Johann Nicolaus Fischer, auch Nikolaus Fischer (* 22. Januar 1814 in Schwarzburg;Kirchengemeinde Schwarzburg: Kirchenbuch 1804–1824, S. 122, Eintrag Nr. 2 † 15. September 1866 in DemminKirchengemeinde Demmin: Sterberegister der Stadtgemeinde, 1854–1869, S. 300, Eintrag Nr. 459), war ein deutscher Orgelbauer in Demmin.

Leben und Werk Johann Nicolaus Fischer war der Sohn des Schwarzburger Amtsboten Heinrich Carl Fischer und seiner Frau Elisabeth Sommer. Er war wahrscheinlich ein Schüler von Johann Friedrich Schulze.

Erstmalig wurde Fischer am 19. Juli 1853 als Orgelbauer in Demmin genannt, als er seine Naturalisation beantragte.Archiwum Państwowe w Szczecinie: Acta der Königlichen Regierung zu Stettin betreffend die Niederlassung fremder Personen in der Stadt Demmin, 1850–1860, Vorgang Nr. 487/7, Signatur: 65/92/0/-/I.9581 Es ist angegeben, dass er aus Schwarzburg-Rudolstadt stammte und sich zum Zeitpunkt kein Orgelbauer in der Stadt Demmin und der Umgegend befand. Die Naturalisation erfolgte am 14. Oktober 1853, das Bürgerrecht erlangte er am 28. November 1853.Demminer Wochenblatt, Ausgabe Nr. 95 vom Sonnabend, 26. November 1853 Fischer heiratete am 22. November 1854 in DemminKirchengemeinde Demmin: Tauf-, Trau- und Sterberegister der Stadtgemeinde, 1846–1857, S. 55, Eintrag Nr. 54 Frau Dorothea Sophie Christiane Grawe, Tochter des Schuhmachermeisters Johann Friedrich Grawe aus Loitz. Das Aufgebot wurde in Greifswald beigebracht. Ebenfalls im Jahr 1854 erwarb er in Demmin das Haus Nr. 27 im Holstenbezirk.David Krüger: Häuser und Familien in Demmin: 1625 bis 1865. Books on Demand, Demmin 2022, ISBN 978-3-7557-9203-1, S. 253

Von Johann Nicolaus Fischer sind etwa zwölf Orgelneubauten in Vorpommern bekannt, von denen einige erhalten sind. In einigen Kirchendarstellungen wird der Name (irrtümlich ?) mit F. W. Fischer oder Anton Fischer angegeben.Im umfassenden Orgelbauerlexikon sind diese Namen nicht bekannt, Anton Fischer war ein Orgelbauer in Westfalen in dieser Zeit Nicht mehr vorhandene Instrumente sind kursiv gesetzt.

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1852 Rakow Dorfkirche I/P 8 1996 Restaurierung durch Orgelbau WolterFischer-Orgel Rakow Kirche Glewitz Orgel Orgeldatabase (niederländisch) 1852/1860 Alt Tellin Dorfkirche I/P 6 2002 instand gesetzt und 2023 umfassend restauriertAlt Tellin Pfarramt Hohenmocker 1854 Hohenmocker Dorfkirche I/P 8 1999 Generalüberholung, 2019 Reparaturen geplantOrgelsanierungen Pfarramt Hohenmocker Kirche Hohenmocker Pfarramt Hohenmocker Information Orgeldatabase (niederländisch) 1855 Poseritz Dorfkirche St. Marien 160x160px I/P 8 erhaltenOrgel Orgeldatabase 1855 Schmarsow Dorfkirche 160x160px I/P 5 1870 Arbeiten von Grüneberg, erhalten 1858 Behrenhoff DorfkircheII/P11 Die Orgel wurde am 16. November 1858 eingeweiht. 1858 Krien Dorfkirche I/P 9 erhalten 1860 Gustow Dorfkirche I/P 8 erhaltenOrgel Orgeldatabase 1861 Siedenbrünzow Dorfkirche I/P 9 Urheberschaft unsicher, 1861 Arbeiten von Grüneberg, 2005 restauriert von Schmidt.Restaurierungen 2005 Schmidt, mit Angabe N. Fischer, nicht im Lexikon norddeutscher Orgelbauer genannt 1862 Gülzowshof Dorfkirche I/P 8 erhaltenOrgel Orgeldatabase um 1860 Bentzin Dorfkirche I 5 erhalten um 1860 Daberkow Dorfkirche I/P 8 erhalten, nicht spielbar (2019)Orgel Pfarramt Hohenmocker-Daberkow ? Völschow Dorfkirche?? 1934 Neubau durch Felix Grüneberg (Opus 782) mit II/P/9, Gehäuse von Fischer erhalten.

Literatur Uwe Pape, Max Reinhard Jaehn: Nikolaus Fischer. In: Uwe Pape, Wolfram Hackel, Christhard Kirchner (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 4. Berlin, Brandenburg und Umgebung einschließlich Mecklenburg-Vorpommern. Pape Verlag, Berlin 2017. S. 142f.

Einzelnachweise

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