mini|Diamond City, c. 1870 Der Confederate Gulch mit der alten Goldgräbersiedlung Diamond City ist eine steil eingeschnittene Schlucht bzw. ein Tal am westlichen Hang der Big Belt Mountains, im heutigen US-Bundesstaat Montana im Nordwesten der Vereinigten Staaten, das von 1864 bis 1889 noch zum Montana-Territorium () gehörte. Sein kleiner Bach fließt nach Westen in den Canyon Ferry Lake am oberen Ende des Missouri River in der Nähe der Stadt Townsend in Montana.

Einleitung Im Jahre 1864 machten Soldaten der Confederate States Army, die sich während des Amerikanischen Bürgerkriegs auf Parole, d. h. auf vorzeitiger Haftentlassung zur Bewährung befanden, einen kleinen Goldfund in dieser Schlucht. Als jedoch im folgenden Jahr die an Gold äußerst reichhaltige Entdeckung der sogenannten Montana Bar und weitere enorme Goldfunde – bis dahin eine der größten Mengen Gold pro Morgen Land gerechnet – gelangen, löste dies einen rasanten Boom und letztlich den Montana Gold Rush aus, der sich bis 1869 hielt.

Im Zeitraum von 1866 bis 1869 erreichte oder übertraf die Schlucht alle anderen Bergbaulager im Montana-Territorium bei der Goldproduktion und es wurde Gold im Wert von schätzungsweise 19 bis 30 Millionen US-Dollar produziert, was einem heutigen Wert von etwa 358 bis 565 Millionen Dollar (Stand 2019) entspricht.Inflation Calculator, In: Officialdata.org Confederate Gulch war damit zeitweise die größte Gemeinde in Montana. Im Jahr 1866 hatte Montana eine Gesamtbevölkerung von 28.000, von denen etwa 10.000 (ca. 35 %) im Confederate Gulch arbeiteten.

Obwohl die Boomtown Diamond City für die Bergleute im Confederate Gulch während seiner Blütezeit die Kreisstadt von Montanas Meagher County war, ist sie heute ein Teil von Broadwater County. Als die Goldproduktion ihren Höhepunkt erreicht hatte, toste das Leben in Diamond City bei Tag und Nacht. In ihrem verzweifelten Bestreben, mehr Gold zu gewinnen, bauten die Bergleute kilometerlange Gräben und Rinnen und setzten dabei das Hydraulic MiningHydraulic Gold Mining (englisch), In: Goldrushnuggets.com-Verfahren ein, bei dem mit Hilfe von Wasser aus Schläuchen und Düsen unter hohem Druck ganze Hänge abgespült wurden und dabei der Boden der Schlucht wegrissen wurde. Der hydraulische Abbau durch Ausspülen mit Druckwasser der Hänge hinterließ riesige Böschungsbänke in der Schlucht und da man dies auch sehr nahe an Diamond City durchgeführt hatte, wurde schließlich die ganze Siedlung nach und nach unterspült, so dass der County Seat Diamond City nach White Sulphur Springs verlegt wurde.History of Washington, Idaho, and Montana: 1845–1889 von Bancroft, Hubert Howe, History Company (1890), Victor, Frances Fuller, S. 758 In: Archive.org (englisch)Destination: White Sulphur Springs, In: Treasurestatelifestyles (englisch)

Nachdem sich um 1870 das Goldvorkommen im Confederate Gulch erschöpft hatte und der Boom vorüber war, nahmen die Einwohner von Diamond City ihre Sachen und gingen einfach weiter. 1870 lebten dort nur noch 255 Menschen und ein Jahr später waren es nur noch etwa 60. Die Reste von Diamond City sind heute kaum mehr als eine Geisterstadt und von den anderen Gemeinden in der Schlucht ist auch fast nichts mehr übriggeblieben. Eine unbefestigte Straße windet sich noch immer die Schlucht vom Missouri River Valley hinauf und überquert dabei die Gipfel der Big Belts auf dem Weg hinunter zum Smith River Valley.

