Die 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio wurde am 5. und 6. August 2021 im Nationalstadion ausgetragen.
Olympiasieger wurde das Team aus Jamaika in der Besetzung Briana Williams, Elaine Thompson-Herah (Finale), Shelly-Ann Fraser-Pryce (Finale) und Shericka Jackson sowie den im Vorlauf außerdem eingesetzten Natasha Morrison und Remona Burchell.Silber gewannen die USA mit Javianne Oliver, Teahna Daniels, Jenna Prandini (Finale) und Gabrielle Thomas (Finale) sowie den im Vorlauf außerdem eingesetzten English Gardner und Aleia Hobbs.Bronze ging an Großbritannien (Asha Philip, Imani Lansiquot, Dina Asher-Smith, Daryll Neita).
Auch die im Vorlauf für die Medaillengewinnerinnen eingesetzten Läuferinnen aus Jamaika und den Vereinigten Staaten erhielten entsprechendes Edelmetall. Der im Finale durch Jamaika aufgestellte Landesrekord stand dagegen nur den tatsächlich laufenden Athletinnen zu.
Die Auswahl aus der Schweiz verpasste mit Riccarda Dietsche, Ajla Del Ponte, Mujinga Kambundji und Salomé Kora auf dem vierten Platz knapp das Podium, die deutsche Mannschaft (Rebekka Haase, Alexandra Burghardt, Tatjana Pinto, Gina Lückenkemper) lag 0,04 s dahinter auf dem Rang fünf.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerinnen41,01 sRio de Janeiro 2016Weltmeisterinnen41,44 sDoha 2019Europameisterinnen41,88 sBerlin 2018Nord-/Zentralamerika-/Karibik-Meisterinnen42,50 sToronto 2018Südamerikameisterinnen44,70 sLima 2019Asienmeisterinnen42,87 sDoha 2019Afrikameisterinnen 43,77 s Asaba 2018Ozeanienmeisterinnen44,47 sTownsville 2019
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord (Tianna Madison, Allyson Felix,Bianca Knight, Carmelita Jeter) 40,82 s Finale OS London, Großbritannien 10. August 2012Athletics - Progression of outdoor world records (Women), 4x100 m - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 3. Juni 2022Olympischer Rekord Der bestehende olympische Rekord, gleichzeitig Weltrekord, wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Die schnellste Zeit erzielten die Olympiasiegerinnen aus Jamaika im Finale am 6. August mit 41,02 s. Damit verfehlten sie den Rekord um nur zwanzig Hundertstelsekunden. Rekordverbesserung Es wurden fünf Landesrekorde aufgestellt: 41,55 s – Großbritannien (Asha Philip, Imani Lansiquot, Dina Asher-Smith, Daryll Neita), erster Vorlauf am 5. August 42,84 s – Italien (Irene Siragusa, Gloria Hopper, Anna Bongiorni, Vittoria Fontana), erster Vorlauf am 5. August 43,69 s – Ecuador (Marizol Landázuri, Anahí Suárez, Yuliana Angulo, Ángela Tenorio), erster Vorlauf am 5. August 43,51 s – Dänemark (Mathilde Kramer, Astrid Glenner-Frandsen, Emma Beiter Bomme, Ida Karstoft), zweiter Vorlauf am 5. August 41,02 s – Jamaika (Briana Williams, Elaine Thompson-Herah, Shelly-Ann Fraser-Pryce, Shericka Jackson), Finale am 6. August
Vorläufe Die Vorrunde wurde in zwei Läufen durchgeführt. Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Staffeln (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die beiden nachfolgend zeitschnellsten Teams, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter.
Lauf 1 5. August, Start: 10:00 Uhr (3:00 Uhr MESZ) PlatzNationAthletinnenZeit (s)Anmerkung 1 Asha PhilipImani LansiquotDina Asher-SmithDaryll Neita 41,55 2 Javianne OliverTeahna DanielsEnglish Gardner (Vorlauf)Aleia Hobbs (Vorlauf) 41,90 3 Briana WilliamsNatasha Morrison (Vorlauf)Remona Burchell (Vorlauf)Shericka Jackson 42,15 4 Carolle ZahiOrlann Ombissa-DzangueGémima JosephCynthia Leduc 42,68 5Nadine VisserDafne SchippersMarije van HunenstijnNaomi Sedney 42,81 6Irene SiragusaGloria HopperAnna BongiorniVittoria Fontana 42,84 7Hanae AoyamaMei KodamaAmi SaitoRemi Tsuruta 43,44 8Marizol LandázuriAnahí SuárezYuliana AnguloÁngela Tenorio 43,69
Lauf 2 5. August, Start: 10:09 Uhr (3:09 Uhr MESZ) Platz Nation Athletinnen Zeit (s) Anmerkung 1 Rebekka HaaseAlexandra BurghardtTatjana PintoGina Lückenkemper 42,00 2 Riccarda DietscheAjla Del PonteMujinga KambundjiSalomé Kora 42,05 3 Liang XiaojingGe ManqiHuang GuifenWei Yongli 42,82 4 Marika Popowicz-DrapałaKlaudia AdamekPaulina PaluchPia Skrzyszowska 43,09 5 Bruna FariasAna Cláudia SilvaVitória Cristina RosaRosângela Santos 43,15 6 Tobi AmusanNzubechi Grace NwokochaPatience Okon GeorgeEse Brume 43,25 7 Mathilde KramerAstrid Glenner-FrandsenEmma Beiter BommeIda Karstoft 43,51 8 Khalifa St. FortMichelle-Lee AhyeKai SelvonKelly-Ann Baptiste 43,62
