mini|hochkant|Lage des Kreises im Regierungsbezirk Detmold (1949–1968) Der Kreis Detmold (von 1953 bis 1969 Landkreis Detmold) war ein von 1932 bis 1972 bestehender Kreis. Der Kreis war zunächst Teil des Freistaates Lippe und ab 1947 Teil des nordrhein-westfälischen Regierungsbezirks Detmold. Kreisstadt war Detmold.
Geographie Nachbarkreise Der Kreis Detmold grenzte 1969, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an den Kreis Lemgo und die Exklave Lügde des Kreises Höxter (beide in Nordrhein-Westfalen), an den Landkreis Hameln-Pyrmont (in Niedersachsen) sowie an die Kreise Höxter und Paderborn (beide in Nordrhein-Westfalen).
Geschichte Der Kreis Detmold entstand aufgrund der Kommunalreform 1932 im Freistaat Lippe. Er wurde aus einer Vereinigung der Landratsämter Detmold und Blomberg mit den amtsfreien Städten Blomberg, Horn, Lage und Schwalenberg gebildet. Die Verwaltung des neuen Kreises wurde in der Stadt Detmold gebildet, die vorerst als kreisfreie Stadt noch nicht zum Kreisgebiet gehörte. 1934 folgte auch die Eingliederung Detmolds in den Kreis. Dem Kreis gehörten seitdem 96 Städte und Gemeinden an.
Der Freistaat Lippe ging am 1. April 1947 aufgrund der durch die Control Commission erlassenen Militärverordnung Nr. 77 vom 21. Januar 1947 im Land Nordrhein-Westfalen auf, so dass auch der Kreis Detmold zu Nordrhein-Westfalen kam. Am 1. Oktober 1949 wurden die bis dahin zum Kreis Detmold gehörenden Exklaven Cappel und Lipperode in den Kreis Lippstadt im Regierungsbezirk Arnsberg umgegliedert. Die Gemeinde Spork wurde 1954 in Spork-Eichholz umbenannt. Die beiden Gemeinden Oesterholz und Haustenbeck wurden 1957 zur Gemeinde Oesterholz-Haustenbeck zusammengeschlossen.
Am 1. Oktober 1969 wurde aus dem Landkreis der Kreis Detmold.Bekanntmachung der Neufassung der Kreisordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. August 1969 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1969, Nr. 2021, S. 670 ff.
Vor der Gemeindereform gliederte sich der Kreis in 93 Gemeinden, von denen Blomberg, Detmold, Horn, Lage und Schwalenberg das Stadtrecht besaßen. Bis 1967 bestanden außerdem fünf unbewohnte Forstbezirke. Im Zuge der Neugliederung der Kreise Detmold und Höxter, die am 1. Januar 1970, geregelt durch das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold“ und das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter“ vom 2. Dezember 1969, wirksam wurde, wurden die Stadt Lügde sowie die Gemeinden Harzberg und Kempenfeldrom aus dem Kreis Höxter in den Kreis Detmold eingegliedert und die lippische Exklave Grevenhagen an die Stadt Steinheim im Kreis Höxter abgegeben. Außerdem wechselten Hörstmar und Trophagen in den Kreis Lemgo und wurden dort in die Stadt Lemgo eingemeindet. Alle anderen Gemeinden des Kreises Detmold wurden zu acht neuen Städten und Gemeinden zusammengeschlossen: Augustdorf, Bad Meinberg-Horn (wenige Monate später umbenannt in Horn-Bad Meinberg), Blomberg, Detmold, Lage, Lügde, Schieder-Schwalenberg und Schlangen. Die Fläche des Kreises erhöhte sich von 626,6 km² auf 662,1 km².Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1969Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975
Der Kreis ging am 1. Januar 1973 im Zuge der nordrhein-westfälischen Kreisreform im Rahmen des Bielefeld-Gesetzes durch Vereinigung mit dem Kreis Lemgo im heutigen Kreis Lippe auf. Die Kreisverwaltung verblieb in Detmold.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1933 87.673 1939 93.049 1946 127.665 Volkszählung 1946 1950 137.542 1960 135.900 1968 150.400 1970 156.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1971 159.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Politik Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946 In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene.
