Der Prinzregent ist eine von der BBC produzierte Fernsehserie, die ab 4. September 1979 erstmals in Großbritannien und ab 5. Mai 1982 zum ersten Mal in Deutschland gesendet wurde. Sie schildert das Leben des Prince of Wales und späteren Königs George IV. von seiner Volljährigkeit im Jahr 1784 über die Zeit seiner Regentschaft bis kurz nach dem Beginn seiner Herrschaft als König im Jahr 1821. Die Serie besticht durch ihre Authentizität und Faktentreue sowie durch ihre geschliffenen Dialoge, Wortwitz und hervorragende schauspielerische Leistungen. Die Drehbücher zu den einzelnen Folgen verfassten Ian Curteis (Episode 5), Reg Gadney (Episode 6, 7 und 8), Michael Hayes (Episode 4), Nemone Lethbridge (Episode 2) und Robert Muller (Episode 1 und 3).

Episodenführer

1. Verrückt vor Liebe (Mad for Love) (1784–1785) London im Jahr 1784: George, Prince of Wales, ist ein gutaussehender, aber auch eitler Draufgänger, Lebemann und Playboy und mit seinen 21 Jahren gerade volljährig geworden. Aufgrund seines extravaganten Lebenswandels ist der Prinz hochverschuldet – sehr zum Missfallen seines Vaters, König George III., der sich ganz im Gegensatz zum Thronfolger volkstümlich als „Bauer George“ inszeniert und ein betont harmonisches Familienleben mit seiner Frau, Queen Charlotte, und den gemeinsamen 13 Kindern (zwei weitere waren bereits im Kleinkindalter gestorben) führt. Dazu kommt, dass der Prince of Wales eng mit dem prominenten, radikalliberalen Whig-Politiker Charles James Fox befreundet ist, den sein Vater als „König der Spieler und Fürst der Rebellen“ verachtet. Fox und der Prinz machen im Gegenzug George III. für den Verlust der Nordamerikanischen Kolonien verantwortlich, während der König die wachsende Macht des Parlaments beargwöhnt.

Zu dieser Zeit vergnügt sich der Prince of Wales gerade mit der um vier Jahre älteren Schauspielerin und Dichterin Mary Robinson, die er „Perdita“ nennt – in Anlehnung an eine Figur in Shakespeares "Wintermärchen" – und lässt seine Residenz Carlton House um Unsummen durch den Architekten Henry Holland umbauen. Diese Verschwendung missbilligend, schlägt der König dem Prinzen daraufhin seinen Wunsch nach Abschließung seiner militärischen Ausbildung in Hannover ab und schickt stattdessen seinen Zweitgeborenen Sohn Frederick, den Duke of York, dorthin.

Bei einem Ball in Carlton House entflammt der Prince of Wales für die um sechs Jahre ältere, zweimal geschiedene, wohlhabende katholische Bürgerliche Maria Fitzherbert. Diese lehnt zunächst seine Einladungen zu einem intimen Abendessen fünfmal ab, lädt ihn dann aber zu ihrer nächsten Abendgesellschaft ein, bei der er ihr seine Liebe bekennt. Fitzherberts Tugend verbietet ihr jedoch, seine Mätresse zu werden, woraufhin George beschließt, sie zu heiraten. Sein Freund Fox rät ihm dringend davon ab, da erstens eine Katholikin als Frau des Prince of Wales im protestantischen England undenkbar ist, zweitens jede Ehe, die der Prinz vor seinem 25. Geburtstag ohne Zustimmung seines Vaters eingeht, für ungültig erklärt werden würde und drittens er sein Recht auf die Thronfolge verwirken würde.

Den Wunsch des enttäuschten Prinzen, ein zurückgezogenes Leben im Ausland zu führen, um bei dieser Gelegenheit auch gleich seinen Schuldenberg abzubauen, weist George III. brüsk zurück, da Frankreich einen offenen Bruch zwischen dem König und dem Prince of Wales ausnützen könnte. Stattdessen ermahnt er seinen Sohn, sein „lasterhaftes und extravagantes Leben“ aufzugeben und danach zu streben, die Zuneigung des Volkes zurückzuerlangen, „denn wenn sie verloren ist, kann sie nicht wieder zurückgewonnen werden.“

Maria Fitzherbert hat inzwischen beschlossen, England zu verlassen, um die schwierige Situation zu beenden, wird aber auf dem Weg nach Dover vom Stallmeister des Prinzen, Lt. Colonel Lake, der befürchtet, dass sich George etwas antun könnte, gerade noch ein- und nach London zurückgeholt. Nun willigt Maria endlich in die Ehe mit George ein, aber die Hochzeit muss in aller Heimlichkeit und in Anwesenheit nur weniger Zeugen (darunter auch ein gewisser Orlando Bridgeman) im Red Rice House stattfinden. Der Prinz unterrichtet nicht einmal seinen engen Freund Fox darüber. Ein anglikanischer Reverend namens Robert Burt, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war, vollzieht die verbotene Trauung im Gegenzug für einen Bischofssitz.

