Sitzball ist eine Mannschaftssportart im Behindertensport. Sitzball ist nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in Afrika als Breiten- und Wettkampfsport vertreten. Deutsche Meisterschaften der Herren finden seit 1954 jährlich statt, bei den Damen seit 1974. Europäische Sitzballturniere gibt es seit den 1970er Jahren. Die Sportart Sitzball wird in Deutschland von etwa 150 Mannschaften gespielt. Der erste Seatball-Worldcup fand im November 2006 in Kigali/Ruanda statt. Teilnehmende Mannschaften kamen aus Deutschland, der Schweiz, Ruanda, Burundi und Uganda.
Sitzball eignet sich ideal für das gemeinsame Spiel von behinderten und nichtbehinderten Menschen.
Deutsche Meisterschaften Herren mini|Deutscher Meister 2008 1953 Gelsenkirchen 1955 Schweinfurt 1956 Schweinfurt 1957 Würzburg 1958 Schweinfurt 1959 Schweinfurt 1960 Gelsenkirchen 1961 Gelsenkirchen 1962 Gelsenkirchen 1963 Schweinfurt 1964 Gelsenkirchen 1965 Gelsenkirchen 1966 Gelsenkirchen 1967 Schweinfurt 1968 Landshut 1969 Gelsenkirchen 1970 Bielefeld 1971 Landshut 1972 Gelsenkirchen 1973 Landshut 1974 Bielefeld 1975 Aachen 1976 Aachen 1977 Aachen 1978 Gelsenkirchen 1979 Aachen 1980 Bielefeld 1981 Aachen 1982 Bielefeld 1983 Aachen 1984 Bielefeld 1985 Bielefeld 1986 Bielefeld 1987 Karlsruhe 1988 Bielefeld 1989 Bielefeld 1990 Bielefeld 1991 Schwerte 1992 Oberhausen 1993 Oberhausen 1994 Oberhausen 1995 Ludwigshafen 1996 SG Emmelshausen-Koblenz 1997 Oberhausen 1998 Oberhausen 1999 Oberhausen 2000 SG Emmelshausen-Koblenz 2001 Oberhausen 2002 SG Emmelshausen-Koblenz 2003 VSG Pforzheim 2004 SG Emmelshausen-Koblenz 2005 SG Emmelshausen-Koblenz 2006 VSG Pforzheim 2007 Oberhausen 2008 SG Emmelshausen-Bad Kreuznach 2009 SG Emmelshausen-Bad Kreuznach 2010 SG Emmelshausen-Bad Kreuznach 2011 SG Emmelshausen-Bad Kreuznach 2012 SG Leipzig-Plauen 2013 SG Leipzig-Plauen 2014 SG Leipzig-Plauen 2015 BSG Emmelshausen 2016 VSG Pforzheim 2017 SG Leipzig-Plauen 2018 SG Leipzig-Plauen 2019 SG Leipzig-Plauen 2020–2023 ausgefallen 2024 SG Leipzig-Plauen 2025 SG Leipzig-Plauen 2026 SG Leipzig-Plauen
Damen 1974 VSG Karlsruhe 1975 VSG Karlsruhe 1976 ausgefallen 1977 Landesmannschaft Bayern 1978 Landesmannschaft Bayern 1979 VSG Karlsruhe 1980 VSV München 1981 SG Oberbayern 1982 SG Oberbayern 1983 VSG Karlsruhe 1984 VSG Karlsruhe 1985 VSG Karlsruhe 1986 VSG Karlsruhe 1987 SG Niedersachsen 1988 SG Karlsruhe / Bühl 1989 SG Karlsruhe / Bühl 1990 SG Karlsruhe / Bühl 1991 SG Karlsruhe / Bühl 1992 SG Niedersachsen 1993 SG Karlsruhe / Bühl 1994 SG Karlsruhe / Bühl 1995 SG Karlsruhe / Bühl 1996 SG Karlsruhe / Bühl 1997 SG Karlsruhe / Bühl 1998 Landesmannschaft Niedersachsen 1999 SG Karlsruhe / Bühl 2000 Landesmannschaft Niedersachsen 2001 SG Karlsruhe / Bühl 2002 SG Karlsruhe / Bühl 2003 SG Karlsruhe / Bühl 2004 SG Karlsruhe / Bühl 2005 SG Karlsruhe / Bühl 2006 SG Karlsruhe / Bühl 2007 SG Karlsruhe / Bühl 2008 SG Karlsruhe / Bühl 2009 Landesmannschaft Niedersachsen 2010 SG Karlsruhe / Bühl 2011 Landesmannschaft Niedersachsen 2012 SG Karlsruhe / Bühl 2013 Landesmannschaft Niedersachsen 2014 Landesmannschaft Rheinland-Pfalz 2015 Landesmannschaft Rheinland-Pfalz 2016 Landesmannschaft Rheinland-Pfalz 2017 Landesmannschaft Niedersachsen 2018 SG Leipzig-Plauen 2019 SG Leipzig-Plauen 2020–2024 ausgefallen weitere Deutsche Meisterschaften der Damen sind derzeit nicht in Planung.
