mini|hochkant=1.5|Inschrift für „Dr. jur. Oppler, Sigmund“ am Mahnmal für die ermordeten Juden Hannovers
Sigmund OpplerDr. med. Berthold Oppler im Portal Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945, abgerufen am 14. November 2025 oder Siegmund Oppler (geboren 16. Juli 1873 in Hannover; gestorben 17. September 1942 in Amsterdam) war ein deutscher Jurist.Peter Schulze: Oppler, (4) Siegmund, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 276f.
Leben Sigmund Oppler war der Sohn des aus jüdischer Familie stammenden Architekten Edwin Oppler und der Ella Oppler, geborene Cohen.Andreas Heusler (Bearb.): Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden. 1933 - 1945, hrsg. vom Stadtarchiv München, Band 2: (M - Z), München: EOS-Verlag, 2007, ISBN 978-3-8306-7280-7 und ISBN 3-8306-7280-2, S. 230; und der jüngste der dreiWaldemar R. Röhrbein (Hrsg.), Hugo Thielen (Bearb.): Jüdische Persönlichkeiten in Hannovers Geschichte, vollständig überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Neuauflage, Hannover: Lutherisches Verlagshaus, 2013, ISBN 978-3-7859-1163-1, S. 125, 141f. beziehungsweise vier Opplerschen Brüder, neben dem Maler Ernst Oppler und dem Bildhauer und Graphiker Alexander Oppler auch der Arzt und Internist Berthold Oppler.
Oppler studierte Rechtswissenschaften und wurde 1895 promoviert. Anfang 1903 ließ er sich als Anwalt in seiner Heimatstadt Hannover nieder.
Während des Ersten Weltkrieges wirkte Oppler zunächst unentgeltlich in der städtischen Rechtsauskunftsstelle Hannover, bis er ab 1917 als Soldat in den Krieg zog. Zuvor war er Gründungsmitglied der 1916 aus Protest gegen die offizielle städtische Kunstpolitik Hannovers gegründeten Kestnergesellschaft, wurde in den Vorstand der Gesellschaft gewählt und wirkte dort – zeitweilig gemeinsam mit Leo Catzenstein – als Beirat.
Zu Beginn der Weimarer Republik erhielt er 1920 seine Bestellung zum Notar. 1921 verzeichnete ihn das Periodikum Preußische Statistik als Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP).Preussische Statistik. Amtliches Quellenwerk, hrsg. in zwanglosen Heften vom Königlich Preussischen Statistischen Landesamte, Berlin: Landesamt, Band 251 (1921), S. 33, 64;
Ab 1924 und bis 1933 wirkte Oppler zudem als Syndikus der hannoverschen Börse.
Innerhalb der Jüdischen Gemeinde Hannovers beteiligte sich Siegmund Oppler an der Leitung des Jüdischen Krankenhauses sowie an der Leitung des Jüdischen Altersheimes. Darüber hinaus verwaltete er die Cohenschen Stiftungen.
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft wurde Oppler per Berufsverbot 1935 das Notariat entzogen, im selben Jahr gab er seine Zulassung zur Anwaltschaft auf. 1936 war in der Zeitschrift Deutsche Justiz zu lesen, dass „RA, Dr. Siegmund Oppler“ beim Amtsgericht Hannover und beim Landgericht Hannover gelöscht worden war.Deutsche Justiz, Ausgaben 1-26 (1936), S. 106;
Nach der Novemberpogromen 1938 floh Oppler im April 1939 in die Niederlande nach Amsterdam. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg und im Angesicht der bevorstehenden Verschleppung in das KZ Auschwitz nahm sich Sigmund Oppler gemeinsam mit seiner Ehefrau Lily Oppler am 17. September 1942 in Amsterdam das Leben.
Gedenken Die Namen und Schicksale von Sigmund und Lily Oppler sind seit dem Jahr 2004 auf einer Schrifttafel des Mahnmals für die ermordeten Juden Hannovers nahe dem Opernhaus eingraviert.Peter Schulze: Oppler, Siegmund, in: Stadtlexikon Hannover, S. 490
Weblinks
Siehe auch Geschichte der Juden in Hannover
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland) Kategorie:Notar (Deutschland) Kategorie:Krankenhausleiter Kategorie:DDP-Mitglied Kategorie:Person des Judentums (Hannover) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Amsterdam) Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann