Board die Berufsausübungsbewilligung entzogen.
Künstlerische Rezeption Wondery Media veröffentlichte 2018 eine 6-teilige Podcast-Serie Dr. Death über Duntsch. Diese wird seit August 2019 auch in einer deutschen Übersetzung angeboten.
Ab 15. Juli 2021 wurde in den USA eine achtteilige Serie unter dem Titel Dr. Death von Peacock gezeigt. Die Hauptdarsteller sind Joshua Jackson als Duntsch, sowie Alec Baldwin und Christian Slater als die beiden Ärzte, die Duntsch letztlich das Handwerk legen.
Einzelnachweise
Kategorie:Neurochirurg Kategorie:Verurteilte Person Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Kriminalfall in den Vereinigten Staaten Kategorie:Kriminalfall (21. Jahrhundert) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann