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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Hamburg tabellarisch und graphisch wieder.

Am 31. Dezember 2024 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Hamburg nach Fortschreibung des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein 1.862.565 (nur Hauptwohnsitze, Fortschreibung vom Zensus 2022).

Einwohnerentwicklung

1787 überschritt die Einwohnerzahl von Hamburg die Grenze von 100.000. Während der Hamburger Franzosenzeit, der Besatzung durch die französische Armee zwischen 1806 und 1814, sank die Bevölkerungszahl um die Hälfte. So wurden zu Beginn des Winters 1813/14 alle Bewohner, die sich nicht mindestens sechs Monate selbst versorgen konnten, darunter vor allem Arme, Alte und Schwache, aus der Stadt vertrieben. Beim Einmarsch der russischen Truppen am 30. Mai 1814 lebten noch 55.000 Menschen in Hamburg.

Mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1852 rund 160.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits über 700.000. Um 1905 war Hamburg mit den benachbarten preußischen Städten Altona-Ottensen im Westen und Wandsbek im Osten vollständig zusammengewachsen. Diese drei Städte hatten damals zusammen über eine Million Einwohner, doch wurden sie erst 1938 mit Hamburg zu einer Kommune vereinigt.

1912 überschritt die Stadt Hamburg die Grenze von einer Million Einwohner. Bei der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 846.055 Personen ermittelt. Darunter waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 32.568 Militärpersonen und 1.579 Kriegsgefangene. Zwischen 1913 und 1917 sank die Bevölkerungszahl um 18 Prozent. Schon im Dezember 1919 hatte die Stadt wieder mehr als eine Million Einwohner.

Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 wurden insgesamt 48 Gemeinden und zwei Gemeindeteile mit zusammen 546.396 Einwohnern (1933) und einer Fläche von 61.096,02 Hektar mit Hamburg zu einer Kommune zusammengeschlossen. Folgende Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern wurden am 1. April 1938 Teil der Stadt Hamburg (in Klammern die Einwohnerzahl der Volkszählung vom 16. Juni 1933): Altona (241.970), Harburg-Wilhelmsburg (112.593), Wandsbek (46.255), Bergedorf (19.564), Lokstädt (17.868), Rahlstedt (14.349) und Billstedt (12.852).

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, im Mai 1939, hatte Hamburg bereits 1,712 Millionen Einwohner. Durch eine Serie schwerer Bombardierungen britischer Flugzeuge im Juli/August 1943 (Operation Gomorrha) wurden ungefähr 35.000 Einwohner getötet und rund ein Drittel aller Wohngebäude zerstört. Etwa 125.000 Hamburger wurden verletzt, 900.000 obdachlos. Nach mehreren Evakuierungen sank die Bevölkerungszahl bis 1944 unter die Millionengrenze, lag aber beim Einmarsch der britischen Truppen am 3. Mai 1945 wieder darüber. 1953 hatte die Stadt wieder so viele Einwohner wie vor dem Krieg.

Seinen bislang höchsten Einwohnerstand mit 1.915.582 erreichte Hamburg im Jahre 2024, der 1964 erreichte Höhepunkt von 1.857.431 war erst 2022 infolge der Flucht vor dem russischen Überfall auf die Ukraine wieder erreicht worden. Auf dem Höhepunkt des Baby-Booms in der Mitte der 1960er Jahre betrug die zusammengefasste Geburtenziffer in Hamburg etwa 1,9 (Deutschland: 2,5). Durch das hohe Durchschnittsalter, welches aus niedrigen Geburtenziffern in der Vergangenheit resultierte, und dem Geburteneinbruch der 1970er Jahre entstand ein enormes Geburtendefizit. Die Kinderzahl pro Frau sank Anfang der 1970er Jahre auf 1,2 und verblieb seitdem auf diesem Niveau. Das Geburtendefizit betrug in den 1970ern bis zu 6 pro 1000 Einwohnern. Zusätzlich wanderten netto etwa 3 pro 1000 Einwohnern jedes Jahr ab, die Bevölkerung Hamburgs sank somit um 0,9 % pro Jahr. Hauptsächlich das Geburtendefizit, weniger die Suburbanisierung, führte anschließend zu einem Bevölkerungsrückgang bis 1986 auf 1.571.267 Einwohner. Nach 1986 wurde die Wanderungsbilanz wieder positiv und durch Effekte in der Altersstruktur nahm das Geburtendefizit kontinuierlich ab. Die Kinderzahl pro Frau lag 2008 bei 1,25. Ende 2010 stand die Stadt mit 1.786.448 Einwohnern unter den deutschen Großstädten hinter Berlin (etwa 3,4 Millionen Einwohner) auf Platz zwei der Großstädte Deutschlands, gefolgt von München mit 1,3 Millionen Einwohnern. Zwischen 1986 und 2010 nahm die Bevölkerung Hamburgs um 13,7 Prozent (215.181 Personen) zu.

