Die Royal Louis war ein 110-Kanonen-Linienschiff (Dreidecker) der französischen Marine, das von 1780 bis 1794 in Dienst stand.
Geschichte Entwicklungsgeschichte Anlässlich des sich abzeichnenden Krieges gegen Großbritannien in Folge des Konfliktes in Nordamerika (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg), wurde ein Flottenbauprogramm für die französische Marine aufgelegt, das vier Schiffe mit einer Bewaffnung von um die 100 Kanonen vorsah. Aus den Vorgaben für diese Schiffe entwickelte Léon-Michel Guignance (Marinearsenal Brest) die Royal-Louis, François-Guillaume Clairain des Lauriers (Marinearsenal Rochefort) die Invincible und Joseph-Marie-Blaise Coulomb (Marinearsenal Toulon) die spätere Terrible-Klasse.
Bau Die spätere Royal Louis wurde unter der Bauaufsicht des Schiffbauingenieurs Pierre-Alexander Forfait am 8. März 1778 im Marinearsenal von Brest auf Kiel gelegt. Die Schiffstaufe erfolgte am 4. Dezember 1778 und der Stapellauf am 20. März 1780, mit Indienststellung im Juni desselben Jahres.
Einsatzgeschichte mini|links|Die Républicain havariert auf dem Mingant-Felsern bei Brest Im Jahr 1782 war die Royal Louis Teil einer französisch-spanischen Flotte, die sich am 20. Oktober 1782 eine Schlacht mit einer britischen Flotte am Kap Spartel in der Straße von Gibraltar lieferte, wo sie jedoch nicht zum Einsatz kam.
Im September 1792 wurde das Schiff in Républicain umbenannt. 1794 diente sie unter dem Kommando von Pierre Mande Lebeau als Flaggschiff von Konteradmiral Joseph Marie Nielly. Am 1. Juni 1794 nahm sie, als Teil der Nachhut, an der Seeschlacht am 13. Prairial (Vierte Schlacht bei Ouessant) teil. Obwohl sie vollständig entmastet wurde und ihre Flagge strich, wurde sie nicht aufgebracht und erreichte Rochefort.
Am 24. Dezember 1794 lief sie beim Auslaufen aus der Reede von Brest auf den Mignant-Felsen auf. Die Besatzung verließ das Schiff, und das Wrack wurde einige Tage später in einem Sturm zerstört.
Technische Beschreibung mini|Zeichnung einer französischen36-Pfünder-Kanone mini|Französische Obusier de vaisseau(36-Pfünder-Haubitze) Die Royal-Louis war als Batterieschiff mit drei durchgehenden Geschützdecks konzipiert und hatte eine Länge von 60,42 Metern (Geschützdeck) bzw. 53,27 Metern (Kiel), eine Breite von 16,24 Metern und einen Tiefgang von 7,96 Metern bei einer Verdrängung von 4.835 Tonnen. Der aus Eichenholz bestehende Schiffsrumpf, erstreckte sich vom am Bug befindlichen Galion zum im Heckbereich befindlichen Heckspiegel, in den Galerien integriert waren, die in die seitlich angebrachten Seitengalerien mündeten. Diese Bereiche waren aus Repräsentationsgründen durch zeitspezifische Schnitzereien und Bildhauerarbeiten geschmückt. An der obersten Position des Heckspiegels befanden sich traditionell bis zu drei Hecklaternen. Die Beplankung des Rumpfes war kraweel ausgeführt, das heißt, die Kanten der Planken stießen stumpf aufeinander, sodass eine glatte Außenfläche entstand.
Das Schiff war in der damals üblichen Rahtakelage als Fregattschiff mit drei Masten (Fockmast, Großmast und Kreuzmast) ausgeführt, lediglich am Kreuzmast befand sich auf der untersten Position (Unterbesansegel) ein Gaffelsegel. Die Masten und Rahen bestanden aus Kiefernholz, während das Tauwerk des laufenden und stehenden Gutes aus Hanf und die Segel aus Segeltuch gefertigt waren. Ein zweiter Satz, Segel und Tauwerk wurde im Laderaum als Reserve mitgeführt.
Die Bewaffnung der Klasse bestand bei Indienststellung aus 110 Geschützen, die sich aber im Laufe ihrer Dienstzeit veränderte. UnteresBatteriedeck MittleresBatteriedeck OberesBatteriedeck Backdeck Achterdeck Kanonen(Geschossgewicht) Design 30 × 48-Pfünder 32 × 24-Pfünder 32 × 12-Pfünder 6 × 8-Pfünder 6 × 8-Pfünder 106 Kanonen(657,89 kg) 1782 30 × 36-Pfünder 32 × 24-Pfünder 32 × 12-Pfünder 6 × 8-Pfünder 6 × 8-Pfünder 106 Kanonen(569,78 kg) 1784 30 × 36-Pfünder 32 × 24-Pfünder 32 × 12-Pfünder 6 × 8-Pfünder 10 × 8-Pfünder 110 Kanonen(577,61 kg) 1794 30 × 36-Pfünder-Kanonen 32 × 24-Pfünder-Kanonen 32 × 12-Pfünder-Kanonen 6 × 8-Pfünder-Kanonen 6 × 8-Pfünder-Kanonen4 × 36-Pfünder-Haubitzen 110 Geschütze(605,02 kg)
Besatzung Die Besatzung hatte eine Stärke von 1.055 bis 1.150 Mann (Offiziere und Unteroffiziere bzw. Mannschaften).
Literatur
Weblinks
Royal Louis auf threedecks.org (englisch)
Einzelnachweise Rif Winfield & Stephen S Roberts: French Warships in the Age of Sail 1626–1786., S. 73. Jean Michel Roche: Dictionnaire des batiments de la flotte de guerre francaise de colbert a nos jours 1 1671–1870., S. 338.
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