Rivalen ist der Titel eines stummen deutschen Abenteuerfilms in zwei Teilen, den Harry Piel 1923 mit sich selbst in der Hauptrolle, als Koautor des Manuskripts und als Mit-Produzent realisierte. Der forcierte Einsatz technischer Sensationen, darunter eines durch Radiowellendie Einführung des öffentlichen Unterhaltungsrundfunks in diesem Jahre lenkte die Aufmerksamkeit des Publikums vermehrt auf die neue Technik, was sich auch in vermehrter Behandlung des Themas im Kino niederschlug ; Filmtitel wie “Mister Radio”, “Die Radio-Heirat” (beide 1924), “Harry Hill auf Welle 1000” (1926) oder “Funkzauber” (1927) legen davon Zeugnis ab. ferngelenkten Maschinenmenschen, rückt den Film in die Nähe der Science Fiction.Einen Roboter hatte Piel schon einmal in einem Film eingesetzt, vgl. Thomas Tode, Mechanization Takes Command, posted 4. März 2012 bei Telepolis: „Ein erster, heute leider verschollener Film zu diesem Thema ist Harry Piels Die Große Wette / Der Elektromensch (D 1916), dessen Handlung im Amerika des Jahres 2000 spielt. Hier ist die magische Komponente der Animation durch den Einsatz der Elektrizität ersetzt. Auch in Rivalen (D 1922/23) lässt Piel einen funkensprühenden Roboter als Werkzeug einer Entführung auftreten.“ Der zweite Teil kam unter dem Titel Der letzte Kampf, auch Der Rivalen letzter Kampf, in die Kinos.

Handlung Harry muss „die schöne Tochter eines Erfinders aus den Klauen eines Wahnsinnigen retten“ und macht dabei unangenehme Bekanntschaft mit „funkensprühenden Robotern“ und „geheimnisvollen U-Booten“. Dabei gerät er ständig „in Lebensgefahr“, zuletzt, als bei einem Taucherglocken-Einsatz die Luftpumpe den Dienst verweigert. Doch nach „halsbrecherischen Verfolgungsjagden“, „Bravoursprüngen und Klettereien“ kann „Tausendsassa Harry“ am Ende doch noch alles zum Guten wenden.

(Nach Programm »Wiederentdeckt«)

Hintergrund Das Bühnenbild schuf Filmarchitekt Hermann Warm, die Spezialbauten entwarf Albert Korell. Die Aufnahmeleitung hatte Walter Zeiske. Entgegen landläufiger Meinung, der zufolge Piel alle gefährlichen Szenen selbst spielte, führte die stunts im Film der Artist Hermann Stetza aus.

Der Film lag am 23. Februar 1923 der Reichsfilmzensur zur Prüfung vor, erhielt die Nummer B07011vgl. Birett, Quellen zur Filmgeschichte 1920–1931: “Rivalen, 1923” und wurde noch am selbigen Tag in Berlin uraufgeführt. Die Fortsetzung Der letzte Kampf hatte am 23. März Premiere.

Unter dem Titel Radio Mysteriet wurde „Rivalen“ ab dem 13. August 1923 auch in Dänemark gezeigt.vgl. IMDb/releaseinfo

Rezeption

Anfang 1923 lief „Rivalen“ in Piels Heimatstadt Düsseldorf im „Asta-Nielsen-Theater“vgl. square7.ch, Ruediger Schmidt-Sodingen bei astanielsen.net an.vgl. Rad-Club RC Düsseldorpia Geschichte: Von 1919 bis 1939 : „Dafür ging man gern ins Kino: der Düsseldorfer Harry Piel begeisterte zu Beginn des Jahres 1923 im „Asta-Nielsen-Theater“ die Zuschauer mit seinem Film »Rivalen«.“

In der Zeitschrift Der Montag stand am 26. Februar 1923 über „Rivalen“ zu lesen:Der Montag, 26. Februar 1923, zit. nach dhm.de

Wie der Film bereits fünf Jahre später aufgefasst wurde, beschrieb E. G. M. im Hamburger Echo, Nr. 151, vom 2. Juni 1928:siehe filmportal.de

Anlässlich der Wiederaufführung von „Rivalen“ im Programm »Wiederentdeckt« des Berliner Zeughauskinos hieß es in der Ankündigung zum 2. September 2011:zit. nach: Zeughauskino, Reihe Wiederentdeckt, Sept./Oktober 2011 ; (PDF)

Literatur Matias Bleckman: Harry Piel: ein Kino-Mythos und seine Zeit. Filminstitut der Landeshauptstadt Düsseldorf, 1992, ISBN 3-929098-01-6, S. 455. Alfred Krautz: International directory of cinematographers, set- and costume designers in film. Band 4: Germany (from the beginnings to 1945). Saur, München u. a. 1984, ISBN 3-598-21434-0, S. 443, 471, 564. Gerhard Lamprecht: Deutsche Stummfilme Band 8: 1923–1926. Deutsche Kinemathek, Berlin 1967, , S. 167. Erika Wottrich (Hrsg.): M wie Nebenzahl: Nero-Filmproduktion zwischen Europa und Hollywood . Ein CineGraph Buch. Verlag Edition Text + Kritik, 2002, ISBN 3-88377-710-2, S. 119f.

Weblinks

Standphoto: Harry in der Taucherglocke.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1923 Kategorie:Stummfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Abenteuerfilm Kategorie:Science-Fiction-Film