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1826 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 950 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand) Jahr Einwohner 950 500 1050 900 1200 1.500 1300 5.000 1430 16.000 1560 20.000 1600 40.000 1650 60.000 1750 75.000 1787 100.000 1800 130.000 1811 106.983 Jahr/Datum Einwohner 1814 55.000 1826 122.861 3. Dezember 1834 ¹ 130.385 3. Dezember 1837 ¹ 135.375 3. Dezember 1840 ¹ 136.956 3. Dezember 1846 ¹ 148.754 3. Dezember 1852 ¹ 161.390 3. Dezember 1855 ¹ 166.148 3. Dezember 1858 ¹ 171.696 3. Dezember 1861 ¹ 178.841 3. Dezember 1864 ¹ 175.700 3. Dezember 1867 ¹ 225.074 ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1944 (jeweiliger Gebietsstand) Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 240.251 1. Dezember 1875 ¹ 264.675 1. Dezember 1880 ¹ 289.859 1. Dezember 1885 ¹ 305.690 1. Dezember 1890 ¹ 323.923 2. Dezember 1895 ¹ 625.552 1. Dezember 1900 ¹ 705.738 31. Dezember 1901 725.971 31. Dezember 1902 739.747 31. Dezember 1903 754.261 31. Dezember 1904 776.354 1. Dezember 1905 ¹ 802.793 31. Dezember 1906 830.578 31. Dezember 1907 856.226 31. Dezember 1908 881.874 31. Dezember 1909 907.522 Jahr Einwohner 1. Dezember 1910 ¹ 931.035 31. Dezember 1911 946.236 31. Dezember 1912 1.000.903 31. Dezember 1913 1.031.480 1. Dezember 1916 ¹ 876.833 5. Dezember 1917 ¹ 846.055 8. Oktober 1919 ¹ 985.779 31. Dezember 1919 1.004.427 31. Dezember 1920 1.026.989 31. Dezember 1921 1.041.057 31. Dezember 1922 1.071.924 31. Dezember 1923 1.066.991 31. Dezember 1924 1.089.091 16. Juni 1925 ¹ 1.079.126 31. Dezember 1925 1.087.049 31. Dezember 1926 1.101.132 Jahr Einwohner 31. Dezember 1927 1.115.511 31. Dezember 1928 1.131.599 31. Dezember 1929 1.145.014 31. Dezember 1930 1.145.124 31. Dezember 1931 1.135.317 31. Dezember 1932 1.123.500 16. Juni 1933 ¹ 1.129.307 31. Dezember 1933 1.127.917 31. Dezember 1934 1.112.195 31. Dezember 1935 1.101.105 31. Dezember 1936 1.096.796 31. Dezember 1937 1.094.715 31. Dezember 1938 1.689.100 17. Mai 1939 ¹ 1.711.877 31. Dezember 1940 1.725.500 31. Dezember 1944 958.247 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Hamburg

Eine Einschätzung der Bevölkerungsentwicklung im Zweiten Weltkrieg ergeben die Ergebnisse der Verbrauchergruppenstatistiken, die aus den Daten der Lebensmittelzuteilungen gewonnen wurden und 1953 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden. Nach der Kleinen Verbrauchergruppenstatistik umfasste die versorgte Zivilbevölkerung in HamburgStatistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistische Berichte, Arb.-Nr. VIII/19/1, Die Zivilbevölkerung des Deutschen Reiches 1940–1945. Ergebnisse der Verbrauchergruppen-Statistik. Wiesbaden 1953, S. 37. Anfang Februar 1943 1.494.043 Personen (darunter 52.067 Gemeinschaftsverpflegte), zu Beginn der am 23. August 1943 beginnenden Zuteilungsperiode nur noch 921.400 (darunter 75.846 Gemeinschaftsverpflegte), Anfang Februar 1944 wieder 1.114.306 (darunter 115.818 Gemeinschaftsverpflegte), Mitte August 1.088.926 (darunter 106.556 Gemeinschaftsverpflegte) und Mitte Dezember 1944 noch 1.077.034 Personen (darunter 118.306 Gemeinschaftsverpflegte).