Europäische Sitzballturniere 1985 Deutschland 1987 Nordrhein-Westfalen 1990 Deutschland 1991 Deutschland 1992 Nordrhein-Westfalen 1993 Deutschland 1994 Rheinland-Pfalz 1995 Deutschland 1996 Rheinland-Pfalz 1997 Deutschland 1998 Nordrhein-Westfalen 1999 Deutschland 2000 Deutschland 2001 Deutschland 2002 Deutschland 2003 Rheinland-Pfalz 2004 Deutschland 2005 BSG Emmelshausen 2006 Deutschland 2007 Deutschland 2008 Deutschland 2009 Deutschland 2010 Baden 2011 Sachsen 2012 Deutschland
World Cup (seit 2013 offizielle WM) 2006 SG Emmelshausen/Bad Kreuznach mini|Spielszene Seatball Worldcup 2006 Kigali 2008 SG Emmelshausen/Bad Kreuznach 2010 Ruanda 2013 Team Deutschland
Länder, in denen Sitzball gespielt wird Sitzball wird in Teilen Europas und Afrikas gespielt: Burundi Deutschland Italien Kenia Kongo Liechtenstein Luxemburg Österreich Ruanda Schweiz Tansania Uganda
Offizielle Regeln I. Spielgedanke Auf einem Spielfeld, das in der Mitte durch eine Linie und in 1 m Höhe durch ein zweifarbiges Band in zwei Felder geteilt ist, sitzen sich zwei Mannschaften von je fünf Spielern einander gegenüber.
Jede Mannschaft hat die Aufgabe, den ihr über das Band zugeschlagenen Ball mit der offenen Hand wieder zurückzuspielen und zwar so lange bis ein Fehler den Spielgang beendet. Dabei ist es das Ziel beider Mannschaften, den Ball so über das Band zu spielen, dass dem Gegner der Rückschlag nicht gelingt oder möglichst erschwert wird.
Jeder Fehler der einen Mannschaft wird der anderen als Vorteil angerechnet. Gewonnen hat die Mannschaft, die in der Spielzeit die meisten Treffer erzielt hat.
II. Mannschaftszusammensetzung Mannschaftsgesamtpunktzahl: gemäß der gültigen DBS-Tabelle
Zur Mannschaft gehören fünf Spieler. Die Summe der Punktzahlen der Spieler darf diese vorgeschriebene Gesamtpunktzahl nicht überschreiten.
Bein-, Armprothesen, Stützapparate o. Ä. dürfen während des Spieles nicht getragen werden.
Gemischte Mannschaften sind erlaubt.
