Die Suleqatigiissitsisut ( für „Die zusammenarbeiten Lassenden“, „Zusammenarbeitspartei“) war eine politische Partei in Grönland.
Geschichte Die Suleqatigiissitsisut wurde von Michael Rosing und Tillie Martinussen gegründet, die zuvor beide Mitglied der Demokraatit waren.Thomas Munk Veirum: Tillie Martinussen bliver medstifter af Samarbejdspartiet. Kalaallit Nunaata Radioa (9. Februar 2018). Die Partei kandidierte erstmals bei der Parlamentswahl 2018 und konnte einen Parlamentssitz erlangen.
Im Oktober 2020 kam es zu einem Machtkampf in der Partei. Einige Mitglieder der Partei beschuldigten Tillie Martinussen, die Parteikasse für private Zwecke genutzt zu haben. Michael Rosing, der seit Frühjahr 2019 seine Funktion als Parteivorsitzender nicht mehr ausgeübt hatte, verlangte daraufhin, den Parteivorsitz wieder einzunehmen. Tillie Martinussen und der Parteivorstand lehnten dies ab, weil Michael Rosing ihrer Meinung nach nach anderthalb Jahren Urlaub sein Anrecht auf den Parteivorsitz verwirkt hat.Merete Lindstrøm: Formandsopgøret fortsætter. Sermitsiaq.AG (21. Oktober 2020). Die Regionalabteilung Sermersooq drückte ihr Misstrauen gegenüber dem Parteipräsidium aus.Thomas Munk Veirum: Regionsafdeling udtrykker mistillid til Martinussen. Sermitsiaq.AG (23. Oktober 2020). Der Versuch von Michael Rosing, die Aufnahme eines Kredits durch den Parteivorstand verbieten zu lassen, wurde vom Gericht abgewiesen. Im November 2020 zeigten fünf Parteimitglieder den Parteivorstand bei der Polizei an.Merete Lindstrøm: Samarbejdspartiets ledelse politianmeldt. Sermitsiaq.AG (20. November 2020). Im Monat darauf leitete das Parteipräsidium unter Tillie Martinussen Parteiausschlussverfahren gegen diese fünf Mitglieder ein, darunter Michael Rosing. Zudem hatte die Partei zuvor mehrere Parteibeitrittsanfragen abgelehnt.Merete Lindstrøm: Samarbejdspartiet renser ud. Sermitsiaq.AG (14. Dezember 2020). Am 20. Dezember 2020 wurde Tillie Martinussen auf dem ersten Parteitag seit der Gründung einstimmig zur Vorsitzenden gewählt.Merete Lindstrøm: Tillie Martinussen valgt til formand. Sermitsiaq.AG (21. Dezember 2020).
Bei der Wahl 2021 erhielt die Partei nur noch ein Drittel der Stimmen von 2018 und schied aus dem Inatsisartut aus. Tillie Martinussen strebte eine Kandidatur bei der Folketingswahl 2022 an, durfte aber nicht für ihre Partei antreten, da hierfür eine Vertretung im Inatsisartut vonnöten ist. Sie trat daraufhin als Einzelkandidatin an und erhielt 0,9 % der Stimmen, was eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Parteiergebnis von 2019 darstellte.Helle Nørrelund Sørensen, Bibi Nathansen: Rigsombuddet slår endeligt fast: Tillie Martinussen går til valg som løsgænger. Kalaallit Nunaata Radioa (14. Oktober 2022). Anschließend trat die Partei nicht mehr öffentlich in Erscheinung. Der frühere Folketingskandidat und Mitglied der Verfassungskommission Looqi Sigurdsen trat bei der Parlamentswahl 2025 für die Atassut an.
Politische Ausrichtung Die Partei setzte sich für eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb des Rigsfællesskabet ein und gegen die Unabhängigkeit von Dänemark. Außerdem wollte die Partei die sozialen Probleme lösen, die Bildung verbessern und neue Wirtschaftszweige unter ökologischen Bedingungen schaffen.Merete Lindstrøm: To spørgsmål, syv partier: Samarbejdspartiet. Kalaallit Nunaata Radioa (16. April 2018).Valgprogram. Suleqatigiissitsisut/Samarbejdspartiet.
Parteivorsitzende 2018–2020: Michael Rosing (seit 2019 beurlaubt) 2019–um 2022: Tillie Martinussen (bis 2020 geschäftsführend)
Wahlergebnisse Parlamentswahlen Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Folge 2018 1.193 4,3 % 6 Opposition 2021 375 1,4 % 7 nicht vertreten
Folketingswahlen Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Abgeordneter 2019 520 2,6 % 7 nicht vertreten
Einzelnachweise
Kategorie:Historische Partei (Grönland) Kategorie:Historische liberale Partei Kategorie:Parteigründung 2018 Kategorie:Aufgelöst in den 2020er Jahren