Die Schlucht des Confederate Gulch, Diamond City und die Montana Bar sind noch immer spektakuläre Beispiele für Montanas Bergbaugeschichte, insbesondere die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Montana verbreiteten „Flash in the Pan“-Goldbergbauarbeiterlager. Es wird angenommen, dass diese Phrase aus dem kalifornischen Goldrausch aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Goldsucher wurden angeblich aufgeregt, als sie etwas in der Pfanne funkeln sahen, nur um dann ihre Hoffnungen zu zerstreuen, wenn sich herausstellte, dass es sich nicht um Gold, sondern nur um einen „Blitz in der Pfanne“ handelte.The meaning and origin of the expression: Flash in the pan (englisch), In: Phrases.org.uk

Geologie Der Confederate Gulch gilt als eigener Bergbaubezirk, der die gesamte Schlucht und die oberen Nebenflüsse von Boulder Creek, von Montana Gulch und Cement Gulch umfasste. Die Hauptgesteine, die die primären Goldlagerstätten im Gebiet des Confederate Gulch darstellen, sind Schiefer der Spokane-Spokane Formation, In: mrdata.usgs.gov (englisch) und Greyson-FormationGreyson-Formation, In: mrdata.usgs.gov (englisch) sowie Kalkstein der Newland-Newland-Formation, In: mrdata.usgs.gov (englisch) Formation. Die Spokane-, Greyson- und Newland-Formation gehören erdgeschichtlich zur Belt-Supergruppe des Mesoproterozoikums im Zeitraum von etwa vor 1,47 Milliarden bis ungefähr vor 1,40 Milliarden Jahren. Diese Formationen sind weitaus älter als der darüber liegende Flathead-Sandstein aus der Zeit des mittleren Kambriums und zwischen den älteren mesoproterozoischen Gesteinen und den jüngeren kambrischen Gesteinen besteht eine bedeutende Diskordanz.

Die mesoproterozoischen Gesteinseinheiten werden von Diorit- und Quarzdiorit-Dykes, -Eruptivstöcken und -Lagergängen geschnitten. Der größte Teil des hochwertigen Golderzes findet sich hierbei in dünnen Quarzadern entlang von Brüchen im Diorit und entlang von Schichtflächen im Schiefergestein.

Da der Goldgehalt jedoch mit zunehmender Tiefe abnimmt, wurden nur wenige Bergwerke mit einer Tiefe von mehr als 46 Meter erschlossen. Zusätzlich zu den Quarzadern im Schiefer enthält der dortige Diorit noch schwach mineralisierte Scherzonen.Abandon Mines, Diamond City, Historic Context, In: web.archive.org (englisch)

Neuere Felduntersuchungen in den Big Belt Mountains legen nahe, dass einige Gesteine, die als zur Spokane-Formation gehörend kartiert wurden, mit den darüber liegenden Schichten des mittleren Kambriums übereinstimmen und nicht zur mesoproterozoischen Belt-Supergruppe gehören.

Weitere bedeutende Goldlagerstätten sind Seifenlagerstätten in Kiesablagerungen, die während der interglazialen Stadien des Pleistozäns abgelagert wurden. Dass diese Goldseifen noch relativ jung sind, wurde durch das Auffinden von Knochen des Mastodons und Elefanten bestätigt, die in den Kies enthalten waren.The Gold Frontier, Dan Cushman, Stay Away Joe Publishers, 1973, S. 172–179.

Die Verteilung der vorgefundenen Goldseifen, die sich durch die Sedimentation des Goldes gebildet haben, lässt vermuten, dass die Hauptquelle für das Gold im Confederate Gulch und des White Creek am Miller Mountain aus einer Reihe von Quarzadern an einer Gabelung zweier Ströme stammen. Die goldhaltigen Quarzadern wurden dort durch Erosion abgetragen und die verwitterungsbeständigen Goldkörnchen durch die Flüsse abtransportiert und an Stellen, an denen sich die Strömungsgeschwindigkeit verringerte, gut erreichbar für den Abbau durch die Goldgräber, in den Flussablagerungen angereichert.

Entdeckung des ersten Goldes In den Jahren 1864 und 1865, vor dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, kamen Soldaten der Konföderierten Staaten von Amerika in das Montana-Territorium, um nach Gold zu suchen. Viele der Soldaten waren Teil der konföderierten Armee von General Sterling Price, die im Herbst 1864 von Arkansas aus in Missouri einmarschiert war. Der Feldzug beginnend mit dem Missouri Raid von 1864, der Schlacht von Westport und der zweiten Schlacht von Newtonia löste sich nach mehreren Niederlagen gegen die Union Army auf. Die Überreste der besiegten Armee von etwa 6000 Mann blieben jedoch in quasi offiziellen Einheiten zusammen und hatten sich in das südwestlich gelegene Texas zurückgezogen.