Bei der Fahrt nach der Hochzeit bricht beim Dorf Hammersmith ein Rad der Kutsche, aber George beruhigt Maria: „Selbst in Hammersmith, süßeste aller Frauen, wird es irgendwo ein Gasthaus geben, dass ungeduldige Liebende willkommen heißt. Und denke immer daran: Sogar bis ans Ende Deiner Tage wirst Du, nein musst Du Dich daran als an die glücklichste, die süßeste Nacht Deines Lebens erinnern.“

2. Vertraue keinem Prinzen (Put Not Your Trust in Princes) (1787–1789) In London verbreiten sich Gerüchte über die geheime Eheschließung des Prince of Wales mit der katholischen Maria Fitzherbert bis ins Unterhaus, wo Fox – der in der Tat vom Prinzen nach wie vor über die Heirat belogen wird – entsprechende Vorwürfe des Abgeordneten John Rolle zurückweist.

Mittlerweile belaufen sich die Schulden des Prinzen, wie ihm der König mitteilt, laut dem Schatzmeister des königlichen Haushalts, Lt. Col. Hatham auf 269.878 Pfund, 6 Shillinge und siebeneinhalb Pence. Um dem König seinen Willen zu sparen zu demonstrieren, beschließt George, mit Maria in ein kleines Bauernhaus in Brighton zu ziehen.

In Brighton gibt sich der verliebte George volksnah und bescheiden, langweilt sich aber auch bald – besonders, nachdem ihn drei Monate später nicht nur Hatham besucht, der ihm berichtet, dass der König ihm nun aufgrund eines kleinen Schuldenabbaus wohlgesonnener ist, sondern auch Sheridan mit zwei weiteren Freunden, die ihm von den Lustbarkeiten Londons erzählen. George beschließt daraufhin gegen den Willen Marias, nach London zurückzukehren – vor allem, um beim König die Tilgung seiner Schulden und eine Erhöhung seiner Apanage zu erbitten.

In London versuchen Fox und Sheridan vergeblich, den Prinzen dazu zu bewegen, noch ein paar Monate in Brighton zu bleiben, da sie darauf hoffen, dass er dann Marias überdrüssig werde und sich von ihr trennt. George begibt sich stattdessen nach Windsor Castle, wo bei einer Shakespeare-Rezitation durch die Schauspielerin Mrs. Siddons erstmals Anzeichen der Geisteskrankheit des Königs vor versammelter Gesellschaft bemerkbar werden.

Der Prince of Wales bittet den unabhängigen Unterhaus-Abgeordneten Nathaniel Newham, im Parlament eine Erhöhung seiner Bezüge zu beantragen. Als Fox bei der betreffenden Unterhaussitzung wieder von John Rolle gefragt wird, ob es eine Eheschließung zwischen dem Prinzen und Mrs. Fitzherbert gegeben habe, weist der dieses „Gerücht“ erneut entrüstet zurück. Nachdem Maria den Bericht über die Rede von Fox gelesen hat, fühlt sie sich verraten und gedemütigt – ihrer Ansicht nach hat George seinen Freund Fox bewusst irregeleitet, und das für zusätzliche 10.000 Pfund im Jahr und die Begleichung seiner Schulden. Sie verlässt ihn daraufhin.

Unterdessen wird Fox von Orlando Bridgeman, der Zeuge der Trauung zwischen George und Maria war, darauf hingewiesen, dass er über die Heirat falsch informiert sei. Fox ist erschüttert und enttäuscht über den Vertrauensbruch durch den Prince of Wales, und weil dadurch seine politische Karriere vorerst beendet ist, geht er ins Exil nach Italien – zumindest bis sich die Lage wieder zu seinen Gunsten ändert.

In der Zwischenzeit trösten Lady Frances Jersey und Opiumtinktur George über die Trennung von Maria hinweg. Da unterrichtet ihn Lake, dass seine Frau nach wie vor ein gern gesehener Gast bei gesellschaftlichen Anlässen ist, die respektable Gesellschaft also anscheinend die Ehe akzeptiert. Hoffnung schöpfend, trifft er sie auf Vorschlag Lakes am Rand einer Soirée der Herzogin von Gordon und es kommt zur Versöhnung – aber wenngleich ihm Maria ihn ihrer Liebe versichert, gesteht sie ihm gleichzeitig, ihm nun nicht mehr zu trauen.

