Simon II. (), der Sohn Onias’ II. (), war ein Jerusalemer Hohepriester, der zur Zeit des Zweiten Tempels (etwa seit 196 v. Chr.Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Vandenhoeck & Ruprecht, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 610.) amtierte. Er lebte zwischen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr.

Der deuterokanonische Autor Jesus Sirach widmete Simon II. ein Lobgedicht (). Er rühmte „dessen Taten, Tempelrenovierung, Herrschaft und glänzendes Erscheinungsbild in den hohepriesterlichen Gewändern und beim Opfergottesdienst vor der Tempelgemeinde und inmitten der aaronitischen Priester.“Oliver Gußmann: Das Priesterverständnis des Flavius Josephus (= Texts and Studies in Ancient Judaism. Band 124). Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149562-5, S. 46.

Nach dem Sieg des Seleukiden Antiochos III. über den Feldherrn des noch kindlichen Ptolemaios V. bei Paneas (200 oder 198 v. Chr.Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Vandenhoeck & Ruprecht, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 181.) zahlte sich die proseleukidische Politik des Onias II. und seines Nachfolgers Simon II. aus: Antiochos III., der sich auf eine Schlacht gegen Rom vorbereitete, brauchte Ruhe in den neu erworbenen Gebieten. Flavius Josephus berichtet, dass er den Wiederaufbau Jerusalems zusicherte und verschiedene Privilegien für die Jerusalemer Priesteraristokratie gewährte.Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Göttingen 2019, S. 182. Simon II. agierte nun mit einem Teil der Tobiadenfamilie gegen Hyrkanos, einen Jerusalemer Parteigänger der Ptolemäer. Anscheinend konnte er diesen zwingen, sich auf seine Besitzungen im Ostjordanland zurückzuziehen.Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Göttingen 2019, S. 183.

Das Becken, das Simon II. aushauen ließ, wird mit dem südlichen Becken der Schafteiche bei Jerusalem identifiziert.Max Küchler: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, S. 318.

Simon II. hatte zwei Söhne, Onias III. und Josua, die ihm im Hohepriesteramt nachfolgten. Onias III. wurde 175 v. Chr. von Antiochos IV. Epiphanes abgesetzt, wobei unklar ist, ob er ermordet wurde oder nach Ägypten fliehen konnte. Josua gräzisierte seinen Namen zu Jason.Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Göttingen 2019, S. 183 f.

Literatur

Otto Mulder: Simon the High Priest in Sirach 50: An Exegetical Study of the Significance of Simon the High Priest As Climax to the Praise of the Fathers in Ben Sira’s Concept of the History of Israel. Brill, Leiden 2003.

Einzelnachweise

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