Das Verfolgen dieser verstreuten Einheiten war kostspielig, zeitaufwändig und gefährlich. Nachdem der Befehlshaber der Unionsarmee in der Region, General Alfred Pleasonton, über die Lage nachgedacht hatte, leitete er eine Amnestiepolitik ein, in der er den während des Feldzugs von 1864 gefangenen Konföderierten eine Bewährung anbot, wenn sie das Kampfgebiet verlassen und den Missouri hinauf in den Westen reisen würden. Pleasanton hoffte, dass seine Politik für Kriegsgefangene auch die verbleibenden frei umherziehenden Einheiten davon überzeugen würde, sich aufzulösen und sie daran zu hindern Bushwhacker zu werden, die wie die Quantrill's Raiders unter ihrem Anführer William Clark Quantrill und den Brüdern Jesse und Frank James abseits der Lande lebten.

Da es entmutigend war für etwas zu kämpfen und vielleicht zu sterben, was viele für die verlorene Sache der Konföderation (engl. The Lost Cause of the Confederacy) hielten, schien das Angebot einer Bewährung die bessere Wahl zu sein. Zusätzliche Motivation erhielten sie dabei von Gerüchten, die sich über neue Goldfunde im Montana-Territorium ausgebreitet hatten. Ob aufgrund oder trotz der Politik von Pleasanton, verschwanden diese bunt gemischten konföderierten Einheiten 1864 und 1865 und alsbald tauchte eine harte Sorte von Missouriern im Montana-Territorium auf.

Im Jahr 1864 wurden zwei konföderierte Gefangene, Wash (Washington) Barker und Pomp Dennis aus Liberty in Missouri auf Bewährung freigelassen und dem Eigner eines Dampfschiffs übergeben, das den Missouri River stromaufwärts in Richtung der Montana-Goldfelder fuhr. Die Dampfschiffe mussten häufig anlegen um frisches Holz aufzunehmen, um damit ihre Kessel zu befeuern. Allerdings kontrollierten von Yankton im Dakota-Territorium bis Fort Benton im Montana-Territorium, was einer Entfernung von weit über 1000 Flussmeilen entspricht, feindliche Indianer den größten Teil des Landes. Die Indianer hatten allerdings die wenigen vorhandenen Holzhöfe niedergebrannt und so mussten sich die Dampfschiffe anderweitig nach Bäumen und Holz für ihre Dampfkessel entlang des Missouris umschauen. Rebellensoldaten wie Barker und Dennis konnten sich auf diese Weise ihre Reise zum Montana-Territorium verdienen, indem sie unterwegs Bäume als „Treibstoff“ für das Dampfschiff hackten.

Da der Missouri River 1864 einen sehr niedrigen Wasserstand hatte, gelang es Barker und Dennis nur bis nach Cow Island zu kommen, wo das Niedrigwasser das Dampfschiff zwang seine Passagiere und die Fracht zu entladen. Die Fracht und die Passagiere wurden dann von einem Team auf Wagen den restlichen Weg nach Fort Benton befördert, und so waren die ehemaligen Konföderierten auf sich allein gestellt. Inzwischen hatten sich Neuigkeiten über Goldfunde in Last Chance Gulch im heutigen Helena am Fuße des Mullan Pass über den Missouri verbreitet, als aber Barker und Dennis von Cow Island hierher kamen, war der beste Boden bereits genommen, es war keine Arbeit zu bekommen und die Lebenshaltungskosten waren hoch. mini|150px|Kleiner Schwemmkegel, auch Schwemmfächer genannt Da aus den Lagern der Goldgräber an den Gebirgsausläufern überall Rauch zu sehen war, begaben sich Barker und Dennis von Last Chance Gulch aus stromaufwärts des Missouriflusses, um hier und da nach Gold zu schürfen und abseits der Siedlungen zu leben. Hier war der Missouri ein großer Gebirgsfluss, kalt und klar, an beiden Seiten von hohen Gebirgen begrenzt, mit riesigen aus den steilen Schluchten zum Fluss hinunterfließenden Schwemmfächern. In dem Kies der Schwemmfächer konnten zwar Steine „guter Farbe“Die Farbe, auf die Bezug genommen wird, ist das schwere schwarze Mineral Magnetit, das häufiger als Gold ist und häufig mit Gold assoziiert wird. Daher wird es als Indikator oder Marker für potenzielle Goldfunde verwendet. gefunden werden, aber soweit waren keine bedeutenden Funde darunter.