(2624) Samitchell ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 7. September 1962 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana im Rahmen des Indiana Asteroid Program bei einer Helligkeit von 16 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 20. Oktober 1954 fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt in Erinnerung an Samuel Alfred Mitchell (1874–1960), der von 1899 bis 1913 an der Columbia University in New York City lehrte und anschließend bis 1945 Direktor des Leander McCormick Observatory in Virginia war. Er ist bekannt für seine Arbeiten zu Sonnenfinsternissen und Sternparallaxen. Seine Messungen des Blitzspektrums bei den Sonnenfinsternissen von 1900, 1901 und 1905 umfassten fast 3000 Spektrallinien. Sein Buch „Eclipses of the Sun“ erlebte fünf Auflagen. Seine fotografischen Parallaxenmessungen mit dem McCormick-Refraktor führten bis 1950 zur Veröffentlichung von 2001 Parallaxen. Die nachfolgenden Arbeiten von Peter van de Kamp und Alexander N. Vyssotsky, angeregt und unterstützt von Mitchell, ergaben die absoluten Eigenbewegungen von 29.000 Sternen zwischen den Größenklassen 8 und 12. Der Namensvorschlag stammte von Frank K. Edmondson, der das Indiana Asteroid Program initiiert hatte.
(2624) Samitchell wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, (PDF; 173 kB). Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (2624) Samitchell immer wieder zwischen 0,76 und 0,87 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,60 AE (239 Mio. km).
Wissenschaftliche Auswertung Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 14. bis 17. August 1993 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 12,41 h bestimmt.M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919.
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (2624) Samitchell einen Wert von 12,43 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 33,2 ± 1,5 km abgeleitet.A. Waszczak, Ch. Chang, E. O. Ofek, R. Laher, F. Masci, D. Levitan, J. Surace, Y. Cheng, W. Ip, D. Kinoshita, G. Helou, T. A. Prince, Sh. Kulkarni: Asteroid Light Curves from the Palomar Transient Factory Survey: Rotation Periods and Phase Functions from Sparse Photometry. In: The Astronomical Journal. Band 150, Nr. 3, 2015, S. 1–35, doi:10.1088/0004-6256/150/3/75 (PDF; 4,63 MB).
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 12,43323 h berechnet werden.J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
Siehe auch Liste der Asteroiden
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Hauptgürtelasteroid unter 50 km Durchmesser Kategorie:Hilda-Gruppe Kategorie:Astronomisches Objekt (entdeckt im Rahmen des Indiana Asteroid Program)