Mönchsdeggingen (Rieserisch: Degge) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Geografie Lage Mönchsdeggingen liegt am Südrand des Nördlinger Rieses. Im Süden grenzt es an den Landkreis Dillingen. Geologisch gehört das Gebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur noch hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Merzingen (Dorf) Mönchsdeggingen (Pfarrdorf) Rohrbach (Dorf) Schaffhausen (Pfarrdorf) Thurneck (Dorf) Untermagerbein (Pfarrdorf) Ziswingen (Dorf)

Die Einöden Pulvermühle und Untermühle zählen zum Gemeindeteil Ziswingen, Utzenmühle zum Gemeindeteil Mönchsdeggingen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Merzingen, Mönchsdeggingen, Rohrbach, Schaffhausen, Untermagerbein und Ziswingen. Die Gemarkung Mönchsdeggingen hat eine Fläche von 9,905 km². Sie ist in 943 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10503,55 m² haben.

Geschichte → zur Geschichte des Klosters siehe: Kloster Mönchsdeggingen Bis zur Gemeindegründung Deggingen wurde erstmals 1007 in einer Urkunde König Heinrichs II. erwähnt, in der der Ort – bis dahin vermutlich Reichs- oder Ottonisches Hausgut – als Gründungsausstattung dem Hochstift Bamberg übergeben wurde. Die Oberlehenshoheit Bambergs blieb trotz wechselnder faktischer Machtverhältnisse bis zum Ende des Alten Reiches unbestritten.

Das Kloster hatte umfangreichen Besitz und zahlreiche Rechte (u. a. das Patronat der Pfarrkirche St. Georg) im Dorf. Nachdem die Grafen von Oettingen den Herren von Hürnheim als Klostervögte folgten, entglitten Kloster und Ort zunehmend dem hochstiftlichen Einfluss. Mönchsdeggingen wurde in die Grafschaft Oettingen integriert. Bei den Teilungen des Hauses Oettingen blieb die Vogtei als Recht bei der katholischen Linie Oettingen-Wallerstein, das Dorf gehörte zu Oettingen-Oettingen. Letztere führten vor Ort im 16. Jahrhundert die Reformation ein; das Kloster blieb jedoch davon unberührt. Das hatte kuriose Folgen, da das Kloster als Patronatsherr nun evangelische Pfarrer berufen musste.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mönchsdeggingen vor allem in der Schlacht bei Nördlingen schwer zerstört. Um den Bevölkerungsverlust auszugleichen, wurden 1684 aus Pfalz-Neuburg vertriebene Juden angesiedelt. In den folgenden zwei Jahrhunderten übten diese einen nachhaltigen Einfluss auf Wirtschaft, Kultur und das Ortsbild des Dorfes aus. 1879 löste sich die jüdische Gemeinde wegen Abwanderung nach Übersee und Nördlingen auf.

1802 wurde das Kloster aufgelöst. Mit der Rheinbundakte 1806 kamen der Ort, der seit 1500 auch im Schwäbischen Reichskreis lag, und das säkularisierte Kloster zum Königreich Bayern. 1818 entstand mit dem Zweiten Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert 1950 übernahm die Kongregation der Missionare von Mariannhill die alten Klostergebäude als Noviziat für ihre angehenden Priester.

Am 11. Dezember 1930 wurde der Name der Gemeinde amtlich von Deggingen in Mönchsdeggingen geändert.

Im Jahr 2007 feierte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Merzingen, Schaffhausen und Ziswingen eingegliedert. Untermagerbein kam am 1. Januar 1976 hinzu. Rohrbach (mit Gemeindeteil Thurneck) folgte schließlich am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1538 auf 1381 um 157 Einwohner bzw. um 10,2 %. 1961: 1538 Einwohner 1970: 1581 Einwohner 1987: 1563 Einwohner 1991: 1563 Einwohner 1995: 1573 Einwohner 2000: 1542 Einwohner 2005: 1499 Einwohner 2010: 1366 Einwohner 2015: 1429 Einwohner

Zur Zeit der Volkszählung 1987 waren mehr als drei Viertel (75,2 %) der Einwohner evangelisch und 22,2 % katholisch. Die Anteile beider Konfessionen haben bis zur Volkszählung 2011 abgenommen. Nach wie vor war 2011 die deutliche Mehrheit evangelisch (66,5 %), 20,2 % waren katholisch..

Politik Bürgermeister und Gemeinderat Seit 1. Mai 2020 ist Karin Bergdolt (Wählergruppe Einigkeit) Erste Bürgermeisterin. Sie wurde am 8. März 2026 mit 88,8 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt; nominiert war sie 2026 von CSU und Freien Bürgern/Parteifreie Gruppe Einigkeit.Bürgermeisterwahl 2026, abgerufen am 9. Mai 2026 Ihr Vorgänger war vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Karl Wiedenmann (CSU). Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 bewarb er sich nicht mehr.

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder und setzt sich in der Amtszeit 2026–2032 wie folgt zusammen:Gemeinderatswahl 2026, abgerufen am 9. Mai 2026 Einigkeit 4 Sitze CSU/Freie Bürger 3 Sitze Ortsteilliste Untermagerbein 2 Sitze Ortsteilliste Rohrbach/Thurneck 2 Sitze Ortsteilliste Schaffhausen 1 Sitz Die Sitzverteilung ist unverändert wie in der Amtszeit 2020 bis 2026.

Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Wappen und Flagge

Die eingegliederten, ehemals selbstständigen Gemeinden Merzingen, Rohrbach, Schaffhausen, Untermagerbein und Ziswingen hatten folgende Wappen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler

Kloster Mönchsdeggingen Burgstall Thurneck ehemalige Synagoge und Mikwe Jüdischer Friedhof Evangelische Kirche St. Nikolaus in Untermagerbein Evangelische Kirche St. Georg

Natur Prälatenweiher Gerichtslinde Mönchsdeggingen im evangelischen Friedhof der Sankt–Georgs–Kirche Kühsteinfelsen mit Geotop-Lehrpfad des Nationalen Geoparks Ries Der Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg verläuft durch den Ort.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 102 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 592 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 490 Personen größer als die der Einpendler. 17 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 47 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 1478 ha bewirtschafteten.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Kindertageseinrichtung mit 57 Plätzen und 48 Kindern, davon neun unter drei Jahren (Stand 1. März 2024) Grundschule Mönchsdeggingen mit zwölf Lehrkräften und 199 Schülern (Schuljahr 2024/2025)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Friedrich G. G. Schmidt (1868–1945), Sprach- und Literaturforscher Fritz Dobisch (1890–1941), Gewerkschaftsfunktionär und NS-Opfer Wulf-Dietrich Kavasch (1944–2021), Heimatforscher und Kommunalpolitiker

Literatur Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.), Martin Ott: Handbuch der historischen Stätten. Band 7: Bayern I. Teilband 1: Altbayern und Schwaben (= Kröners Taschenausgabe. Band 324). Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32401-6.

Weblinks

Gemeinde Mönchsdeggingen Mönchsdeggingen – ehemalige Synagoge und rituelles Bad (Mikwe) bei Alemannia Judaica

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Ersterwähnung 1007 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries