mini|Mozuku Mozuku ( Katakana: , Kanji: , ) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten japanischer Braunalgen aus der Familie der Chordariaceae, die als Lebensmittel verwendet werden. Dazu zählen Ito-Mozuku (Nemacystus decipiens)M. Tako, S. Kiyuna, S. Uechi, F. Hongo: Isolation and characterization of alginic acid from commercially cultured Nemacystus decipiens (Itomozuku). Biosci Biotechnol Biochem. 65(3): S. 654–657, 2001.Scientists crack genome of superfood seaweed, ito-mozuku, EurekAlert, 14. März 2019., Okinawa-Mozuku (Cladosiphon okamuranus)Dennis J. McHugh: A guide to the seaweed industry. FAO Fisheries technical paper 441. 2003, Ishi- oder Kusa-Mozuku (Sphaerotrichia divaricata) (Syn.: Sphaerotrichia japonica) und Futo-Mozuku (Tinocladia crassa). AlgaeBase listet zusätzlich Yezo-mozuku oder Nise-futomozuku (Eudesme virescens), Nise-mozuku (Acrothrix pacifica), Karafuto-mozuku (Heterosaundersella hattoriana) und Ishi-mozuku (Chordaria firma).M. D. Guiry: Search Common Names: Mozuku. In: AlgaeBase. National University of Ireland, Galway. Abgerufen am 29. November 2020. Gelegentlich wird auch Kuromo, die zu den Froschbissgewächsen gehörende Grundnessel (Hydrilla verticillata), als Mozuku bezeichnet.Kizuku Kadena, Makoto Tomori, Masahiko Iha, Takeaki Nagamine: Absorption Study of Mozuku Fucoidan in Japanese Volunteers, in: Marine drugs, Juni/Juli 2018.
Anbau Okinawa-Mozuku wird seit den 1975er Jahren in Japan landwirtschaftlich kultiviert, vor allem an den Küsten von Okinawa. Im Jahr 2006 konnten etwa 20.000 Tonnen geerntet werden. Durch die zunehmende Erwärmung des Ozeans geht die Produktion seit 2015 zurück.Michele Fontana: Okinawa Mozuku – The Treasure Under the Sea. Okinawa Institut, Pressemitteilung vom 9. August 2016.
Inhaltsstoffe Okinawa-Mozuku (Cladosiphon okamuranus) enthält wie viele Braunalgen den Schleimstoff Fucoidan, ein sulfatiertes Polysaccharid mit dem Zucker Fucose. Isoliertem Fucoidan werden vielseitige biologische Wirkungen zugeschrieben.Ramasamy Santhanam, Santhanam Ramesh, Hafiz Ansar Rasul Suleria: Biology and Ecology of Pharmaceutical Marine Plants. CRC Press. 494 S. 2018. Ansicht auf Google Books Darauf beruht die Vermarktung von Okinawa-Mozuku als Superfood mit angeblich lebensverlängernder Wirkung. Bei reichlichem Verzehr der Algen wurden Vergiftungserscheinungen beobachtet (Mozuku Poisoning).Nobuhiro Fusetani, Kanehisa Hashimoto: Diethyl Peroxides Probably Responsible for Mozuku Poisoning. Nihon-suisan-gakkai-shi 47(8): S. 1059–1063. 1981. Isoliertes Fucoidan aus Cladosiphon okamuranus erwies sich als toxikologisch unbedenklich.T.P. Gideon, R. Rengasamy: Toxicological evaluation of fucoidan from Cladosiphon okamuranus. J Med Food 11(4): S. 638–642. 2008.
Verwendung Frischer Mozuku ist nicht lange aufbewahrbar und deshalb meist nur im Feinkostbereich erhältlich. In ganz Japan wird Mozuku in einer Essig-Sauce verkauft und ist dadurch lange haltbar. In Salz eingelegter Mozuku wird Enzou-Mozuku genannt und ist vor allem im Feinkosthandel zu finden. Außerdem gibt es getrockneten Mozuku im Handel; dies ist allerdings nur ein kleiner Prozentbereich der jährlichen Mozuku-Produktion.Mozuku: Okinawa's Unique Anti-Aging Seaweed! Or Why Japanese Have Such A Long Life Expectancy. Für die Zubereitung wird Mozuku in kaltes Wasser eingelegt, anschließend abgewaschen und mit Essig und Salz oder Essig, Sojasoße, Dashi und Ingwer gewürzt. Mozuku wird typischerweise kalt als Vorspeise, Salat oder mit Sashimi serviert.
Einzelnachweise
Kategorie:Alge (Lebensmittel) Kategorie:Lebewesen in menschlicher Nutzung und Haltung