Hans Aigner (* 15. Juli 1912 in Wartberg an der Krems; † 3. November 2006) war ein österreichischer Architekt, Bauingenieur und Hochschullehrer.

Leben Hans Aigner maturierte 1930 an der Bundeslehranstalt für Hochbau, Elektrotechnik und Frauengewerbe in Salzburg. Von 1930 bis 1935 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Anschließend besuchte er von 1935 bis 1936 die Meisterschule für Architektur bei Alfred Keller. Parallel dazu begann er ein Doktoratsstudium, das er 1937 mit der Promotion abschloss.

Nach seinem Studium arbeitete Aigner als Bauleiter bei mehreren Baufirmen in Linz. Über Vermittlung von Alexander Popp erhielt er eine Anstellung als Bauleiter bei der Dortmunder Union-Brückenbau AG, die im Rahmen der Errichtung der Reichswerke Hermann Göring in Linz tätig war. Von 1939 bis 1945 arbeitete Aigner als Bauleiter und Leiter der Bauabteilung bei den Eisenwerken Oberdonau auf dem Gelände der heutigen voestalpine in Linz.

1947 legte Aigner die Zivilingenieurprüfung für Hochbau und Bauwesen ab. 1949 eröffnete er in Linz ein Architektur- und Ingenieurbüro, das er bis 1972 führte. Neben eigenen Entwürfen war Aigner als Statiker und Bauleiter bei Projekten anderer Architekten tätig. Dabei arbeitete er unter anderem mit Clemens Holzmeister, Ernst Hiesmayr, Friedrich Goffitzer, Rudolf Schwarz, Alexander von Branca sowie Kaija und Heikki Siren zusammen.

Von 1966 bis 1981 lehrte Aigner an der Technischen Hochschule bzw. Technischen Universität Wien, wo er die Lehrkanzel für Hochbau an der Fakultät für Bauingenieurwesen innehatte. Auf seine Initiative wurde an der Fakultät ein eigenes Institut für Industriebau eingerichtet. Im Studienjahr 1970/71 war er Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen.Mitteilungsblatt TU Wien 27/2006, S. 7.

Realisierungen mini|Luftaufnahme der Schifabrik Fischer in Ried im Innkreis mini|hochkant|Pfarrkirche mit Pfarrheim in Lenzing 1947–1971 JOKA-Werke, Schwanenstadt und Oberndorf 1950–1951 Don-Bosco-Lehrlingsheim, Linz, Beethovenstraße 1953 Hochhaus der EBG, Linz, Kraußstraße 7 1951–1966 Friedhof, Pfarrhof, Pfarrheim und Pfarrkirche, Lenzing 1954–1966 Caritas-Kinderdorf St. Isidor, Leonding, Wohnhäuser und Schule 1956–1960 Pfarrheim, Schwanenstadt 1956–1958 Pfarrheim, Neukirchen an der Vöckla 1957–1965 Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), Linz, Wiener Straße, gemeinsam mit Ernst Hiesmayr 1959 Sommerhaus Wurm, Steinbach am Attersee 1962–1965 Fischer-Schifabrik, Ried im Innkreis 1962–1966 Gemeinschaftsbadehaus, Bad Schallerbach 1964–1968 Verwaltungsgebäude der Wiener Allianz Versicherung, Linz, Untere Donaulände (2014 abgebrochen) 1965–1966 Fenster- und Türenfabrik Wick & Söhne, Vorchdorf 1969–1971 Bezirksstelle der Handelskammer, Wels 1971–1975 Schule der Don-Bosco-Schwestern, Vöcklabruck

Auszeichnungen und Preise 1972: Ehrenring des Verbandes der Österreichischen Ziegelwerke 1981: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1992: Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz

Literatur

Friedrich Achleitner: ''Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer in drei Bänden.'' Band 1: Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Salzburg 1980. Hans Matthias Aigner, Ortfried Friedreich (Hrsg.): ''Hans Aigner zum 70. Geburtstag.'' Wien 1982. Andrea Bina / Lorenz Potocnik (Hrsg.): Architektur in Linz 1900–2011. Wien 2012

Weblinks

Pfarre Lenzing Hans Aigners Pfarranlage Lenzing: Architektur, Geschichte, Erhaltung

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Wartberg an der Krems Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Wien) Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Mann