mini|Kaisermanöver 1907 mini|Herbstmanöver bei Celle, Hitler mini|Herbstmanöver bei Celle, Generalstab mini|Reichswehr beim Herbstmanöver in Ostpreußen Manöver im Herbst (Untertitel: Das Leben des guten Deutschen Heinrich Emanuel Schütze) ist ein satirischer Kriegs- und Gesellschaftsroman von Heinz G. Konsalik aus dem Jahr 1967, der sich mit dem Militarismus in Deutschland und seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft beschäftigt. Nach eigenen Aussagen des Autors blieb Manöver im Herbst deutlich unter den Verkaufserwartungen zurückMatthias Harder: Erfahrung Krieg. Zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges in den Romanen von Heinz G. Konsalik. Mit einer Bibliographie der deutschsprachigen Veröffentlichungen des Autors (1953–1996). (= Epistemata, Reihe Literaturwissenschaft 232). Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1565-7. und galt daher lange Zeit als einer der weniger erfolgreichen Bücher aus der Konsalik-Reihe. Erst 1978/79, als die „Allgemeine Konsalik-Welle“ einsetzte, erreichte auch dieser Titel eine Auflage von 0,4 Millionen Exemplaren. Das „giftigste Buch seit Hermann Hesse“Zitat aus der Inhaltsangabe von Heinz G. Konsalik: Manöver im Herbst. enthält die Lebensgeschichte des Berufssoldaten Heinrich Emanuel Schütze, der einmal in seinem Leben auf dem Feldherrenhügel stehen möchte und dafür alles riskiert.

Inhalt Klappentext

Handlung Heinrich Emanuel Schütze ist auch beim diesjährigen Herbstmanöver, dem Kaisermanöver, im niederschlesischen Trottowitz als Freiwilliger im Dienstrang eines Fähnrichs dabei. Sein Vorgesetzter, Hauptmann Stroy, hat ihn in Aussicht gestellt, dass er nach erfolgreicher Beendigung des Manövers zum Leutnant befördert würde. Das Manöver findet vor großen Publikum statt: Kaiser Wilhelm II, König August von Sachsen, König Konstantin von Griechenland stehen auf dem Feldherrenhügel, ebenso wie der preußische Kriegsminister Erich von Falkenhayn und Generalstabschef Generaloberst Helmuth von Moltke. Die schlesischen Grenadiere unter Fähnrich Schütze schlagen in einem unkonventionellen Gegenangriff völlig überraschend die blauen Truppen des Kaisers, das Berliner Königin-Augusta-Gardegrenadierregiment Nr. 4, zurück und damit düpieren sie das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches. Der Regimentskommandeur Oberst von Fehrenberg ist entsetzt, enthebt Schütze seines Kommandos und übergibt es seinem Rivalen, Leutnant Petermann. Während seine Kameraden davon ausgehen, dass Schütze, der „Kaiserschreck“, mit diesem Fauxpas sowohl seine militärische als auch seine gesellschaftliche Karriere für alle Zeiten selbst ruiniert hat, ist der Kaiser über dieses „Husarenstück“ amüsiert und lässt Schütze zum Leutnant befördern.

Heinrich Emanuel besucht Freiherr von Perritz auf seinem adeligen Landgut und bittet förmlich um die Hand seiner Tochter. Dies würde für ihn den langersehnten gesellschaftlichen Aufstieg bedeuten. Dies wird brüsk abgelehnt. Der Freiherr demütigt den „Kaiserschreck“ und will den gesellschaftlichen Abstieg seiner Tochter um jeden Preis verhindern. Ein Leutnantsgehalt würde seiner Meinung nach keinesfalls ausreichen, um den standesgemäßen Lebensstil einer Freifrau zu finanzieren. Sollte die Hochzeit dennoch gegen seinen Willen stattfinden, so verkündet er, dass er seine Tochter enterben würde, so dass sie auf gar keinen Fall in den Genuss der Mitgift kommen würde. Schützes Selbstwertgefühl bricht dadurch völlig zusammen. Erst durch Vermittlung und „Geschäftsanbahnung“ durch den Familienpatriarchen Eberhard Sulzmann, einem vermögenden Breslauer Schlachtermeister, kommt die Verbindung trotz anfänglichen Widerstands als eine Art Geschäftsbeziehung zustande. Sulzmann bekommt dafür den Titel als Kommerzienrat. Weihnachten 1913 heiratet Leutnant Heinrich Emanuel Schütze seine Amelia von Perritz und beginnt damit, seinen eigenen Hausstand zu gründen.