George ist überglücklich, dass Maria zu ihm zurückgekommen ist, gibt aber seine Liaison mit Lady Jersey deswegen nicht auf. Als er gemeinsam mit seinem aus Hannover zurückgekehrten Bruder Frederick den König in Windsor aufsucht, fällt beiden dessen verwirrter geistiger Zustand auf – George III. faselt von einer nicht existenten Überschwemmung Londons –, bevor sie von ihrer Mutter, Queen Charlotte, eiligst hinauskomplimentiert werden. George III. wird kurz darauf auf Empfehlung von Premierminister Pitt und im Auftrag der Königin von den „Spezialisten“ Reverend Francis Willis und dessen Sohn, Dr. John Willis, mit zum Teil brutalen Methoden behandelt. Dabei bedingen sich die beiden aus, dass nur sie den König behandeln und ihre Methoden zu keinem Zeitpunkt angezweifelt werden dürfen, sowie dass der König während der gesamten Behandlung keine Besuche – auch nicht von der königlichen Familie – empfangen darf.

In der Unsicherheit über den Gesundheitszustand des Königs schlägt Sheridan dem Prinzen vor, einen Antrag auf Regentschaft im Parlament einzubringen, damit Staat und Regierung handlungsfähig bleiben. George berät sich bald darauf mit dem eiligst aus Italien zurückgekehrten Charles Fox, der vorschlägt, Pitt durch den Abgeordneten Portland als Premierminister zu ersetzen, durch den Fox meint, das Kabinett kontrollieren zu können. Pitt akzeptiert im anschließenden Gespräch mit dem Prinzen die Notwendigkeit, ihm die Regentschaft zu übertragen – allerdings mit der Einschränkung, dass dieser niemanden selbständig erheben, niemandem die Peerswürde verleihen und keine Auszeichnungen vergeben kann. Damit ist für George die Entscheidung zugunsten des Plans von Fox gefallen.

Als der Prinz gemeinsam mit Fox und Sheridan auf das Abstimmungsergebnis im Oberhaus wartet, trifft eine Botschaft aus Windsor ein: Dem König geht es besser! George ist am Boden zerstört: „Ich will wirklich nicht, dass mein Vater krank ist, aber...!“

3. Die Braut des Prinzen (The Bride from Brunswick) (1793–1795) England steht im Krieg mit dem revolutionären Frankreich, und die Finanzen des Prince of Wales sind nach wie vor zerrüttet – genauso wie seine noch immer geheime Ehe mit Maria Fitzherbert. Daher signalisiert er seinem Vater nun seine Bereitschaft, sich standesgemäß zu vermählen – vor allem, damit seine Schulden beglichen werden. Der erfreute George III. wählt als Braut seine Nichte Caroline von Braunschweig aus und schickt Harris, Lord von Malmesbury, nach Deutschland, um die Prinzessin in Augenschein zu nehmen und gegebenenfalls nach England zu bringen. Während Lady Jersey – nach wie vor die Mätresse des Prinzen – die Brautwahl des Königs zunächst gutheißt, lehnt sie Queen Charlotte aufgrund des schlechten Rufs Carolines ab. Als George seine Frau aufsucht, um sich von ihr nicht nur ihr stilles Einverständnis für seine geplante offizielle Ehe zu holen, sondern sie außerdem noch fragt, ob sie ihn auch danach noch für intime Treffen empfangen würde, wirft ihn Maria Fitzherbert wütend aus dem Haus.

Am derb-rustikalen Braunschweiger Hof eingetroffen, erkennt Malmesbury, den Caroline der Einfachheit halber nur Harris oder „Lord Marmelade“ nennt, sehr bald, dass sich das Benehmen der Prinzessin einer künftigen Königin von England nicht geziemt und wird in dieser Ansicht von der Mätresse des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand, Luise von Hertefeld, bestätigt. Dennoch beschreibt er sie in einem Brief an den Prince of Wales diplomatisch wohlwollend. Caroline selbst zweifelt ebenfalls, ob sie sich am Londoner Hof wohl fühlen wird – sie befürchtet Neid und Missgunst, kann mit den von Malmesbury empfohlenen Verhaltensregeln wenig anfangen und ist nicht gerade erfreut darüber, dass Lady Jersey seit vielen Jahren die Mätresse ihres künftigen Gemahls ist. Missmutig macht sie sich dennoch mit Malmesbury auf den Weg nach England.