+ Stimmenanteile der Parteien in Prozent Jahr SPD CDU FDP BHE KPD 1946 41,2 49,6 3,4 5,6 1948 39,7 44,1 11,1 5,1 1952 41,5 25,7 17,9 12,4 1956 50,4 20,6 21,0 7,3 1961 47,1 27,5 18,9 6,5 1964 51,0 28,6 17,2 3,2 1970 51,0 39,1 9,9 1973 48,7 39,9 11,4
Oberkreisdirektoren 24. Januar 1946 bis 27. Juli 1949 (Geschäftsführung bis 9. Oktober 1948): Albin Neuse 9. Oktober 1948 bis 29. Februar 1964: Karl Brand 1. März 1964 bis. 31. Dezember 1972: Hilmar Lotz
Landräte 1. Oktober 1945 bis 22. Oktober 1946: Wilhelm Mellies, SPD 22. Oktober 1946 bis 8. Dezember 1952: Gustav Johanning CDU 8. Dezember 1952 bis 17. November 1956: Fritz Böning CDU 17. November 1956 bis 16. Mai 1964: August Linne SPD 26. Juni 1964 bis 3. April 1970: Paul Pankoke SPD 4. April 1970 bis 31. Dezember 1972: Heinz Wegener SPD
Gemeinden 1969 Die folgende Tabelle listet alle 93 Gemeinden des Kreises Detmold mit Stand vom 31. Dezember 1969 sowie ihre heutige Zugehörigkeit. Gemeinde (1969) eingegliedert in Altendonop Blomberg Augustdorf AugustdorfBad Meinberg Horn-Bad Meinberg Barkhausen Detmold Belle Horn-Bad Meinberg Bellenberg Horn-Bad Meinberg Bentrup Detmold Berlebeck Detmold Billerbeck Horn-Bad Meinberg Billinghausen Lage Blomberg (Stadt) Blomberg Borkhausen Blomberg Brakelsiek Schieder-Schwalenberg Brokhausen Detmold Brüntrup Blomberg Cappel Blomberg Dalborn Blomberg Dehlentrup Detmold Detmold (Stadt) Detmold Donop Blomberg Ehrentrup Lage Elbrinxen Lügde Eschenbruch Blomberg Falkenhagen Lügde Fromhausen Horn-Bad Meinberg Grevenhagen Steinheim (Kreis Höxter)Großenmarpe Blomberg Hagen Lage Hakedahl Detmold Hardissen Lage Hedderhagen Lage Heesten Horn-Bad Meinberg Heiden Lage Heidenoldendorf Detmold Heiligenkirchen Detmold Herrentrup Blomberg Heßloh Lage Hiddesen Detmold Holzhausen-Externsteine Horn-Bad Meinberg Höntrup Blomberg Horn (Stadt) Horn-Bad Meinberg Hornoldendorf Detmold Hörste Lage Hörstmar Lemgo Hummersen Lügde Istrup Blomberg Jerxen-Orbke Detmold Kleinenmarpe Blomberg Kohlstädt SchlangenKöterberg Lügde Lage (Stadt) Lage Leistrup-Meiersfeld Detmold Leopoldstal Horn-Bad Meinberg Lothe Schieder-Schwalenberg Maspe Blomberg Mosebeck Detmold Mossenberg-Wöhren Blomberg Müssen Lage Niederschönhagen Detmold Nienhagen Detmold Niese Lügde Niewald Detmold Oberschönhagen Detmold Oesterholz-Haustenbeck Schlangen Oettern-Bremke Detmold Ohrsen Lage Pivitsheide V. H. Detmold Pivitsheide V. L. Detmold Pottenhausen Lage Reelkirchen Blomberg Remmighausen Detmold Rischenau Lügde Ruensiek Schieder-Schwalenberg Sabbenhausen Lügde Schieder Schieder-Schwalenberg Schlangen SchlangenSchmedissen Horn-Bad Meinberg Schönemark Detmold Schwalenberg (Stadt) Schieder-Schwalenberg Siebenhöfen Blomberg Siekholz Schieder-Schwalenberg Spork-Eichholz Detmold Tintrup Blomberg Trophagen LemgoVahlhausen bei Detmold Detmold Vahlhausen bei Horn Horn-Bad Meinberg Veldrom Horn-Bad Meinberg Waddenhausen Lage Wehren Horn-Bad Meinberg Wellentrup Blomberg Wissentrup Lage Wöbbel Schieder-Schwalenberg Wörderfeld Lügde
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DT zugewiesen. Nach der Bildung des neuen Kreises Lippe wurde es dort bis zum 31. Oktober 1990 ausgegeben. Seit dem 25. April 2026 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Kreis Lippe erhältlich.
Weblinks
Einzelnachweise
Literatur Otto Gaul: Kreis Detmold (Kunstführer des Westfälischen Heimatbundes, Heft 25). Münster 1948. Erich Kittel: Heimatchronik des Kreises Lippe (=Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes. Band 44). 2. verbesserte und ergänzte Auflage. Archiv für Deutsche Heimatpflege GmbH, Köln 1978. Hans Liedtke: Kreis Detmold (Naturschutzführer des Westfälischen Heimatbundes, Heft 6). Münster 1963.
Detmold Detmold Kategorie:Geschichte (Kreis Lippe) Detmold Kategorie:Aufgelöst 1973