Am 15. Januar 1914 wird er ins ostpreußische Goldap zur 3. Kompanie des Infanterieregimentes Graf Dönhoff, Ostpreußisches Regiment Nr. 44Infanterie-Regiment „Graf Dönhoff“ (7. Ostpreußisches) Nr. 44 (1860 als „4. kombiniertes Infanterie-Regiment“) nach Heereserweiterung unter Albrecht von Roon versetzt. Heinrich und seine Frau kommen mitten in einem verheerenden Schneesturm dort an und der Leutnant wird von seinem Hauptmann kalt empfangen. Während seine Einheit eine Winterübung in den Seesker Höhen durchführt, steht die Welt am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Um Mlawa konzentriert sich die 2. Russische Armee und andere Truppenteile ballen sich an der Grenze zu Masuren.

Am 28. Juli 1914 tritt das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg ein. Die Mobilmachung wird ein gefeiertes Großereignis, welche zu Beginn noch Volksfestcharakter hat und mit großem Enthusiasmus vorangetragen wird. Schütze wird an die Westfront versetzt und erlebt das Sterben von Menschen zum ersten Mal im März 1915 zur Winterschlacht in der Champagne. Schützes Einheit verbüßt 24 Gefallene. Am 20. März 1915 wird Schütze zum Oberleutnant ernannt und erhält das EK II.

Großvater Sulzmann wird Heereslieferant für Fleischkonserven. Amelia muss nach Einbruch der Russen aus Masuren fliehen und kehrt auf das väterliche Gut in Trottowitz zurück. Währenddessen wird Schütze von einer Gruppe Franktireurs gefangen genommen. Er rechnet ständig damit erschossen zu werden, als man ihm eröffnet, dass man mit ihm einen Austausch mit Charles Bollet möchte. Schütze ist preußischer Offizier und ein „guter Deutscher“,Heinz G. Konsalik: Manöver im Herbst. Lizenzausgabe. Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-442-03653-0, S. 53. daher lässt man sich widerstrebend auf diesen Handel ein. Nachdem Schütze ausgelöst wurde, darf er seine Erfrierungen ambulant in seiner Heimat Breslau auskurieren. Die freie Zeit nutzt er mit taktischen Übungen am Sandkasten.

Dann muss Oberleutnant Schütze wieder zur Front zurück und wird im Oktober 1915 Stadtkommandant der Kleinstadt Soustelle in den Vogesen. Amelia ist derweil schwanger geworden. Sie wünscht sich ein Mädchen, welches nicht in den Krieg ziehen muss. Das kaiserliche Heer hatte in Zwischenzeit gewaltige Verluste in der Lorettoschlacht, im Artois und in Flandern erlitten. Eines Nachts steigt Bollet bei ihm Schütze ein, der Franktiradeur, der ihm das Leben verdankt. Er lädt ihn zu sich nach Hause ein, wo es nach einer guten Mahlzeit und reichlich Wein zu einer inszenierten Verführung durch Bollets Tochter Jeanette kommt. Damit hat Bollet ihn in der Hand, bezichtigt ihn der Vergewaltigung seiner Tochter und verlangt von ihm, dass er die Streifen abzieht, wenn seine Männer einen Nachschubszug überfallen. Heinrich Emanuel und Jeanette haben eine neue Leidenschaft erfahren und Jeanette hat sich sogar in den Deutschen verliebt. Schütze fühlt sich während eines Heimaturlaubes jedoch moralisch sehr schlecht, dass er seine Ehefrau betrogen hat. Jeanette Bollet, die wegen ihrer Liebe zum Feind von ihrem Vater mit einem Ochsenziemer verprügelt wurde, wird nach Schützes Rückkehr in Frankreich am 10. Januar 1916 Putzhilfe in der Kommandantur. Jeanette wird Heinrich Emanuels Mätresse und erlebt mit ihm einen wilden und ungezügelten Rausch der Leidenschaft, den die beiden wie eine Wiedergeburt des Lebens erleben.

Aufgrund der starken Personalverluste erhält Schütze keine Verwendung mehr beim Landwehrdienst, sondern an der Front, die dringend nach frischen Truppenführern verlangt. Schützes Division wird an den Hängen der Côtes Lorraine an der Maas bereitgehalten, um als Reserve in die Schlacht um Verdun eingreifen zu können. Sein Sohn Christian-Siegbert wird im Mai 1917 geboren. Oberleutnant Schütze dient in einer Kampfleitstelle, ca. 12 Kilometer von der Front entfernt und bearbeitet die Verlust- sowie die Personalanforderungslisten.