Von 1945 bis 1987

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Mai 1945 1.004.326 31. Dezember 1945 1.350.270 29. Oktober 1946 ¹ 1.403.357 31. Dezember 1947 1.482.639 31. Dezember 1948 1.518.900 13. September 1950 ¹ 1.605.606 31. Dezember 1951 1.658.038 31. Dezember 1952 1.687.190 31. Dezember 1953 1.722.819 25. September 1956 ¹ 1.751.289 6. Juni 1961 ¹ 1.832.346 31. Dezember 1961 1.840.543 31. Dezember 1962 1.847.523 31. Dezember 1963 1.854.637 Datum Einwohner 31. Dezember 1964 1.857.431 31. Dezember 1965 1.854.361 31. Dezember 1966 1.847.267 31. Dezember 1967 1.832.560 31. Dezember 1968 1.822.837 31. Dezember 1969 1.817.122 27. Mai 1970 ¹ 1.793.823 31. Dezember 1970 1.793.640 31. Dezember 1971 1.781.621 31. Dezember 1972 1.766.214 31. Dezember 1973 1.751.621 31. Dezember 1974 1.733.802 31. Dezember 1975 1.717.383 31. Dezember 1976 1.698.615 Datum Einwohner 31. Dezember 1977 1.680.340 31. Dezember 1978 1.664.305 31. Dezember 1979 1.653.043 31. Dezember 1980 1.645.095 31. Dezember 1981 1.637.132 31. Dezember 1982 1.623.848 31. Dezember 1983 1.609.531 31. Dezember 1984 1.592.447 31. Dezember 1985 1.579.884 31. Dezember 1986 1.571.267 25. Mai 1987 ¹ 1.592.770 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Von 1987 bis 2011

mini|400px|Vergleich der Bevölkerungszahlen nach der Fortschreibung der Volkszählung (blau) und dem Melderegister (rot) von 1987 bis 2017. Der stark abgefallene Wert des blauen Graphen beim 9. Mai 2011 entspricht der Korrektur aufgrund des Zensus

Amtliche Bevölkerungsfortschreibung („die amtlich festgestellte Bevölkerungszahl“), Statistikamt Nord. der zweite Wert ist die Melderegisterangabe zum 31. Dezember. Statistikamt Nord. Erstere basiert auf dem Volkszählungsergebnis von 1987 und berücksichtigt in der Fortschreibung nur Geburten/Sterbefälle sowie Zuzüge/Wegzüge von Einwohnern (Wanderungssaldo). Anfang 2009 mussten die Melderegister nach Abgleich mit den Steueridentifikationsnummern um 16208 Einträge bereinigt werden;Ab 2008 korrigiertes Melderegister. Hamburger Abendblatt, 26. September 2009. alle Einträge vor dem 31. Dezember 2008 sollten daher als leicht überhöht betrachtet werden.

Tatsächlich erhöhte sich die Einwohnerzahl in diesen 24 Jahren nur um 113.926 (7,2 % bzw. 0,3 % p. a.). Die „amtliche Bevölkerungsfortschreibung“ führte mit 196.759 zu einer signifikant überhöhten Bevölkerungszahl. Die Abweichung entspricht der Größe einer „Mittelstadt“ wie Tübingen oder Flensburg.

Durchschnittlich zogen 1987–2011 jährlich 80.000 Personen nach Hamburg und 75.000 aus Hamburg weg. Wenn nur 5 % der notwendigen Abmeldungen „vergessen“ wurden, werden so jährlich ca. 4.000 imaginäre Bürger der Stadt generiert. Über einen langen Zeitraum zwischen zwei Volkszählungen kann sich so ein imaginärer Bestand von 80.000 Bürgern kumulieren.

Datum Fortschreibung Melderegister 25. Mai 1987 1.592.770 31. Dezember 1987 1.594.190 1.641.023 31. Dezember 1988 1.603.070 1.647.399 31. Dezember 1989 1.626.220 1.669.599 31. Dezember 1990 1.652.363 1.692.680 31. Dezember 1991 1.668.757 1.701.144 31. Dezember 1992 1.688.785 1.712.034 31. Dezember 1993 1.702.887 1.719.281 31. Dezember 1994 1.705.872 1.716.993 31. Dezember 1995 1.707.901 1.715.789 31. Dezember 1996 1.707.986 1.707.247 31. Dezember 1997 1.704.731 1.703.588 31. Dezember 1998 1.700.089 1.691.654 31. Dezember 1999 1.704.735 1.696.065 Datum Fortschreibung Melderegister 31. Dezember 2000 1.715.392 1.704.929 31. Dezember 2001 1.726.363 1.710.932 31. Dezember 2002 1.728.806 1.712.413 31. Dezember 2003 1.734.083 1.714.923 31. Dezember 2004 1.734.830 1.715.225 31. Dezember 2005 1.743.627 1.720.632 31. Dezember 2006 1.754.182 1.732.503 31. Dezember 2007 1.770.629 1.741.182 31. Dezember 2008 1.772.100 1.735.663 31. Dezember 2009 1.774.224 1.733.260 31. Dezember 2010 1.786.448 1.746.813 30. April 2011 1.789.529 9. Mai 2011 1.706.696 ¹ ¹ Zensusergebnis 9. Mai 2011Zensus 9. Mai 2011 (PDF; 556 kB) Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Ab 2011