Dichlortrioxid, Cl2O3, ist eine chemische Verbindung zwischen Chlor und Sauerstoff und das Anhydrid der Chlorigen Säure. Es ist ein dunkelbraunes, sehr instabiles Gas.

Vorkommen Dichlortrioxid ist ein Abfallprodukt bei der Reaktion von Chlordioxid mit Sulfiten. Diese Reaktion wird zur Entfernung von Spurenstoffen aus Abwässern erforscht. Bei der Reaktion entstehen Chlormonoxid-Radikale, die zu Dichlordioxid dimerisieren und mit weiterem Chlormonoxid Dichlortrioxid bilden.Juan Li et al.: Superfast degradation of micropollutants in water by reactive species generated from the reaction between chlorine dioxide and sulfite. In: Water Research. Band 222, 2022, Artikel 118886, . In der Atmosphäre kann es, wenn überhaupt, nur in sehr geringen Mengen vorkommen, da Chlordioxid und Chlormonoxid, aus denen es gebildet werden kann, nur begrenzt zusammen vorkommen, Chlormonoxid wahrscheinlich überwiegend zu Dichlordioxid reagiert und Dichlortrioxid sich auch bei den niedrigsten in den Stratosphäre vorkommenden Temperaturen schnell zersetzt.T. J. Green, M. Islam, P. Guest, K. Hickson, C. E. Canosa-Mas, R. P. Wayne: A discharge-flow study of Cl2O3. In: Phys. Chem. Chem. Phys. Band 5 Nr. 24, 2003, S. 5409–5418, .

Gewinnung Dichlortrioxid wird durch die Photolyse von Chlordioxid hergestellt. Eine alternative, nicht photolytische Methode geht von Chlor und Natriumchlorit aus. Diese reagieren zu Chlordioxid (OClO). Gleichzeitig werden im mit Helium vermischten Chlor durch Mikrowellenentladung Chloratome erzeugt, die mit Chlordioxid zu Chlormonoxid reagieren. Aus diesen beiden Vorgängersubstanzen entsteht dann Dichlortrioxid. Cl2 + 2 NaClO2 -> 2 OClO + 2 NaCl Cl + OClO -> 2 ClO OClO + OCl -> Cl2O3

Eigenschaften Das dunkelbraune Gas ist bei −75 °C metastabil und zersetzt sich langsam ab −45 °C in Chlor und Sauerstoff. Explosionsgefahr besteht bei ungefähr 0 °C.

Der größte Absorptionsquerschnitt des Moleküls für UV/VIS-Strahlung wurde bei 267 nm gemessen. Die Standardbildungsenthalpie beträgt ΔfH0 = -57,9 ± 2.1 kJ ·mol−1, die Bildungentropie ΔfS0 = -132,6 ±7,9 J · K−1 mol−1.

Einzelnachweise

Kategorie:Chlorverbindung Kategorie:Oxid