Claytonia lanceolata ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Tellerkräuter (Claytonia) innerhalb der Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae). Sie ist im westlichen Nordamerika von Kanada bis nach New Mexico verbreitet und wird dort genannt.

Beschreibung mini|Fünfzählige Blüte im Detail mini|Illustration aus Flora Americae Septentrionalis, Tafel 3, S. 175 Vegetative Merkmale Claytonia lanceolata ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Als Überdauerungsorgan bildet sie eine bei einem Durchmesser von 0,5 bis 3 Zentimetern kugelförmige, bräunliche Knolle, aber keine Rhizome oder Ausläufer. Die aufrechten Stängel sind bei einer Länge von 1 bis zu 15 Zentimetern relativ kurz.

Es werden ein bis sechs grundständige und zwei am Stängel gegenständig angeordnete Laubblätter gebildet. Die 5 bis 8 Zentimeter langen Grundblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Ihr Blattstiel ist fadenförmig. Ihre einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 0,5 bis 4 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 16 Millimetern linealisch bis lanzettlich oder elliptisch mit keilförmiger Basis und spitzem oberen Ende. Bei den mehr oder weniger sitzenden Stängelblättern ist die einfache Blattspreite bei einer Länge von 1 bis 7 Zentimetern sowie einer Breite von 5 bis 20 Millimetern mehr oder weniger linealisch bis eiförmig.

Generative Merkmale Es kann ein kurzer Blütenstandsschaft ausgebildet sein. Es ist ein einzelnes Tragblatt an der Basis des Blütenstandes vorhanden. Im endständigen, traubigen Blütenstand sind drei bis fünfzehn Blüten einseitig angeordnet. Der Blütenstiel ist während der Anthese zurückgebogen und wird bis zur Fruchtreife aufrecht.

Die relativ auffälligen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die nur zwei ungleichen, lange haltbaren und grünen Kelchblätter sind laubblattähnlich und 3 bis 7 Millimeter lang. Die Blütenkrone weist einen Durchmesser von 8 bis 14 Millimetern auf. Die fünf 5 bis 20 Millimeter langen Kronblätter sind weiß bis rosafarben oder gelb bis tief orangefarben, oft an den Adern gestreift und besitzen manchmal nahe ihrer Basis gelbe Flecken. Es ist nur äußere Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Der einkammerige Fruchtknoten enthält die etwa sechs Samenanlagen in basaler Plazentation. Der einfache Griffel endet in drei Narben.

Die mit einer Länge von 3,5 bis 4,5 Millimetern relativ kleine, eiförmige Kapselfrucht öffnet sich mit drei Fruchtklappen, deren Ränder sich nach innen rollen und stoßen die nur zwei Samen aus. Die schwarzen, glänzenden, glatten Samen sind bei einem Durchmesser von 2 bis 2,5 Millimetern rund. Die Samen besitzen als deutliches Anhängsel, ein 1 bis 2 Millimeter großes Elaiosom.

mini|Habitus, Laubblätter, Blüten und junge Früchte im Habitat

Vorkommen Sie gedeiht im westlichen bis zentralen Nordamerika in Höhenlagen von 500 bis 3000 Metern in den kanadischen Provinzen Saskatchewan, südliches Alberta sowie südliches British Columbia und die US-Bundesstaaten Washington, Oregon, Colorado, Idaho, Montana, Wyoming, Arizona, Nevada, Utah, Kalifornien sowie New Mexico. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt Claytonia lanceolata Berge und deren Ausläufer bis hin zu alpinen Hängen. Sie gedeiht auf felsigen Böden im Gebirgsklima, wo der Schnee niemals schmilzt. In Kalifornien gedeiht sie in Höhenlagen von 1500 bis 2600 Metern.

Systematik Die Erstbeschreibung von Claytonia lanceolata erfolgte 1814 durch Frederick Traugott Pursh in Flora Americae Septentrionalis ... Volume 1, S. 175, Tafel 3.

Je nach Autor gab es Subtaxa oder nicht. Bei Flora of North America 2003 und Stoughton et al. 2017 gibt es keine Subtaxa. Die ehemalige Subtaxa sind bei Stoughton et al. 2017 Synonyme dieser oder anderer Arten der Gattung Claytonia.

Nutzung Die Laubblätter können roh gegessen werden und die Knollen werden, als stärkehaltiges Nahrungsmittel gegart gegessen. Mehrere Gruppen der nordamerikanischen First Nations verwendeten die Knollen von Claytonia lanceolata als Nahrung. Beispielsweise nutzten die Okanogan-Colville-, Okanogan- und Thompson-Indianer die Knollen als Nahrungsquelle und Tierfutter.

Quellen Literatur John M. Miller: Claytonia Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1. Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9. Claytonia lanceolata Pursh. S. 469 - textgleich online wie gedrucktes Werk. John Miller, Kenton Chambers: Systematics of Claytonia (Portulacaceae). In: Systematic Botany Monographs, Volume 78, 2006, S. 1–236. doi:10.2307/25027952

Thomas R. Stoughton, Diana D. Jolles, Robin L. O'Quinn: The western spring beauties, Claytonia lanceolata (Montiaceae): a review and revised taxonomy for California. In: Systematic Botany, Volume 42, Issue 2, 2017, S. 283–300. doi:10.1600/036364417X695475

Einzelnachweise Frederick Traugott Pursh: Flora Americae Septentrionalis ... Volume 1, 1814, S. 175, Tafel 3. eingescannt. John M. Miller: Claytonia Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1. Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9. Claytonia lanceolata Pursh. S. 469 - textgleich online wie gedrucktes Werk. Datenblatt von Claytonia lanceolata in der Jepson eFlora. lanceolata Datenblatt mit vielen Fotos bei University of Washington Herbarium at the Burke Museum. Datenblatt bei Cultural and Historic Guide to Northwest Native Plants. Datenblatt bei Native American Ethnobotany. Thomas R. Stoughton, Diana D. Jolles, Robin L. O'Quinn: The western spring beauties, Claytonia lanceolata (Montiaceae): a review and revised taxonomy for California. In: Systematic Botany, Volume 42, Issue 2, 2017, S. 283–300.

Weblinks

Datenblatt bei Lady Bird Johnson Wildflower Center. Claytonia lanceolata (Lanceleaf springbeauty, Western spring beauty) in der Calflora-Datenbank. Foto-Galerie zu Claytonia lanceolata der University of California. Datenblatt mit Subtaxa von Claytonia lanceolata bei USDA Plants. Datenblatt mit Bildern bei AmericanSouthwest. Datenblatt bei Brian Klinkenberg (Hrsg.): E-Flora BC: Electronic Atlas of the Plants of British Columbia, 2020. Datenblatt bei University of Alberta Vascular Plant Herbarium.

Kategorie:Quellkrautgewächse