Finale 6. August, Start: 22:30 Uhr (15:30 Uhr MESZ) PlatzNationAthletinnenZeit (s)Anmerkung 1 Briana WilliamsElaine Thompson-Herah (Finale)Shelly-Ann Fraser-Pryce (Finale)Shericka Jacksonim Vorlauf außerdem:Natasha MorrisonRemona Burchell 41,02 2 Javianne OliverTeahna DanielsJenna Prandini (Finale)Gabrielle Thomas (Finale)im Vorlauf außerdem:English GardnerAleia Hobbs 41,45 3 Asha PhilipImani LansiquotDina Asher-SmithDaryll Neita 41,88 4 Riccarda DietscheAjla Del PonteMujinga KambundjiSalomé Kora 42,08 5 Rebekka HaaseAlexandra BurghardtTatjana PintoGina Lückenkemper 42,12 6 Liang XiaojingGe ManqiHuang GuifenWei Yongli 42,71 7 Carolle ZahiOrlann Ombissa-DzangueGémima JosephCynthia Leduc 42,89 Nadine VisserDafne SchippersMarije van HunenstijnNaomi Sedney Zum Finale gab es in zwei Teams Besetzungsänderungen: Jamaika: Elaine Thompson-Herah und Shelly-Ann Fraser-Pryce liefen anstelle von Natasha Morrison und Remona Burchell USA: Jenna Prandini und Gabrielle Thomas liefen anstelle von English Gardner und Aleia Hobbs
Als eindeutige Favoritinnen gingen die Jamaikanerinnen in diesen Wettkampf. Sie hatten im 100-Meter-Einzelrennen einen Dreifacherfolg erzielt und schienen im Duell mit den US-Amerikanerinnen, die 2012 und 2016 triumphiert hatten, diesmal eindeutig im Vorteil zu sein. Im Kampf um Bronze wurden Großbritannien die größten Chancen eingeräumt. Ihre stärksten Konkurrentinnen sollten am ehesten die Teams aus der Schweiz und aus Deutschland sein.
Mit einem starken Auftritt der neunzehnjährigen Startläuferin Briana Williams lag Jamaika auf Bahn acht beim ersten Wechsel knapp in Führung. Die Stabübergabe auf die 100-Meter-Einzelsiegerin Elaine Thompson-Herah klappte gut. Auch die zweitplatzierten US-Amerikanerinnen wechselten reibungslos, während die britische Startläuferin Asha Philip sich sehr strecken musste, um Imani Lansiquot noch zu erreichen.
Thompson-Herah lief gewohnt stark, sodass die 100-Meter-Silbermedaillengewinnerin Shelly-Ann Fraser-Pryce als Führende in die Kurve ging. Auch auf dem zweiten Platz änderte sich nichts, die US-Läuferin Teahna Daniels gab den Staffelstab weiter an Jenna Prandini. Auf Rang drei lagen vor dem letzten Wechsel die stark eingeschätzten Schweizerinnen knapp vor Deutschland und Großbritannien.
Die jamaikanische Schlussläuferin Shericka Jackson war nicht mehr zu gefährden und sicherte der Favoritenstaffel die erwartete Goldmedaille. Das Team verbesserte den Landesrekord um zwei Hundertstelsekunden auf 41,02 Sekunden. Gabrielle Thomas lief vier Zehntelsekunden dahinter für die USA als Zweite ins Ziel. Als vierte britische Läuferin zog Daryll Neita an der Deutschen Gina Lückenkemper und der Schweizerin Salomé Kora vorbei. So gab es Bronze für Großbritannien, das Quartett lag nur etwas mehr als vier Zehntelsekunden hinter den Vereinigten Staaten. Noch knapper waren die Abstände auf die beiden Ränge dahinter. Mit einem Rückstand von genau zwei Zehntelsekunden kam die Schweiz auf den vierten Platz, Deutschland belegte nur weitere vier Hundertstelsekunden zurück Rang fünf.
Jamaika gewann mit der drittschnellsten je gelaufenen Zeit olympisches Gold, das eine jamaikanische Sprintstaffel der Frauen zuletzt 2004 erobert hatte.
Video Women's 4x100m Final, Tokyo Replays, youtube.com, abgerufen am 3. Juni 2022
Weblinks OLYMPIC STADIUM, TOKYO, Timetable/Results, Women's 4x100 Metres Relay, Weltleichtathletikverband World Athletics (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 3. Juni 2022 Athletics at the 2020 Summer Olympics, 4 × 100 metres Relay, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 3. Juni 2022 Ergebnisse Olympische Spiele, Tokio (Japan), 30.07 - 08.08.2021, leichtathletik.de, abgerufen am 3. Juni 2022 Athletics, Women's 4 x 100m Relay Results, olympics.com, abgerufen am 3. Juni 2022
Einzelnachweise
4 × 100 m Frauen Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Shinjuku Kategorie:Nationalstadion (Tokio, 2019)