Abdul Ghanie Ghaussy (* 8. September 1932 in Kabul, Afghanistan)Ghaussy, Ghanie A. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online. De Gruyter. Abgerufen am 16. September 2019. ist ein afghanischer Wirtschaftswissenschaftler. Er wirkte als Professor für Volkswirtschaftslehre unter anderem an der Universität Hamburg.

Leben A. Ghanie Ghaussy, Sohn von Homeira Ghias und M. Omar Ghaussy sowie Enkel des Generals und Gouverneurs Ghaussuddin, absolvierte bis zum Abitur 1951 die Deutsche Nedschat-Schule in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. Von 1952 bis 1953 machte er ein Praktikum bei der Deutschen Bank in Afghanistan. Er studierte von 1953 bis 1957 in Deutschland Volkswirtschaft an der Universität München und der Universität Hamburg und schloss das Studium als Diplom-Volkswirt ab. Nach der Promotion am 22. November 1960 zum Dr. rer. pol. in Hamburg habilitierte er sich 1964 in der Schweiz an der Universität Bern und erhielt dort die Lehrbefähigung (Dr. habil.). Ghaussy war von 1964 bis 1972 zunächst als Professor an der Universität Kabul tätig. In Kabul war er von 1964 bis 1975 auch Vizepräsident und Präsident der „Bank Millie“. Später lehrte er von 1977 bis 1978 als wissenschaftlicher Rat und Professor für Volkswirtschaftslehre, von 1979 bis 1980 als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und danach bis 1997 als Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Er betätigte sich zudem als Übersetzer deutscher Bücher ins Persische.

Er erhielt ein Alexander-v.-Humboldt-Stipendium, den Dreijahrespreis des Internationalen Genossenschaftsbundes und war Eisenhower Exchange Fellow.

Ghaussy war Mitunterzeichner des eurokritischen Manifests Die währungspolitischen Beschlüsse von Maastricht: Eine Gefahr für Europa (1992).siehe Liste der Unterzeichner bei der Online-Wiedergabe des Manifests im wirtschaftswissenschaftlichen Blog Wirtschaftliche Freiheit, Blogeintrag vom 11. Dezember 2016; abgerufen am 12. Juli 2020.

A. Ghanie Ghaussy ist Moslem, heiratete 1962 Brigitta Schloh, wohnt in Pinneberg und wurde Vater von fünf Töchtern und einem Sohn.

Schriften (Auswahl) Die Rolle des Energiesektors in der Entwicklungspolitik. 1960. Gefährdete Ausbildungshilfe. 1962. Verbrauchen und Sparen. 1964. Das Genossenschaftswesen in den Entwicklungsländern. 1964. mit Hossein Attar und Egon Tuchtfeldt: Das Wirtschaftsdenken im Islam. Von der orthodoxen Lehre bis zu den heutigen Ordnungsvorstellungen. Bern 1972, ISBN 3-258-02021-3. Das Wirtschaftsdenken im Islam. Von der orthodoxen Lehre bis zu den heutigen Ordnungsvorstellungen. Bern 1986, ISBN 3-258-03519-9. Islamic countries and Europe. Current issues in Islamic economics. Bern 1994, ISBN 3-258-05029-5. Der Islam in Afghanistan. Seine Entwicklung von den historischen Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Beitrag zur Tagung „Bewahrung von Kultur und Menschenrechten in Zeiten des Krieges in Afghanistan“. Tagung der Ev. Akademie Iserlohn vom 20.–22. Dezember 1996. Iserlohn 1996, ISBN 3-931845-17-6.

Literatur Dieter Fritz-Assmus, Egon Tuchtfeldt (Hrsg.): Die Ordnung des Welthandels. A. Ghanie Ghaussy zum 65. Geburtstag. Bern 1997, ISBN 3-258-05698-6. Ghaussy, A. Ghanie. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 375.

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Einzelnachweise

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