III. Spielregeln Regel 1: Spielfeld 1.1 Spielfeldzeichnung siehe Inhaltsverzeichnis.
1.2 Das Spielfeld ist ein Rechteck von zehn Metern Länge und acht Metern Breite.
1.3 Es wird durch eine Mittellinie in zwei Felder geteilt. Der Boden soll glatt und eben sein.
1.4 Grenz- (=Grund- und Seitenlinien) und Mittellinie sind auf dem Boden deutlich sichtbar zu markieren. Die Grenzlinien gehören mit zum Spielfeld, die Mittellinie zu beiden Feldern gemeinsam. Die Linien sollen drei bis fünf Zentimeter breit sein. Ein Ball, der diese Linien berührt, ist im Spielfeld.
1.5 Gleichlaufend über der Mittellinie befindet sich ein bis zu fünf Zentimeter breites, zweifarbiges Band, dessen Oberkante in einem Meter Höhe vom Spielfeldboden verläuft. Es soll über zwei außerhalb des Spielfeldes stehende Pfosten straff gespannt sein. Die Schnittpunkte von Mittel- und Seitenlinien sind durch zehn Zentimeter lange Markierungsstreifen zu kennzeichnen.
1.6 Zuschauer, benachbarte Spielfelder und Hindernisse müssen so weit von den Begrenzungslinien entfernt sein, dass die Spieler nicht behindert werden.
Regel 2: Ball und Wahl 2.1 Der Ball soll ein Volleyball sein. Er muss gleichmäßig rund und straff aufgepumpt sein.
2.2 Der DBS kann bestimmen, welche Balltypen zugelassen sind.
2.3 Für Wettspiele kann jede Mannschaft einen spielfähigen Ball stellen. Legt eine Mannschaft bei Spielbeginn keinen Ball auf, so hat sie die Ballwahl für das ganze Spiel verwirkt.
2.4 Der Schiedsrichter entscheidet, ob der Ball den Anforderungen entspricht. Er kann abweichend von Ziffer 2.3 den Spielball bestimmen.
2.5 Vor Spielbeginn werden „Spielfeldseite und Ball“ oder „erste Angabe“ ausgelost, wobei der Gewinner eines von beiden wählen kann. Nach der Halbzeit wechseln „Spielfeldseite und Ball“ und „erste Angabe“. Auf einen Ballwechsel für die zweite Halbzeit kann verzichtet wer den, wenn beide Mannschaften einverstanden sind.
2.6 Die Spieler können zum Schutz ihres Körpers gepolsterte Hosen, anschnallbare Rutschmatten, Ellenbogen- und Knieschützer tragen.
Regel 3: Mannschaft 3.1 Jede Mannschaft muss mit fünf Spielern antreten. Diese Zahl darf während der gesamten Spielzeit weder unter- noch überschritten werden. Mannschaften, die bei Spielbeginn nicht oder nicht komplett antreten, verlieren das Spiel
3.2 Die Zahl der Auswechselspieler entspricht der unter 3.1 angegebenen Spielerzahl. Sie müssen in der Mannschaftsaufstellung und auf dem Spielprotokoll aufgeführt werden. Nicht aufgeführte Spieler können nicht eingesetzt werden.
3.3 Vor Spielbeginn sind durch den Mannschaftsführer die in diesem Spiel zum Einsatz kommenden Spieler auf dem Spielprotokoll anzukreuzen.
3.4 In jedem Spiel können zwei Spieler einer Mannschaft ausgewechselt werden. Sie müssen zu den unter 3.2 genannten Auswechselspielern gehören.
3.5 Ein Auswechseln ist nur bei eigener Angabe oder in der Halbzeit möglich. Wiederholter Wechsel zwischen Spielern und Auswechselspielern ist erlaubt.
3.6 Wenn ein Spieler wegen Verletzung ausscheiden muss oder vom Spiel ausgeschlossen worden ist, ist der Spielerwechsel sofort nach dem Ausscheiden oder Ausschluss vorzunehmen. Hierbei ist die Regel 3.7 und 3.8 zu beachten. Ausgeschlossene Spieler dürfen im selben Spiel nicht mehr eingesetzt werden.