Nach 1,8 Millionen Kriegstoten ist das Deutsche Reich ausgeblutet. Oberleutnant Schütze wird von seiner Einheit versprengt, muss in einer Art Panzervernichtungstrupp um sein Leben kämpfen und überbringt dem Armeekorps eine wichtige Meldertasche. Danach wird er von einem General direkt zum Hauptmann befördert und erhält für seine Tapferkeit das EK I sowie den Hohenzollernorden. Bei einem feindlichen Artillerieüberfall wird die Nachhut des Korps vernichtet, nur Schütze überlebt. Im März 1918 wird er in Flandern verwundet. Seine letzte Kriegsverwendung ist Standortkommandant in Belgien. Dann endet der Erste Weltkrieg in einem fürchterlichen Chaos unter Zusammenbruch der alten Ordnung. Soldatenräte übernehmen das Kommando und verüben teilweise unter den Offizieren Rache. Auch Schütze wird zusammengeschlagen, weil er Geheimakten nicht aushändigen will. Am 21. November 1918 passiert er mit seinen Truppen den Rhein und soll sich gemäß Befehl in Munster melden.

Er findet sich in einer Welt wieder, die er nicht mehr versteht. Daher sucht er Anschluss an die Freikorps, die mit Gewalt die alte Ordnung wiederherstellen wollen. Bei einer kurzfristigen Aushilfe im Großbetrieb seines Großvaters Sulzmann, macht ihm die temperamentvolle Magd Duscha Avancen, die er jedoch brüsk ablehnt. Die Nachkriegszeit überbrückt er als Gebietsvertreter der Vereinigten Margarinewerke GmbH in Köln. In der Margarine liege die Zukunft der Volksernährung, will man ihnen glauben machen. Außer ihm arbeiten noch 27 weitere ehemalige Offiziere in den Außenbezirken. Im September 1919 gebiert Amelia das zweite Kind: Giselher-Wolfram.

Im März 1920 zieht Familie Schütze in den Mauriziuswall in Köln und Heinrich Emanuel beginnt seine Vertreterarbeit. Der Vertrieb der Margarinenmarke „Morgenröte“ ist mit viel Laufarbeit und Kundenbesuchen verbunden. Hauptmann a. D. Schütze geht bei der Kundenakquise strategisch vor, so wie er es in seinen Taktikschulungen gelernt hat. Darunter gehört auch das Proletariat,Konsalik erwähnt hier ein anrüchiges Wohnviertel in der Altstadt, südlich der Hahnenstraße um Thieboldsgasse, Fleischmengergasse, Großer und Kleiner Griechenmarkt, Kaigasse und Nechelsgasse welches vom Kommunismus beherrscht wird. Eine seiner Kundinnen, Erna Sülke, ist in Zahlungsschwierigkeiten und will ihm ihre Schulden in „Naturalien“ auszahlen. Es kommt zu einer pikanten Szene zwischen Heinrich Emanuel und der nackten Erna, bei der er die Hand auf ihren Brüsten hat. Sie hat das Ganze inszeniert, um ihrem Ehemann eine Vergewaltigung vorzuspielen. Das ganze Haus ist aufgebracht über diesen „Wüstling“ und will ihn lynchen. Nur mit Mühe und Not kann Schütze entkommen.

Zwischen ihm und seiner Frau kommt es immer wieder zu Streitigkeiten. Sie ist nach der traumatischen Weltkriegserfahrung zur absoluten Pazifistin geworden, was im absoluten Gegensatz zum fanatischen Bellizismus ihres Mannes steht. Sie möchte auf gar keinen Fall, dass ihre Söhne auch so werden. Aus Trotz tritt Schütze im September 1920 in den Kriegerverein „Heimbund ehemaliger Soldaten“ ein. Eine Umgebung, in der er sich verstanden und wohl fühlt.

Im Jahr 1922 leidet Deutschland unter der Hyperinflation und Schützes Mutter begeht Selbstmord, da sie ihr ganzes Erspartes verliert. Die Spannungen der Weimarer Republik und die immer schärfer werdenden Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten entladen sich auch auf dem Schulhof. Christian-Siegbert leidet sehr darunter, da er immer wieder von Mitgliedern der kommunistischen Jugend verprügelt wird. Heinrich Emanuel bittet seine Frau, einen Brief an ihren Onkel Eberhard, einen Generalmajor im Wehrkreis VI bei Münster, zu schreiben und um eine Verwendung ihres Mannes Heinrich Emanuel zu bitten. Nur unter allergrößter Überwindung kommt sie seiner Bitte nach. In der Zwischenzeit schreibt Schütze einen „Tatsachenbericht“ mit dem Titel „Das Deutsche Heer als Träger der Staatsidee“, welcher beim Militär großen Anklang findet.

Am 23. Juni 1923 wird ihre gemeinsame Tochter Uta-Sieglinde geboren und Heinrich Emanuel wird in die Reichswehr übernommen. Er erhält einen Posten als Kompaniechef der 14. Kompanie des 18. Infanterieregimentes in Detmold.