3.7 Jeder Spielerwechsel ist erst dann möglich, wenn er vom Protokollführer angeschrieben und dem Schiedsrichter deutlich angezeigt wurde. Regelwidriges Auswechseln wird als Fehler gewertet.
3.8 Die Mannschaftspunktzahl darf auch nach einem Spielerwechsel nicht überschritten werden.
3.9 Verstöße gegen die Regel 3.1 bis 3.4 sowie 3.6 und 3.8 führen zum Abbruch des Spiels (Wertung siehe g.3).
Regel 4: Spielzeit 4.1 Die reguläre Spielzeit besteht aus zwei Halbzeiten von je sieben Minuten Dauer Die durch Unterbrechungen verlorene Zeit muss in der Halbzeit nachgespielt werden, in der das Spiel unterbrochen war.
4.2 Bei Spielen nach dem K.-o.-System erfolgt nach unentschiedenem Ausgang eine Verlängerung von zweimal drei Minuten. Die Verlängerung schließt unter Beachtung der Regel 2.5 ohne Pause an. Endet auch diese Verlängerung unentschieden, wird, wieder unter Beachtung der Regel 2.5, bis zu einer Differenz von zwei Treffern weitergespielt.
4.3 Die Spielzeit von Entscheidungsspielen entspricht der regulären Spielzeit.
Regel 5: Schlag 5.1 Unter Schlag ist jede kurzzeitige Berührung des Balles mit der offenen Hand (Innenhand oder Handrücken) zu verstehen.
5.2 Der Ball darf mit den Fingerspitzen berührt oder gestoßen werden.
5.3 Das gleichzeitige Berühren des Balles mit beiden Händen ist erlaubt. Eine aufeinanderfolgende Berührung zählt als Fehler.
5.4 Schläge mit der Handkante, geschlossener oder bandagierter Hand sind nicht zulässig. Das Tragen einer bis fünf Zentimeter breiten Binde zum Schutz des Handgelenkes ist erlaubt.
5.5 Schlagverzögerungen durch Heben, Tragen, Werfen oder Führen des Balles sind Fehler.
5.6 Beim Schlagen des Balles ins gegnerische Feld darf:
5.6.1 der Spieler den Rumpf nicht vom Boden lösen, es sei denn als Folge des Schlages;
5.6.2 keine Hand des Spielers mehr am Ball sein, wenn dieser bereits das Band überflogen hat;
5.6.3 keine Hand des Spielers, auch wenn diese sich bereits vor dem Band vom Ball gelöst hat, einen Gegenspieler behindern
Regel 6: Spielgang 6.1 Jeder Spielgang beginnt mit der Angabe und endet mit dem ersten darauffolgenden Fehler. Nach jedem Fehler wird der Ball von der Mannschaft, die den Fehler gemacht hat, neu angegeben.
6.2 Nur der während eines Spielganges gemachte Fehler zählt. Der Spielgang endet mit diesem Fehler.
6.3 Das Band innerhalb der Seitenlinien und die Markierungsstreifen dürfen während eines Spielganges weder von einem Spieler noch vom Ball berührt werden.
6.4 Berührungen der Befestigungen/Verankerungen oder eines außerhalb der Schnittpunkte stehenden Pfostens durch den Spieler gelten nicht als Fehler.
6.5 Jeder Ball, der während des Spielganges außerhalb des Spielfeldes auf den Boden fällt, bringt der Mannschaft einen Fehler, die den Ball zuletzt berührt hat.
6.6 Die Fortbewegung während des Spielganges darf nicht auf den Füßen oder den Knien erfolgen. Der Spieler darf den Ball weder im Knien noch im Stehen erwarten und dann berühren.
6.7 Der Spieler darf sich beim Zuspiel des Balles mit dem gesamten Körper vom Boden lösen.
6.8 Grundloses Verweilen von Spielern während eines Spielganges im Gegenfeld ist ein Fehler.
Regel 7: Angabe